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Warum der Dollar unter Trump an Wert verliert – und was dahintersteckt

Wie politische Strategie, Inflationserwartungen und Kapitalflüsse die Weltreservewährung unter Druck setzen

NTG24 - Warum der Dollar unter Trump an Wert verliert – und was dahintersteckt

 

Der US-Dollar hat innerhalb weniger Wochen gegenüber dem Euro rund 10 % an Wert verloren – ein bemerkenswerter Einbruch, der jedoch keine Überraschung darstellt. Die globale Dominanz des US-Dollar basiert auf der wirtschaftlichen Stärke der USA und dem daraus resultierenden Status als Weltreservewährung. Wer mit den USA handelt, tut dies meist in Dollar – ein Vorteil, der es dem Land ermöglicht, sich in der eigenen Währung zu verschulden und damit große ökonomische Unabhängigkeit zu wahren. Umso erstaunlicher ist es, dass die US-Regierung unter Donald Trump diese Währung bewusst schwächt.

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Die aktuelle Abwertung des Dollars ist vor allem auf zwei Entwicklungen zurückzuführen: Kapitalabflüsse in andere Währungen sowie ein sinkender Zinsvorteil. Exporteure und Investoren ziehen sich vermehrt aus Dollar-Anlagen zurück – unter anderem wegen wachsender Unsicherheit infolge von Trumps Zollpolitik. Der Kreislauf aus Dollar-Liquidität, kurzfristiger Anlage und Finanzierung des US-Staatshaushalts wird so empfindlich gestört. Gleichzeitig ist der langfristige Zinsvorteil des US-Dollar gesunken, da die Inflationserwartungen in den USA – bedingt durch die importpreisgetriebene Teuerung – stark angestiegen sind.

 

Trumps Strategie: Schwäche als Mittel zum Zweck

 

Die US-Regierung nimmt die aktuelle Schwäche offenbar bewusst in Kauf, um die Handelsbeziehungen langfristig neu zu gestalten. Ziel sei es, durch eine zwischenzeitlich schwache Währung die eigene Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen und neue Handelsabkommen zugunsten der USA zu verhandeln. Diese geopolitische Strategie geht davon aus, dass der Dollar nach erfolgreicher Restrukturierung des globalen Handels wieder an Stärke gewinnen wird. Doch bis dahin verlieren Investoren das Vertrauen und ziehen Kapital ab, was den Dollar weiter unter Druck setzt.

Von Seiten der US-Regierung oder der Federal Reserve ist keine Gegenmaßnahme zu erwarten. Die Schwächephase des Dollars wird als „Kollateralschaden“ akzeptiert. Während sich die politischen Entscheidungsträger auf die langfristige Neuordnung der Handelsmacht konzentrieren, bleiben Investoren zurück mit der Hoffnung, dass sie jetzt günstig Dollar-Vermögenswerte erwerben können. Die Zeit der stabilen Weltleitwährung scheint vorerst vorbei – zumindest solange, bis die politischen Ziele erreicht sind und der Dollar erneut gestärkt hervorgeht.

 

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01.05.2025 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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