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British American Tobacco würde gern einen neuen Standort in Deutschland hochziehen, doch noch fehlt es an den notwendigen Voraussetzungen

Mit Tabakbeuteln will British American Tobacco künftig auch legal deutsche Kunden erreichen

NTG24 - British American Tobacco würde gern einen neuen Standort in Deutschland hochziehen, doch noch fehlt es an den notwendigen Voraussetzungen

 

Deutschland hat als Standort der Tabakindustrie schwer an Bedeutung verloren. Nur noch vereinzelte Standorte sind vorhanden und der Trend geht eher in Richtung weiterer Schließungen. Doch das muss anscheinend nicht so bleiben. British American Tobacco (BAT) könnte sich neuerliche Investitionen hierzulande vorstellen, so die Rahmenbedingungen stimmen. Noch ist das allerdings nicht der Fall.

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Zu kämpfen hat British American Tobacco (GB0002875804) nicht etwa mit hohen Steuern oder Energiepreisen, was andere Unternehmen gerne an Deutschland kritisieren. Vielmehr ist es die Gesetzeslage, welche einer geplanten Expansion im Wege steht. Angedacht ist nicht der Bau einer Zigarettenfabrik, sondern ein Standort zur Herstellung sogenannter Nikotinbeutel, welche unter die Oberlippe geschoben werden. Dies ließ BAT-Deutschland Chef Jorge Araya gegenüber der „FAZ“ wissen. Solche dürfen in Deutschland bislang nicht verkauft werden, sind aber anscheinend dennoch sehr beliebt.

 

 

 

Araya schätzt, dass in Deutschland jährlich zwei Milliarden solcher Nikotinbeutel verbraucht werden. Sie kommen derzeit allesamt entweder per Schmuggelware ins Land oder werden von der organisierten Kriminalität gefälscht. Dadurch bedingt sind die Produkte auch in keiner Weise reguliert und was tatsächlich in ihnen stecken mag, können deutsche Konsumenten häufig nicht wissen.

 

BAT steht bereit

 

Genau das würde BAT natürlich gerne ändern und blickt dabei bereits auf viel Erfahrung. Dort, wo die Beutelchen legal sind, gehört der Konzern zu den Marktführern im Segment. Hergestellt werden die Produkte vor allem in Schweden und Ungarn. Nun könnte man sich auch in Deutschland einen Standort vorstellen und umgarnt die Politik mit möglichen Steuereinnahmen. Araya schätzt, dass es jährlich 500 Millionen Euro sein könnten. Angesichts der chronisch knappen Kassen in Berlin wäre das schon eine spürbare Entlastung für die Bundesregierung.

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Wie viel Geld BAT für ein entsprechendes Investment in Deutschland in die Hand nehmen könnte, dazu äußerte sich das Unternehmen nicht. Aktivitäten in Italien können aber als eine Orientierung dienen. Dort fließen über einen Zeitraum von fünf Jahren 500 Millionen Euro in die Fertigung neuartigen erhitzten Tabaks, der in Deutschland ebenfalls noch nicht erhältlich ist. Auch die Konkurrenz. Daran zeigt sich auch deutlich, wo die Reise bei BAT hingeht. Das klassische Geschäft mit Zigaretten verliert weiter an Bedeutung, dafür wird umso mehr in neue Produktkategorien investiert.

Der deutsche Markt gilt diesbezüglich als sehr aussichtsreich. Allerdings tut sich die Politik hierzulande schwer damit, passende Freigaben zu erteilen. Diskussionen um solche Themen verlaufen stets sehr emotional und unter Garantie nie ohne Argumente bezüglich des Schutzes von Kindern. Skeptiker argumentieren damit, dass jene vor den Auswirkungen von Suchtprodukten mit bunten Designs geschützt werden müssten. Fürsprecher hingegen verweisen darauf, dass die Produkte ohnehin erst ab 18 Jahren freigegeben sind.

 

Erfolgreiche Neuerfindung

 

Es bleiben also letztlich einige offene Fragen bei der Zukunft von BAT in Deutschland, sowohl in Sachen Expansion als auch mit Blick auf die Umsätze. Grundsätzlich hat der Konzern aber bereits eine erfolgreiche Trendwende angestoßen. Ein jahrelanger Abwärtstrend an der Börse konnte vor zwei Jahren endlich ins Gegenteil verkehrt werden. Alternativen zur klassischen Zigarette steuern immer höhere Umsätze bei. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass das auch an einer wieder höheren Nachfrage (zu) junger Konsumenten liegt.

Die Anleger sind auf den Zug aufgesprungen und haben den Aktienkurs seit Anfang 2024 bereits um mehr als das Doppelte in die Höhe befördert. 54,20 Euro standen per Handelsschluss am Mittwoch auf dem Ticker und damit kaum weniger als zum 52-Wochen-Hoch bei 57,32 Euro. Dass der Konzern aktiv nach Gelegenheiten für noch mehr Expansion sucht, lässt auf gesunde Geschäfte schließen. Somit scheint noch etwas mehr Luft nach oben zu sein, so auch die Politik mitspielt.

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25.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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