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Iranischer Rial rutscht in den monetären Abyss

Beschleunigte Kapitalflucht aus dem iranischen Rial

 

Gerade erst vor einigen Tagen veröffentlichte der Iran mit 251 die höchste Zahl von täglichen Corona-Toten, während gleichzeitig bekannt wurde, dass sich 2 weitere hochrangige Funktionäre mit dem Virus infiziert haben. Dazu zählt auch Vizepräsident Ali Akbar Salehi, ebenso der Vizepräsident für den Staatshaushalt und die Budgetplanung, Mohammad Bagher Nobakht.

Wie der australische ,,Sydney Morning Herald‘‘ berichtet, sind insgesamt bis vergangenen Sonntag nach Angaben der Sprecherin des iranischen Gesundheitsministeriums, Sima Sadat Lari, 28.544 Personen im Iran an Corona gestorben. Bis dahin wurden 500.075 Infektionen gezählt, während sich rund 4.500 Personen in einem kritischen Zustand befinden. Damit ist der Iran in der Nahostregion das am stärksten von der Corona-Pandemie getroffene Land.

Parallel dazu fiel der iranische Rial auf den tiefsten je gesehenen Stand gegen den US-Dollar.

 

 

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung des iranischen Rial gegen den US-Dollar zeigt, dass der Wechselkurs insbesondere nach den Sanktionen im Zuge des iranischen Atomprogramms abgestürzt war. Seither wird der offizielle Wechselkurs nicht mehr frei gebildet.

Wechselstuben in Teheran verkauften einen US-Dollar letzten Sonntag für 315.000 iranische Rial. Zum Vergleich: Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Atomabkommens zwischen dem Iran, den USA und den europäischen Vertragsstaaten kostete ein US-Dollar im Jahr 2015 32.000 iranische Rial. Ein Wertverlust von rund 90 % in 5 Jahren. Und dies, nachdem der Rial gegen den US-Dollar von 2010 bis 2015 von rund 9.800 Rial auf 32.000 Rial gefallen war und damit bereits zu diesem Zeitpunkt 70 % an Wert verloren hatte. Damit errechnet sich für den iranischen Rial ein Wertverlust gegen den US-Dollar in den letzten 10 Jahren von 96,9 %!

Ein weiterer Vergleich: Da der Wert des Goldes in US-Dollar vom 01.01.2010 bis zum 12.10.2020 von 1.097,12 US-Dollar auf 1.930,52 US-Dollar und damit um 75,96 % stieg, ergibt sich für den iranischen Sparer, dass der eigentliche Schutzeffekt vor Entwertung der Erwerb von Gold war, denn erst dieser macht den kumulierten Wertverlust des Rial und des US-Dollar sichtbar und vermeidbar.

Es kann vor diesem Hintergrund nicht verwundern, dass Iraner eine anhaltend hohe Präferenz für Gold haben!

 

 

Der Wert des Rial dürfte auch bis auf Weiteres durch die jüngst von den USA weiter verschärften Sanktionen spürbar beeinträchtigt werden.

Denn die USA setzen in der vergangenen Woche 18 iranische Banken auf eine Sanktionsliste, welche bislang den Sanktionen entgehen konnten. Die jüngste Sanktionswelle der USA zielt dabei auch auf nicht-iranische Finanzunternehmen, welchen Strafen für den Fall drohen, dass sie mit den sanktionierten iranischen Banken Handel Geschäfte machen. Damit sind die iranischen Banken faktisch vom internationalen Devisenverkehr abgeschnitten.

 

Fazit

 

Der Iran befindet sich in einer anhaltenden multiplen Krise: Seiner Finanzen, seines unstetigen und einseitigen Wachstumsmodells sowie in einer sozialen, politischen und Gesundheitskrise, welche durch die Sanktionen der USA massiv verstärkt wird. Der Druck auf den iranischen Rial wird deshalb anhalten und im Falle der Wiederwahl Donald Trumps als US-Präsident wohl noch weiter zunehmen. Damit ist auch eine anhaltende Kapitalflucht aus dem iranischen Rial in den US-Dollar, den Schweizer Franken, den Euro und mangels Devisen insbesondere in Gold zu erwarten.

 

16.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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