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Südafrikanischer Rand vor Trendwechsel?

Auffällige relative Stärke des südafrikanischen Rands

 

Südafrika ist seit Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten von anhaltenden inneren Konflikten geprägt, die ihre Ursache zu einem beachtlichen Ausmaß eine Hinterlassenschaft der Kolonialzeit sind. Hierzu gehören insbesondere jene, die mit der ,,institutionellen Ineffizienz‘‘ staatlicher Institutionen verbunden sind. Die Kollateralschäden dieser Ineffizienz ziehen sich insbesondere durch die staatlichen Behörden und Staatsunternehmen. Nach Aufhebung der Rassentrennung wurden Letztere aber eben auch zu einem Verschiebebahnhof für Funktionäre des ANC, was zu einer chronischen Steuerungsschwäche südafrikanischer Staatsbetriebe führte. Die Diskussion, welchen Einfluss das ,,Black Empowerment‘‘ in dieser Situation spielt, hält bis heute an, ebenso wie die chronisch instabile Energieversorgung.

Um so erstaunlicher ist es, dass die südafrikanische Währung, die Jahrzehnte eine Wette auf eine zu hohe Inflationsrate, höhere Zinsen und in der Folge eine chronische Abwertungstendenz gegen US-Dollar und Euro war, in den letzten Monaten zur Stärke neigt. Dies zeigt sich, wie Chart 1 verdeutlicht, zum einen gegen den Euro.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeBis Mitte vergangenen Jahres hatten wir, vor allem nach der letzten Abwertungsphase in der Corona-Krise im Frühjahr 2020, eine Trendbestätigung und ein neues Allzeittief gegen den Euro konstatiert.

Nun hat sich, wie das vermutete Doppeltop andeutet, der Wind aber möglicherweise gedreht, da der Euro inzwischen nicht nur sein Zwischenhoch vom Januar 2016 unterschritten hat, sondern auch dabei ist, seine tieferliegende Unterstützung, welche vom September 2018 stammt, nach unten zu durchbrechen. Die vorherige Gegenbewegung (oberes gelbes Rechteck) machte just an der unterschrittenen Zone aus dem Jahr 2016 halt und bestätigte damit auf kleinerer Skale den Bruch.

 

Ist dies nun aber vor allem den Kapriolen des Rands oder dem Euro zuzuschreiben?

 

Ein Blick auf die Entwicklung des Rands zum US-Dollar zeigt, dass diese wachsende Stärke vor allem auf eine Stärke des Rands ist.

 

 

Denn auf Monatsbasis hat der US-Dollar gegen den Rand sein ehemaliges Allzeithoch gegen den Rand im November 2020 auf Monatsschlusskurs-Basis wieder unterschritten und nähert sich langsam, aber sicher seiner seit 2011 laufenden Aufwärtstrendlinie.

 

Fazit

 

Der südafrikanische Rand zeigt gegen den Euro wie auch gegen den US-Dollar zunehmend eine relative Stärke, die in den kommenden Wochen zu einem Trendbruch im Abwertungstrend des Rands gegen beide großen Währungen führen könnte.

Vor dem Hintergrund eines neuen Rohstoff-Bullenmarktes ist dies keine Überraschung. Dass die institutionellen Schwächen dagegen nicht ausreichen, um diese relative Stärke des Rands zu neutralisieren und sogar zu überkompensieren, sagt einiges über die potenziell heranziehende Rohstoffstärke aus. Der südafrikanische Rand ist aus dieser Perspektive eine Wette auf den Eintritt der Rohstoffmärkte in einen neuen ,,Superzyklus‘‘, wenigstens aber in eine längere Phase relativ starker Rohstoffpreise.

 

15.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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