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Schwache Nachfrage und hohe Energiepreise treiben nun auch Dow Chemical zu Werksschließungen in Deutschland

Die Aktie von Dow reagiert mit deutlichen Verlusten

NTG24 - Schwache Nachfrage und hohe Energiepreise treiben nun auch Dow Chemical zu Werksschließungen in Deutschland

 

Breits im Frühjahr sprach der US-Chemiekonzern Dow darüber, seine deutschen Standorte auf den Prüfstand stellen zu wollen. Das sorgte für viel Wirbel und machte auch in der Politik die Runde. Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz schaltete sich ein und versprach ein Sofortprogramm, mit dem Energiepreise gesenkt werden sollten. Doch allen Bemühungen zum Trotz kündigte Dow nun die dauerhafte Schließung von zwei Werken an.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinBetroffen sind zwei Großanlagen in Ostdeutschland, darunter ein Cracker in der Näher von Leipzig. Solche Anlagen kommen zum Einsatz, um aus Rohbenzin Vorprodukte für die Kunststoffproduktion zu gewinnen. Solche werden nicht seltene von anderen Unternehmen in der Region weiterverarbeitet. Beobachter fürchten deshalb, dass der Rückzug von Dow (US2605661048) eine Kettenreaktion nach sich ziehen könnte. Der US-Konzern selbst rechnet mit 550 Arbeitsplätzen, die von den Schließungen betroffen sind. Möglich scheint, dass durch die Schließung weiterer Unternehmen in der Region insgesamt über 2.000 Jobs entfallen.

 

 

 

Zumindest die Auswirkungen auf die eigenen Angestellten will Dow laut eigener Aussage minimieren. Dazu solle umgehend ein formaler Konsultationsprozess mit den Betriebsräten in Angriff genommen werden, um sozialverträgliche Lösungen zu finden. Wie jene aussehen könnten, darauf ging der Chemiegigant allerdings noch nicht weiter ein. Insbesondere Arbeitnehmervertreter fürchten eine mögliche Katastrophe an den betroffenen Standorten.

 

Dow wirft das Handtuch

 

Letztlich sah sich Dow zu dem Schritt wohl aufgrund einer ganzen Reihe von Faktoren gezwungen. Hohe Energiepreise sind klar ein Thema und das Unternehmen ist bemüht darum, energieintensive Anlagen aus dem Portfolio zu streichen. Darüber hinaus wird die Schließung von Dow-Chef Jim Fitterling aber auch mit einer schwachen Nachfrage, zunehmender Konkurrenz aus China, hohem Investitionsbedarf und überbordender Bürokratie begründet. Noch dazu kommen absehbar steigende CO2-Kosten, was die Werke nur noch weniger attraktiv für Dow macht.

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Werbebanner Immobilienbewertung DresdenZu guter Letzt spricht Dow auch von schlichten Anpassungen der Produktionskapazitäten. Unter dem Strich soll das Handelsrisiko verringert werden und wie so viele Konzerne aus der Branche ist man schwer daran interessiert, Kosten zu senken sowie Margen endlich wieder zu erhöhen. Das wäre grundsätzlich auch im Interesse der Aktionäre, die mit den für 2027 angedachten Schließungen aber nicht ganz glücklich zu sein scheinen. Die Dow-Aktie geriet am Montag sichtlich unter Druck.

Kursverluste von 3,4 Prozent sprechen eine klare Sprache, der Kurs setzte bis auf 27,48 US-Dollar zurück. Dort angekommen ist der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 25,06 Dollar nicht allzu groß. Sinkende Kosten sind zwar generell nichts, worüber sich die Investoren beklagen würden. Sehr viel mehr gewünscht wäre allerdings eine Erholung und eine Rückkehr zum Wachstumskurs. Schließungen sprechen da eine ganz andere Sprache. Es scheint, als würde die Krise in der Branche und bei Dow sich noch eine Weile fortsetzen.

 

Die Sorgenkinder der Börse

 

Zwar gibt es manches Anzeichen dafür, dass die Lage sich wieder dezent bessert. Torpediert wird dies aber unter anderem von US-Präsident Donald Trumps ständigen Zollandrohungen sowie der Durchführung solcher. Das hinterlässt nicht nur in den USA, sondern eben auch in Europa Spuren. Dorthin bewegen sich große Mengen chinesischer Produkte, was den Preisdruck schwer erhöht und die Margen hiesiger Standorte potenziell noch weiter belastet.

Eine grundsätzliche Lösung für solche und andere Herausforderungen scheint sich nicht abzuzeichnen. Immerhin betont Dow, sich nicht vollständig aus Deutschland zu verabschieden, sondern „nur“ zwei Standorte zu schließen. Das lässt immerhin darauf hoffen, dass es irgendwann in (ferner) Zukunft auch wieder Investitionen in neue Projekte geben könnte. Doch scheinen solche Vorstellungen momentan fast wie eine Art Fiebertraum. Das ist auch den Börsianern bewusst, welche die Chemiebranche unverändert zu weiten Teilen meiden.

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08.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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