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Edelmetall Marktbericht vom 25.02.2026: Gold, Silber, Platin und Palladium - Handelspolitik und Lieferkettenrisiken schieben Risikoaufschläge, trotz Dollar-Gegenwind

Politische Schlagzeilen bewegen die Edelmetalle schneller als harte Konjunkturdaten

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 25.02.2026: Gold, Silber, Platin und Palladium - Handelspolitik und Lieferkettenrisiken schieben Risikoaufschläge, trotz Dollar-Gegenwind

 

Zur Wochenmitte präsentiert sich der Edelmetallmarkt freundlich: Gold hält sich stabil und bleibt als Absicherungsbarometer gefragt, während Silber die Bewegung mit spürbar mehr Tempo begleitet. Platin und Palladium ziehen ebenfalls an, getragen von einem Umfeld, das stärker von Politik und Schlagzeilen geprägt ist als von klassischen Angebotsmeldungen. Im Hintergrund wirken drei Kräfte zugleich: die Unsicherheit über den US-Handelskurs, ein zeitweise bremsender US-Dollar und die Frage, wie lange die Fed eine abwartende Haltung beibehält.

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Gold (TVC:GOLD) hat in den vergangenen zwei Handelstagen vor allem als Krisenbarometer funktioniert. Die Unsicherheit über den US-Handelskurs schob Absicherungsflüsse an, nachdem ein juristisches Tauziehen um Zölle neue Fragezeichen in den Markt drückte. In „Risk-off“-Momenten wird Gold weiterhin als Parkposition genutzt – ein Reflex, der in einem Umfeld politischer Risiken zuverlässig anspringt. Gleichzeitig blieb der Devisenmarkt der natürliche Gegenspieler: Ein fester US-Dollar dünnte Anschlusskäufe aus und machte Rallys anfällig für schnelle Gewinnmitnahmen.

Bemerkenswert ist, wie stark der Markt derzeit auf Schlagzeilen reagiert. Sobald die Risikostimmung dreht, werden Positionen im Gold zügig angepasst: erst Absicherung, dann Kasse machen, sobald der Dollar anzieht oder kurzfristige Trader Risiko reduzieren. Dazu kommt die Geldpolitik als stabilisierender, aber auch begrenzender Faktor. Äußerungen aus dem Fed-Umfeld wurden zuletzt als Signal gelesen, dass die Notenbank nicht in Eile ist – was Renditen und Dollar als Gegengewicht zum Goldpreis im Spiel hält. Auf der Nachfrageseite bleibt der Investmentfluss ein Polster: Rücksetzer werden offenbar für Positionsaufbau genutzt, unter anderem gestützt durch ETF-Zuflüsse, die als Vertrauenssignal gelten.

 

Silber: Safe-Haven trifft auf Volatilität – der Hebel bleibt hoch

 

Silber (TVC:SILVER) hat sich seit Wochenbeginn deutlich dynamischer gezeigt als Gold. Der Grund ist die doppelte Rolle des Metalls: Schutzkomponente in Stressphasen und zugleich ein Markt, der bei wechselnder Stimmung schnell „hebelig“ reagiert. Die erneute Verunsicherung rund um die US-Zollpolitik – inklusive juristischer Rückschläge und Debatten über weitere Importabgaben – hat Absicherungsnachfrage erzeugt, während klassische Risikoassets zeitweise wackelten. In diesem Umfeld liefen Edelmetalle insgesamt fester, Silber profitierte sichtbar von Käufen, die nach der jüngsten Volatilität rasch wieder hochgefahren wurden.

 

 

 

Doch auch hier gilt: Die Bewegung ist nicht linear. Ein festerer Dollar und Gewinnmitnahmen drücken auf die Dynamik, sodass Aufwärtsstrecken immer wieder unterbrochen werden. Entscheidend bleibt, dass der Silberpreis aktuell stark von Nachrichtenlagen getrieben ist. Jede neue Wendung bei Zöllen oder bei internationalen Konfliktthemen wird unmittelbar eingepreist. Für Anleger macht das Silber kurzfristig attraktiv, aber auch anspruchsvoll: Das Metall kann in beide Richtungen schnell überreagieren – und damit Chancen, aber ebenso Timing-Risiken bieten.

 

Platin und Palladium: Politischer Newsflow statt Rohstoff-Story

 

Der Platin-Palladium-Komplex hängt in dieser Woche stärker am politischen Newsflow als an klassischen Rohstoffdaten. Die Unruhe rund um die US-Handelspolitik hat den Sicherheitsreflex im Edelmetallblock reaktiviert, wovon Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) zeitweise im Windschatten profitieren. Gleichzeitig bremst der feste Dollar phasenweise – ein Muster, das bei PGMs besonders sichtbar wird, weil die Märkte oft dünner sind und Impulse stärker durchschlagen.

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Werbebanner EMH PM Trade Fundamental werden die Notierungen durch zwei Themen unterfüttert. Erstens schwelt der Konflikt um russische Palladiumströme in die USA: Die vorläufige US-Unterstützung für Anti-Dumping-Zölle erhöht die Unsicherheit über Handelsrouten und Verfügbarkeit – ein Rückenwind für Risikoaufschläge im Palladium. Zweitens sendet die Produzentenseite ein klares Signal: Hohe Preise bedeuten nicht automatisch rasch mehr Metall. Große Förderer betonen zwar die Volatilität, aber auch, dass extrem niedrige Preisniveaus die Investitionsbasis zerstören würden. Das stärkt die Erzählung einer strukturell engeren Angebotslage – ein Argument, das in nervösen Phasen schnell an Zugkraft gewinnt.

 

Technische Lage: Trendstärke bei Gold und Silber, PGMs uneinheitlich

 

Aus technischer Sicht bleibt das Bild bei Gold konstruktiv. Der Kurs liegt über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, der 50er verläuft über dem 200er – ein klassisches Trendmerkmal. Der ADX steht bei 38,1 Punkten und signalisiert klare Trendstärke. Rücksetzer treffen damit tendenziell auf Nachfrage, solange das Umfeld nicht kippt.

Bei Silber ist die technische Ausgangslage ähnlich: ebenfalls über 50- und 200-Tage-Linie, ebenfalls ein „bullishes“ Verhältnis der Durchschnitte zueinander. Mit einem ADX von 38,1 Punkten zeigt auch Silber eine ausgeprägte Trendstärke – was die jüngste Dynamik plausibel erklärt, zugleich aber das Risiko schneller Gegenbewegungen erhöht.

Platin wirkt technischer betrachtet weniger eindeutig. Zwar liegt der Kurs über 50 und 200 Tagen und der 50er über dem 200er, doch der ADX von 20,7 Punkten signalisiert nur einen moderaten Trend. Das passt zu einem Markt, der neue Impulse braucht, um eine Richtung zu erzwingen.

Palladium zeigt ebenfalls ein positives Durchschnittsbild, aber eine schwache Trendqualität. Mit 14,8 ADX-Punkten dominiert eher eine seitwärts gerichtete Phase. Das macht Palladium anfällig für sprunghafte Moves durch Nachrichten – ohne dass daraus automatisch ein stabiler Trend entsteht.

 

Ausblick: Donnerstag als Stresstest für Dollar, Renditen und Risikoprämien

 

Kurzfristig dürfte der Donnerstag, 26. Februar 2026, zum Taktgeber werden. Auf der US-Konjunkturseite können Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Trimmed-Mean-PCE-Veröffentlichung über Dollar und Renditen direkt auf Gold und Silber durchschlagen. Zusätzlich können mögliche US-Iran-Gespräche die geopolitische Risikoprämie in den Edelmetallen rasch verschieben. Für Platin und Palladium bleibt entscheidend, ob der politische Druck auf Handelsrouten und Lieferketten zunimmt – oder ob der Markt wieder in ruhigere Fahrwasser dreht.

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25.02.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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