Kann Nordex die Delle beim Auftragseingang ausgleichen?
Nordex glänzt mit einer starken Gewinnprognose - Auftragseingang ist jedoch eine rote Flagge
Trotz Einbruch beim Auftragseingang bleibt die Börse optimistisch für Nordex. Die starke Kursreaktion nach den Zahlen sollte jedoch nicht überbewertet werden, da einige Anleger sich schlicht und einfach falsch im Vorfeld positioniert hatten.
Die Börse hatte sich für eine Enttäuschung bei Nordex (DE000A0D6554) positioniert. Angesichts der jüngsten Warnung vom 14. April, dass man im 1. Quartal im Projektgeschäft nur einen Auftragseingang von 1,87 MW gegenüber 2,18 MW im Vorjahresquartal hereinbekommen konnte, ist das wenig überraschend. Auf den ersten Blick ist die geringere Nachfrage höheren Preisen zuzuordnen. Doch der Vorstand hat deutlich signalisiert, dass man die Preise nicht erhöht hat, sondern der Preisanstieg um 5 % im Jahresvergleich aus einem anderen Mix der Absatzregionen und Projektgrössen resultiert.
Entscheidend für die Börse war vor allem die Jahresprognose. Man hatte sich auf einen Jahresumsatz von 8,7 Mrd. Euro eingestellt, was einem Wachstum im Jahresvergleich von knapp 15 % entsprechen würde. Das verfehlte Nordex nur knapp mit einer prognostizierten Spanne von 8,2 bis 9,0 Mrd. Euro Jahresumsatz. Nimmt man die Mitte, was die faire Herangehensweise ist, geht das Unternehmen von etwa 8,6 Mrd. Euro aus. Sehr erfreulich war die Prognosespanne für das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände). Hier geht man von einer Marge von 8,0 bis 11,0 % aus, also im Mittel von 9,5 % gegenüber 8,4 % im Vorjahr und 8,2 % im 1. Quartal. Oder anders gesagt:
Auftragseingang ist eine rote Flagge
Nordex will 2026 kräftig Gewinn machen. Denn der Umsatz wird zweistellig höher gesehen, während gleichzeitig auch die Profitabilität steigen soll. Gehen wir von einem Best-Case-Szenario aus, könnte das EBITDA fast 1 Mrd. Euro erreichen. Das ist sehr unwahrscheinlich, aber aktuell die neue Obergrenze der Erwartungen. Zum Vergleich das Worst-Case-Szenario: Ein EBITDA von 656 Mio. Euro. Der Zugewinn beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen geht selbstverständlich nicht 1 zu 1 in das Ergebnis nach Steuern. So plant Nordex beispielsweise mit einem Investitionsbudget von rund 200 Mio. Euro für 2026. Das würde einem deutlichen Anstieg um 18 % bzw. 31 Mio. Euro entsprechen.
Was die Börse aber zunächst einmal im 2. Quartal sehen will, ist neues Wachstum beim Auftragseingang. Das Dienstleistungsgeschäft ist unproblematisch. Hier ergab sich ein Wachstum des Auftragseingangs um satte 74 % auf 683 Mio. Euro. Wie erwartet gewinnen die Dienstleistungen damit über die Zeit immer mehr an Bedeutung, je mehr abgeschlossene Projekte man mit After-Sales-Services bedient. Die Aktie kann jedoch die steile Rallye in diesem Jahr nur fortsetzen, wenn auch das Projektgeschäft in Zukunft weiterwächst. Und der Einbruch des Auftragseingangs im 1. Quartal um -10 % ist ein echter Makel. Kann Nordex diese Delle im 2. Quartal ausbügeln, wächst darüber jedoch schnell Gras.
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28.04.2026 - Mikey Fritz

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