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China stellt sich bei der von Meta angestrebten Übernahme von Manus quer

Sorgen vor einem Technologieabfluss fahren Meta in die Parade

NTG24 - China stellt sich bei der von Meta angestrebten Übernahme von Manus quer

 

Im Rennen um immer bessere KI-Systeme werden die USA noch als führend angesehen. Sorgen um einen Technologieabfluss gibt es daher für gewöhnlich in westlichen Gefilden. Doch chinesische Startups sorgten bereits das eine oder andere Mal für Aufsehen. Unvergessen ist etwa Deepseek, welches mit einem erstaunlich schlanken KI-Modell vor einigen Jahren für ein kleines Beben sorgte, dessen Ausläufer auch an der Börse zu spüren waren.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDas Potenzial chinesischer KI-Entwicklungen haben westliche Tech-Konzerne freilich längst erkannt. Meta (US30303M1027) übernahm bereits im Dezember den Anbieter Beijing Butterfly-Effect Technology, welcher seinen Hauptsitz im Vorfeld nach Singapur verlegte. Auf diesem Wege sollte der Zugang zu ausländischem Kapital sichergestellt werden. Die Regierung in Peking wollte das aber nicht so einfach mit sich machen lassen. Ende März wurden die Gründer Xiao Hong und Ji Yichao während einer Reise nach China an der Ausreise gehindert, wie die „Financial Times“ berichtete.

 

 

 

Vorgeworfen wird ihnen, gegen Vorschriften für ausländische Direktinvestitionen verstoßen zu haben. Wenige Wochen später kündigte nun die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission an, die zwei Milliarden US-Dollar schwere Übernahme durch Meta rückgängig zu machen. Gründe dafür wurden nicht genannt. Unter Experten gilt es aber als weitgehend sicher, dass China den Abfluss eigener Technologie ins Ausland zu verhindern versucht.

 

Meta muss sich wohl umorientieren

 

Wie die Rückabwicklung über die Bühne gebracht werden soll, dazu ging man bisher nicht weiter ins Detail. Medienberichten zufolge hat Meta bereits einige Investoren ausgezahlt. Zudem hat wohl bereits ein Austausch von Mitarbeitern stattgefunden. Interesse hat die Facebook-Mutter am KI-Agenten Manus, dessen Fähigkeiten über einen gewöhnlichen Chatbot weit hinausgehen.

Das chinesische System orchestriert ein ganzes Geschwader von KI-Agenten, um dem Nutzer ein fertiges Ergebnis zu präsentieren. Meta hätte dies wohl vor allem nutzen könnten, um die KI-Funktionen bei Plattformen wie WhatsApp und Instagram auszubauen. Überlegungen gab es Gerüchten zufolge etwa dahingehen, bei Werbeeinblendungen direkte Käufe zu ermöglichen, ohne dass Nutzer erst den Umweg über eine zusätzliche Webseite nehmen müssten. Auch das Buchen von Reisen wäre wohl möglich gewesen.

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Im Kern sollte Manus maßgeblich dazu beitragen, dass die Nutzer von Meta sich etwas vom passiven Scrollen entfernen und per KI-Unterstützung aktiver werden. Das wäre vor allem für die Werbekundschaft von Interesse. Ganz vom Tisch ist eine solche Zukunft freilich nicht. Auf Manus wird sich Meta aber nicht verlassen können, während die eigenen KI-Modelle zuletzt kaum noch für Aufsehen sorgen konnten. Google Gemini, Claude von Anthropic und andere scheinen Meta derzeit ein gutes Stück voraus zu sein.

 

Meta muss noch liefern

 

Der Beschluss aus China hat eine nicht zu unterschätzende Sprengkraft, stellt er doch auch andere Investitionen aus dem Ausland in Frage. Für Meta aber steht die Technologie klar im Vordergrund. Der Konzern steckt etliche Milliarden in das Thema KI, kann bisher aber nur eher wenig vorzeigen. Das führte auch an der Börse schon zeitweise für einige Zweifel daran, ob die KI-Strategie sich auf lange Sicht auszahlen wird.

Trotz des neuerlichen Rückschlags gerieten die Anteilseigner am Montag noch nicht in Panik und die Meta-Aktie konnte sogar leicht um 0,5 Prozent auf 678,62 Dollar zulegen. Doch von einstigen Kursrekorden bleibt man damit weit entfernt. Um solche wieder erreichen zu können, braucht Meta den einen oder anderen technologischen Durchbruch, der den Anteilseignern auch Hoffnung auf steigende Umsätze machen kann. Dass Manus nun zunächst aus der Rechnung wegfällt, sorgt freilich nicht für freundlichere Aussichten. Eigentlich wollte der Konzern genau damit unter Beweis stellen, im KI-Rennen an der Speerspitze vertreten zu sein und nicht nur aktuellen Entwicklungen hineterherzulaufen.

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28.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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