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Erdgas könnte überraschen

Erdgas bastelt weiter an seinem großen Boden

 

Erdgas hat in den vergangenen Monaten einen ziemlich symmetrischen Boden gebildet, der darauf hindeutet, dass der Erdgaspreis bei 0,1414 Dollar einen längerfristigen Boden gebildet hat. Sollte sich die Musterhypothese eines S-K-S-Bodens bestätigen, würde dies signifikante Implikationen für alle energieintensiven Industriebereiche haben.

Der Erdgaspreis kann in der Aufmerksamkeit, welche sein größerer Bruder Erdöl genießt, nur begrenzt mithalten. Kommt etwa eine Prise politischer Sprengstoff hinzu wie etwa im Falle der russisch-deutschen Erdgasleitung Nordstream 2, erscheint Erdgas im öffentlichen Diskurs. Auch in der Diskussion über die Frage, welche Energiequellen in die ,,grüne Zukunft‘‘ führen, hat Erdgas eine Funktion.

Im vergangenen Jahr brach mit dem Corona-Lockdown auch die Wirtschaftstätigkeit und damit der Energieverbrauch weltweit ein. Im Zuge dessen fiel der Preis für Erdgas, wie in Chart 1 zu sehen, am 25.06.2021 auf ein Allzeittief von 0,1414 US-Dollar. Bereits zuvor aber war der Preis für US-Öl am 20.04.2020 auf 1 US-Cent gefallen und für ausgewählte WTI-Sorten sogar negativ und hatte auch hier das Erdgas aus dem Lichtkegel der globalen Aufmerksamkeit verdrängt.

Gleichwohl lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung des Erdgaspreises. Denn wie Chart 1 verdeutlicht, hat dieser seit Anfang 2019 einen ausgedehnten Boden in Form einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet.

Dass die rechte Schulter höher und nicht tiefer als die linke Schulter liegt, könnte ein zusätzlicher Hinweis darauf sein, dass sich unter der Oberfläche eines Abwärtstrends so einiges an charttechnischer Sprengkraft aufgestaut haben könnte.

Der Erdgaspreis läuft nun bei der Ausbildung der rechten Schulter seit Oktober 2020 seitwärts, hat dabei einen kleineren Doppelboden ausgebildet und steht nun wieder an seiner Ausbruchslinie auf Wochencandle-Basis (rote Horizontale).

 

 

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Werbebanner Trading SeminarEin Blick auf die Entwicklung seit dem Absturz des Erdgas-Preises in der Finanzkrise 2008/2009 zeigt zudem, dass der ohnehin nur flache Abwärtskanal, welcher auf seiner Unterseite von den jeweiligen Zyklus-Tiefs und nach oben von seinen Zyklushochs begrenzt wird, nach oben drückt. Dies verdeutlichen die immer flacheren Trendlinien zwischen den jeweils letzten beiden Tiefs und der letzten beiden Hochs.

 

 

Kombiniert man nun die Aussagen von Chart 1 und 2, ergibt sich eine signifikante Wahrscheinlichkeit dafür, dass es beim Ausbruch über die Nackenlinie der umgekehrten S-K-S-Formation nicht nur zu einem neuen Anstieg in Richtung rote obere Trendlinie kommt, sondern zu einem Ausbruch deutlich darüber hinaus. Dies schließt zwischenzeitliche Rücksetzer genauso wenig aus, wie es in den letzten Jahren signifikante Erholungen im Abwärtstrend gab. Allerdings ist der Unterschied zwischen beiden ein Trendwechsel.

 

Und was ist das Fazit?

 

Der Erdgaspreis bildet seit Anfang 2019 einen ausgedehnten Boden in S-K-S-Form, welche auskonsolidiert ist. Damit steigen die Chancen auf eine Trendumkehr. Sollte sich ein Wechsel von tieferen zu höheren Tiefs und Hochs bestätigen, hätte dies weitreichende Auswirkungen auf das Sentiment wie auch die Preisperspektive.

 

10.06.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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