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Noch keine Partystimmung bei ExxonMobil, auch ConocoPhillips bleibt am Boden, Chevron meldet Erfolg in Angola und TotalEnergies setzt auf Erneuerbare Energien

Der Umsturz in Venezuela bringt vor allem viele Fragezeichen mit sich

NTG24 - Noch keine Partystimmung bei ExxonMobil, auch ConocoPhillips bleibt am Boden, Chevron meldet Erfolg in Angola und TotalEnergies setzt auf Erneuerbare Energien

 

Statt sich mit langatmiger Diplomatie aufzuhalten, hat Donald Trump in Venezuela Tatsachen geschaffen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde Präsident Maduro, dessen Regierung von den meisten Staaten nicht anerkannt wurde, nach New York verschifft, wo ihm ab heute wohl der Prozess gemacht werden soll. Dabei muss man den Amerikanern lassen, dass die Aktion sauber und offenbar ohne größere Opfer durchgezogen wurde. Ein Verstoß gegen das Völkerrecht stellt das Ganze dennoch dar.

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US-Präsident Trump versucht, die Gemüter vor allem mit Geschenken zu besänftigen. Insbesondere der heimischen Ölindustrie werden neue Chancen in Aussicht gestellt, was sich erst einmal nach einer dankbaren Gelegenheit für ExxonMobil (US30231G1022) anhört. Doch ganz so einfach, wie Trump sich das Ganze vielleicht vorstellen mag, dürfte es wohl nicht werden, die Ölförderungen nach jahrelanger Misswirtschaft wieder anzukurbeln.

 

 

 

Nötig wären dafür wahrscheinlich milliardenschwere Investitionen in einem Land, das ExxonMobil und andere in der Vergangenheit bereits enteignete und all das unter noch unzähligen Fragezeichen über die rechtliche Ausgangslage und die Sicherheit vor Ort. Außerdem dürfte es nach Ansicht von Experten Jahre dauern, um die Ölproduktion vor Ort wieder auf das Niveau aus vergangenen Zeiten anzuheben.

 

Kurssprung bei ConocoPhillips

 

In einer ähnlichen Situation befindet sich ConocoPhillips (US20825C1045). Auch dort wurden im Jahr 2000 etliche Vermögenswerte von Venezuela in Beschlag genommen und ob nun freudig neue Investitionen getätigt werden, scheint noch offen zu sein. Die Börsianer gaben sich zunächst vorsichtig, als die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodriguez sich zunächst unbeugsam gab. In den hiesigen Nachtstunden kündigte sie jedoch an, gemeinsam mit den USA an einer „Agenda der Kooperation“ arbeiten zu wollen.

Genau das scheint die Börsen beflügelt zu haben. Im außerbörslichen Handel sprang die ConocoPhillips-Aktie um 7,8 Prozent bis auf 104,25 US-Dollar an. Sollten die Kursgewinne sich auch im regulären Handel materialisieren, würde der Titel den höchsten Stand seit Oktober erreichen. Grundsätzlich scheinen die Märkte also neues Potenzial in Venezuela zu erkennen. Skeptiker waren allerdings davor, dass nach der Entführung von Maduro durchaus noch Chaos entstehen könnte, welches schnellen Investitionen im Weg stehen könnte. Ganz davon abgesehen würde ein Hochlaufen der Ölproduktion in Zeiten ohnehin geringer Ölpreise nicht eben die Margen steigern.

 

Chevron im Glück

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Aktie von Chevron (US1667641005) wurde nachbörslich ebenfalls mit dicken grünen Vorzeichen bedacht. Um knapp neun Prozent steigerte sich der Wert des Titels über Nacht, was zusätzlich durch gute Neuigkeiten aus Afrika angetrieben wird. Dort startete der US-Ölkonzern zum neuen Jahr die Förderung vor Angola auf der Plattform „South N’dola“. Im Vollbetrieb sollen bis zu 33.000 Barrel Öläquivalent pro Tag produziert werden.

Venezuela ist für Chevron indes von besonderem Interesse. Denn der US-Konzern verfügt bereits über Lizenzen für eine Förderung von etwa 150.000 Barrel pro Tag und könnte damit als Erstes von einer Wiederbelebung der Ölproduktion profitieren. Doch stellt sich auch hier die Frage, wie lange die notwendigen politischen Reformen und die Sanierung der maroden Infrastruktur in Anspruch nehmen mögen. Ganz so schnell wie die Ergreifung von Maduro wird es wohl nicht über die Bühen gebracht werden können.

 

TotalEnergies punktet mit Solarstrom

 

Während bei den US-Ölkonzernen eine neue Ära der Ölproduktion anzubrechen scheint, meldet das französische TotalEnergies (FR0000120271) Erfolge mit erneuerbaren Energien. Das Unternehmen konnte einen Vertrag mit der Google-Mutter Alphabet über die Lieferung von Strom aus einer Solaranlage in Malaysia abschließen. Insgesamt soll sich das Volumen auf bis zu 1 Terawatt über einen Zeitraum von 21 Jahren belaufen. Der Bau der entsprechenden Anlagen soll Anfang 2027 begonnen werden.

Das sorgt an der Börse momentan für weniger Aufsehen als die Situation in Venezuela. Allerdings ist der Auftrag für TotalEnergies sehr viel weniger von Unsicherheit und möglichen Problemen behaftet. Die Investitionen dürften überschaubar ausfallen und ein zahlungskräftiger Abnehmer steht schon bereit. Nüchtern betrachtet handelt es sich daher um einen weniger spektakulären, aber sehr viel bodenständigeren Deal als die vagen Investitionsaussichten von US-Konzernen in Venezuela.

 

Wie geht es weiter?

 

Die ganze Welt blickt dieser Tage auf Venezuela und fragt sich, wie es dort weitergehen könnte. Im vielleicht besten Fall für die US-Ölkonzerne und deren Anleger beugt sich das Land dem Willen der USA und macht den Weg frei für Investitionen. Bedenklich daran wäre vielleicht, dass die USA das Recht des Stärkeren nutzen und die regelbasierte Ordnung offen infrage stellen. An den voraussichtlichen satten Renditen würde das aber wenig ändern. Ebenfalls möglich sind aber zahlreiche andere Szenarien, von denen nicht wenige ins Chaos münden könnten.

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05.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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