Amazon zahlt Logistik-Mitarbeitern in Deutschland künftig mehr, doch die Gewerkschaft Verdi ist damit noch immer nicht zufrieden
Die Anleger von Amazon hoffen auf Wachstumsimpulse
Schon seit etlichen Jahren liegen Amazon und die Gewerkschaft Verdi über Kreuz aufgrund der Ausgestaltung der Löhne für Logistikmitarbeiter. Nun kündigte der Online-Gigant eine Lohnerhöhung auf breiter Front an. Die Kernforderung von Verdi wird damit jedoch noch immer nicht erfüllt.
Freuen können sich ungelernte Kräfte von Amazon (US0231351067) an mehr als 100 Standorten zunächst um Löhne, die um rund drei bis vier Prozent steigen. 18,87 Euro pro Stunde soll es in Zukunft im Netzwerkdurchschnitt bei einer Betriebszugehörigkeit von mindestens zwei Jahren geben. Das sind 4,1 Prozent mehr als bisher. Wer neu einsteigt, bekommt in Zukunft 16,66 Euro pro Stunde und damit 3,1 Prozent mehr als bisher.
Damit dürfte Verdi erst einmal kein Problem haben. Die Gewerkschaft pocht jedoch weiterhin darauf, Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels umzusetzen. Dagegen wehrt sich Amazon beharrlich und ließ sich in der Vergangenheit auch von Streiks nicht aus der Ruhe bringen. Zum Vorteil gereicht dem Konzern, dass nur ein kleiner Teil der Angestellten auch gewerkschaftlich organisiert ist. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Schätzungen belaufen sich auf 15 bis 35 Prozent.
An der Börse macht sich derweil wieder mehr Zuversicht breit. Das hat zwar auch viel mit Cloud und KI zu tun. Doch steigende Löhne sind auch ein Anzeichen dafür, dass Amazon im E-Commerce wieder zu Wachstumskurs zurückfinden könnte. Es ist ein Stück weit ein Kontrast zu immer neuen Spar- und Effizienzmaßnahmen, wie sie hierzulande bei etlichen anderen Unternehmen zu beobachten sind.
Amazon strebt aufwärts
Die Amazon-Aktie konnte gestern 1,1 Prozent höher mit 249,99 US-Dollar aus dem Handel gehen. Verglichen mit den Zwischentiefs aus dem Frühjahr ging es bereits um rund 25 Prozent aufwärts. Hohe Ausgaben im KI-Segment bleiben zwar ein Belastungsfaktor. Doch je besser es in anderen Segmenten läuft, desto eher lässt sich dies verkraften.
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21.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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