Ryanair leidet unter dem Irankrieg, SpaceX kann die Bullen nicht mehr überzeugen, Hochspannung bei SAP und Lichtblicke bei BYD
Die Anleger können sich von ihren Sorgen weiterhin nicht befreien
Die Märkte zeigten sich am Montag einigermaßen stabil, doch von einer breiten Erholung war leider noch nichts zu sehen. Zu schwer wiegt die Sorge um eine Ausweitung des Irankonflikts mitsamt daraus resultierenden Folgen für Ölpreise, Lieferketten und die globale Konjunktur. Mehr als ein minimales Plus war da beim DAX nicht drin, während die Einzeltitel noch mit ganz eigenen Sorgen zu kämpfen haben.
Recht deutlich machten sich der Krieg in Nahost sowie höhere Ölpreise bei Ryanair (IE00BYTBXV33) bemerkbar. Das Unternehmen meldete für das zurückliegende Geschäftsquartal einen herben Gewinneinbruch. Nach Steuern blieben 538 Millionen Euro und damit 34 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Die ohnehin schon vorsichtigen Erwartungen der Analysten wurden noch unterboten.
Ryanair macht für das schwache Abschneiden in der Hauptsache die Ölpreise verantwortlich und will für das Gesamtjahr keine Prognose abgeben. Zwar hat die Airline nach eigenen Angaben 80 Prozent ihres Bedarfs bis März zu einem Preis von 67 US-Dollar je Barrel abgesichert. Bei den verbleibenden 20 Prozent sind die Preise jedoch ungesichert. Daraus ergibt sich ein klarer Risikofaktor. Die Aktionäre zeigten sich negativ überrascht; die Ryanair-Aktie gab gestern um 5,9 Prozent auf 58,91 Dollar nach.
SpaceX findet keinen Halt
Bessere Neuigkeiten gab es für SpaceX (US84615Q1031). Medienberichten zufolge finden derzeit Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium über eine Bereitstellung von Rechenkapazitäten statt. Das Volumen eines dazugehörigen Auftrags könnte wohl im Milliardenbereich liegen. Allerdings ließen Insider auch wissen, dass die Verhandlungen wohl noch scheitern könnten. SpaceX selbst gab dazu bislang keinen Kommentar ab und wird dies vor einem Abschluss der Gespräche vermutlich auch nicht tun.
Die eher vagen Gerüchte reichten nicht aus, um die Korrektur bei der SpaceX-Aktie endlich aufhalten zu können. Stattdessen ging es für das Papier um weitere 3,3 Prozent auf nur noch 119,85 Dollar abwärts. Auf Schlusskursbasis entspricht das einem neuen Allzeit-Tief, wenngleich das nach nur wenigen Wochen an der Börse nur eine untergeordnete Rolle spielt. Enttäuschend bleibt für die Anteilseigner weiterhin, dass der Kurs deutlich unter den Ausgabepreis von 135 Dollar gefallen ist.
Kann SAP liefern?
Auch die Aktie von SAP (DE0007164600) ging gestern schwach aus dem Handel. Ein Schlusskurs von 138,26 Euro lag nur knapp über dem 52-Wochen-Tief, welches bei 130,62 Euro vorzufinden ist. Immerhin gab es aber keinen neuerlichen Kurssturz zu sehen, während die Anleger mit Spannung auf die nächsten Quartalszahlen warten. Am Donnerstag nach Börsenschluss dürfte es so weit sein. Dann werden die Blicke sich vermutlich vor allem auf eine ganz bestimmte Kennzahl richten.
Zuletzt sind die Zweifel daran, ob SAP vom KI-Boom profitieren kann, immer größer geworden. Um den Anlegern ihre Sorgen etwas zu nehmen, wäre vor allem ein starkes Wachstum im Cloud-Segment gefragt. Denn das wäre mehr oder minder die Grundlage dafür, dass die Kundschaft in Zukunft vermehrt KI-Funktionen des deutschen Software-Hauses integriert. Vor den Zahlen halten sich sowohl Bullen als auch Bären bedeckt. Bewusst ist aber wohl beiden Seiten, dass die nächsten Signale nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Comeback bei BYD in Sicht?
Die Aktionäre von BYD (CNE100000296) werden schon seit einer ganzen Weile von Zweifeln geplagt. Zwar hat sich an den ambitionierten Expansionsplänen auf dem internationalen Markt nichts geändert. Dummerweise bricht dem Autobauer aber ein Stück weit der Heimatmarkt weg, was sich durch höhere Absatzzahlen in Europa und anderswo nicht einfach ausgleichen lässt. Doch zuletzt gab es aus dem Reich der Mitte einen Hoffnungsschimmer.
China hat es sich zum Ziel gemacht, den Anteil an NEVs bis zum Jahr 2030 auf etwa 30 Prozent zu erhöhen. Gemeint sind damit sowohl reine Elektroautos als auch Hybridfahrzeuge. Aktuell liegt der Bestand bei sehr viel übersichtlicheren zwölf Prozent. Beobachter sind sich sicher, dass China seine Ziele ohne neue Förderungen nicht erreichen kann. Daher spekulieren die Märkte schon auf ein kleines bis mittelschweres Comeback und die BYD-Aktie konnte auf Wochensicht um immerhin 7,4 Prozent zulegen. Zum Start der neuen Woche konnte hierzulande ein Kurs oberhalb der magischen 10-Euro-Linie gefestigt werden.
Große Unsicherheit
Durch nahezu alle Sektoren zieht sich momentan eine große Gemeinsamkeit: die Unsicherheit. Die Berichtssaison bringt viele Anleger ohnehin schon ins Zweifeln und dazu kommen nun auch noch immer größere Unwägbarkeiten aus der Geopolitik. Gleichzeitig werden im KI-Segment immer höhere Ausgaben angezweifelt und neue Chips aus China fordern westliche Tech-Giganten heraus. Daras ergibt sich eine hochdynamische Ausgangslage, bei der es jederzeit zu enormen Schwankungen kommen könnte.
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21.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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