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Plug Power mit neuem Auftrag, BYD erhält Unterstützung aus Peking, Varta überrascht die Skeptiker und Bayer kann die Anleger nicht überzeugen

Damit dürften viele nicht gerechnet haben

NTG24 - Plug Power mit neuem Auftrag, BYD erhält Unterstützung aus Peking, Varta überrascht die Skeptiker und Bayer kann die Anleger nicht überzeugen

 

Es kommt an den Börsen immer wieder mal vor, dass Unternehmen zwar erwartete Meldungen vorweisen, die Anleger darauf aber ganz anders reagieren, als es die meisten erwartet hätten. Überraschungen ergeben sich bei solchen Gelegenheit in beide Richtungen und es zeigt sich auch dieser Tage wieder einmal, dass die Märkte nie völlig vorhersehbar sind.

Die Bären erlebten zuletzt bei Varta (DE000A0TGJ55) ihr blaues Wunder. Nach einer Gewinnwarnung ging es hier mit den Kursen zuletzt deutlich abwärts, was soweit nicht weiter verwunderlich ist. Beeindruckend ist aber, wie schnell die Bullen das wieder aufholen konnten. Nach weiteren Zugewinnen von 4,47 Prozent am Donnerstag stieg der Titel wieder bis auf 80,80 Euro an und liegt damit auf einem höheren Niveau als vor der Gewinnwarnung.

Überrascht dürfte davon auch die Berenberg Bank sein, welche kürzlich noch ihr Kursziel von 95 auf 75 Euro reduzierte und sich skeptisch mit Blick auf die Höhe der durchgeführten Prognoseanpassung zeigte. Ganz offensichtlich sind die Aktionäre hier optimistischer mit Blick in die Zukunft. Ob das auch berechtigt ist, steht aber freilich nochmal auf einem anderen Blatt.

 

Wer hätte das gedacht?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeManche Überraschung gibt es derzeit auch bei BYD (CNE100000296) zu sehen. Noch zu Jahresbeginn geriet der chinesische Autobauer sichtlich unter Druck, nachdem im Reich der Mitte die Subventionen für Elektroautos ordentlich zusammengestaucht wurden. Mittlerweile scheint man in Peking aber wieder in die andere Richtung zu denken. Zumindest schreibt „Euro am Sonntag“ darüber, dass aufgrund der schwachen Konjunktur derzeit der Kauf von Elektrofahrzeugen in China schwer gefördert werden soll.

Unter anderem wird die Kfz-Steuer noch bis ins Jahr 2023 hinein vollständig ausgesetzt und lokale Behörden fördern den Kauf von E-Autos mit umgerechnet bis zu 3.300 Euro. Die Ratingagentur Fitch sieht darin starke Anreize für die potenziellen Käufer und rechnet mit steigenden Verkaufszahlen auch bei BYD. Der Aktie des Unternehmens schadet das nicht. Der Aufwärtstrend setzte sich am Donnerstag mit einem Kursplus von 2,22 Prozent fort.

 

Da ist das Ding

 

Mehr oder weniger aus dem Nichts kam bei Plug Power (US72919P2020) derweil gestern eine Meldung über einen neuen Großauftrag. Zusammen mit New Fortress Energy soll laut „Der Aktionär“ eine Elektrolyseanlage entstehen, welche bei Fertigstellung über eine Kapazität von 120 Megawatt verfügt. Damit sollen dann pro Tag 50 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden, womit es sich um eine der größten Anlagen dieser Art überhaupt handeln würde.

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Finanzielle Details wurden zwar nicht genannt, dennoch zeigten die Aktionäre sich begeistert von den wohlklingenden Neuigkeiten. Damit im Rücken konnte Plug Power den jüngsten Aufwärtstrend in einem recht beeindruckenden Tempo fortsetzen. Um 4,25 Prozent ging es gestern in die Höhe, per Handelsschluss standen 23,16 Euro auf der Anzeigetafel. Charttechnisch fehlt jetzt nicht mehr viel, um den Käufern den endgültigen Durchbruch zu ermöglichen. Bleibt also eigentlich nur zu hoffen, dass es in den nächsten Tagen weitere angenehme Neuigkeiten oder zumindest keine Hiobsbotschaften zu hören geben wird.

 

Das reicht den Anlegern nicht

 

Bayer (DE000BAY0017) reihte sich kürzlich in eine lange Liste von Unternehmen ein, welche im zweiten Quartal mit besser als erwarteten Zahlen glänzen konnten. Dadurch gestärkt erhöhte der Konzern dann auch die Prognose für das Gesamtjahr. Statt 47 Milliarden Euro wird nun ein Umsatz von 50 bis 51 Milliarden Euro erwartet. Beim Ebitda werden 13 Milliarden statt 12 Milliarden Euro für 2022 in Aussicht gestellt. Aus Anlegersicht klingt das erst einmal wunderbar.

Dennoch überraschte die Bayer-Aktie mit recht deutlichen Abschlägen von 2,52 Prozent im Handel am Donnerstag, wodurch der Kurs auf 57,28 Euro abrutschte. Unbedingt damit zu rechnen war wohl eher nicht. Auf Analystenseite scheint der Grund für die roten Vorzeichen aber schon ausgemacht zu sein. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Anleger trotz insgesamt guter Zahlen daran stören, dass Bayer im zweiten Quartal noch immer Verluste eingefahren hat. Der fiel zwar sehr viel geringer aus als noch ein Jahr zuvor, was aber für manch einen nur ein schwacher Trost zu sein scheint.

 

Erwarte das Unerwartete

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistAuch in Zukunft werden Anleger sich nicht darauf verlassen können, dass an der Börse alles nach Plan verläuft. Tatsächlich war die Unsicherheit selten größer als jetzt, was Überraschungen geradezu provoziert. Das bedeutet nicht, dass die Märkte nun zum reinen Glücksspiel verkommen würden. Mehr denn je ist es aber wichtig, das eigene Depot möglichst breit aufzustellen, um sich vor der einen oder anderen unerwarteten Wendung zu schützen. Wer das Unerwartete erwartet, gerät an der Börse so schnell nicht aus der Ruhe.

 

05.08.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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  • - 07.08.2022 16:30:58 Uhr


 

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