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SK Hynix fängt sich wieder, Micron bleibt letztlich im Rallyemodus, auch Intel verdaut Gewinnmitnahmen und AMD bekommt Lob von Analysten

Ganz ohne Nervosität verläuft die Chip-Rallye nicht

NTG24 - SK Hynix fängt sich wieder, Micron bleibt letztlich im Rallyemodus, auch Intel verdaut Gewinnmitnahmen und AMD bekommt Lob von Analysten

 

Die Rallye im Halbleitersegment kannte zuletzt überhaupt kein Halten mehr. Weder Inflationsängste noch teils gestörte Lieferketten schienen die Bullen aus der Ruhe bringen zu können. Gestärkt durch schon fast unverschämt gute Quartalszahlen aus dem Segment ging es allerorten munter aufwärts. Doch am Dienstag erlebten die Anteilseigner von Micron, Intel und Co. den ersten Schreckmoment.

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Vielleicht handelte es sich schlicht um Gewinnmitnahmen, mit denen nach einer beispiellosen Rallye wohl früher oder später zu rechnen war. Vielleicht hatte aber auch ein Vorschlag von Kim Yong-beom damit zu tun. Der Chef des südkoreanischen Präsidialamts sorgte mit der Idee einer „Bürgerdividende“ für Aufsehen, mit der KI-Gewinne von heimischen Unternehmen wie SK Hynix (KR7000660001) an die Bürger umverteilt werden sollten. Darauf folgten bei dem Speicherhersteller zeitweise Kursverluste von rund acht Prozent.

 

 

 

Allerdings stellte Kim später klar, dass er sich nicht über zusätzliche Übergewinnsteuern aussprach, sondern sich lediglich auf ohnehin schon anfallende Steuereinnahmen bezog. Auf die Hersteller würden also keine zusätzlichen Belastungen warten. Dennoch gab es in der Opposition heftige Kritik und manch einer forderte gar den Rücktritt von Kim. Die SK Hynix-Aktie arbeitete derweil am Mittwoch nach dem kurzen Schreck bereits an der Erholung. Bis zum Mittag ging es an der Heimatbörse um 5,1 Prozent auf 1.928.000 Won aufwärts und das Allzeit-Hoch bei 1.967.000 Won ist damit schon wieder in Schlagweite.

 

Micron darf sich auf hohe Margen einstellen

 

Bemerkbar machten sich Gewinnmitnahmen gestern weltweit. Auch die Aktie von Micron (US5951121038) blieb nicht verschont. Allerdings konnten zweistellige Verluste im späteren Handel wieder etwas ausgeglichen werden. Zu Handelsschluss standen 766,58 US-Dollar auf dem Ticker und der Tagesverlust fiel mit 3,6 Prozent noch recht erträglich aus. Nicht wenige nutzten die Korrektur wohl für Nachkäufe, und das auch aus gutem Grund.

Ein Ende der Chipkrise ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Laut dem Analysten Mark Li von Bernstein sind die Preise für DRAM im April um 57 Prozent gegenüber dem Quartalsdurchschnitt gestiegen. Bei NAND ging es sogar um bis zu 70 Prozent aufwärts. Für die nahe Zukunft wird mit weiteren Aufschlägen gerechnet, was die Margen von Micron weiter beflügeln dürfte. Bei einer weiterhin astronomischen Nachfrage scheint die Aktie da zu verlockend zu sein, als dass die Bullen Korrekturen einfach liegen lassen würden.

 

Intel hofft auf die Erlösung

 

Bei Intel (US4581401001) hat der Chip-Boom bereits für eine fundamentale Wende gesorgt. Die Lager des Konzerns werden regelrecht leergekauft. Selbst bereits abgeschriebene Chips fanden im letzten Quartal bereitwillige Abnehmer. Das einzige Sorgenkind ist bisher die Fertigung, wo die Märkte sich aber ebenfalls auf große Neuigkeiten einstellen. Die Gerüchte um einen Produktionsvertrag mit Apple werden konkreter. Medienberichten zufolge soll wohl auch die US-Regierung das Ganze pushen.

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Für die USA wäre eine solche Kooperation eine willkommene Gelegenheit, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Fraglich ist noch, welche Chips genau Intel für Apple fertigen könnte. Die Bank of America rechnet sich aber schon mal ein Volumen von rund zehn Milliarden Dollar aus. Sollte der Vertrag auch Chips für iPhones umfassen, könnte es vielleicht noch mehr sein. Die Aktionäre bleiben optimistisch. Nach Abwertungen von 6,8 Prozent am Dienstag ging es für Intel nachbörslich schon wieder um 2,1 Prozent aufwärts. Es bleibt bei einem Plus von deutlich mehr als 200 Prozent seit Jahresbeginn.

 

Analysten stützen AMD

 

Die Aktie von AMD (US0079031078) überstand die gestrigen Korrekturen nahezu schadlos. Nur kurz küsste der Titel die Marke von 426 Dollar, ehe es bis Handelsschluss auf 448,29 Dollar zurück in die Höhe ging. Damit belief der Tagesverlust sich auf überschaubare 2,3 Prozent und nachbörslich gab es schon wieder grüne Vorzeichen zu bewundern. Verlassen konnte der Intel-Konkurrent sich dabei auf die Analysten, bei denen die Kursziele immer höher wachsen.

Bernstein sieht mittlerweile Potenzial bis hin zu 525 Dollar. Bei KeyBanc werden sogar 530 Dollar als Kursziel ausgelobt. AMD profitiert gleich doppelt vom aktuellen KI-Hype. Der Chiphersteller hat sowohl schwer gefragte KI-Beschleuniger als auch für Rechenzentren wichtige CPUs im Portfolio. Beides dürfte aller Voraussicht nach noch eine ganze Weile ausverkauft bleiben und die Märkte rechnen fest damit, dass mit Rekorden bei den letzten Quartalszahlen noch nicht der Höhepunkt erreicht wurde.

 

Völlig losgelöst

 

Einen kleinen Warnschuss erlebten die Anleger im Chip-Segment am Dienstag schon. Die Nervosität fällt nach enormen Kurssteigerungen hoch aus und wenn es Korrekturen gibt, dann fallen solche zuweilen ebenso scharf aus wie vorherige Kursaufschläge. Doch der generelle Trend bleibt bislang ungebrochen. Solange die Nachfrage unter den Tech-Giganten nicht nachlässt, bleibt der Weg nach oben frei. Denn bis die Kapazitäten mit der Nachfrage mithalten können, werden vermutlich noch viele Monate, wenn nicht Jahre ins Land ziehen.

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13.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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