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NTG24-Tageseinschätzung Gold vom 15.03.2023: Weitere Kursrallye in ausufernder „US-Bankenkrisen-Panik“ nicht ausgeschlossen

US-Produzentpreise im Februar unerwartet stark rückläufig

NTG24 - NTG24-Tageseinschätzung Gold vom 15.03.2023: Weitere Kursrallye in ausufernder „US-Bankenkrisen-Panik“ nicht ausgeschlossen

 

In der offenbar mittlerweile zunehmend ausufernden „Bankenkrisen-Panik“ in den USA und dem hierdurch aktuell erneut um – 1,9 % abstürzenden S&P 500-Aktienindex setzt sich die Rallye in Gold nach zunächst schwacher Handelseröffnung seit 10:30 Uhr weiter fort und wird dabei auch aktuell von den um 13:30 Uhr publizierten, massiv rückläufigen US-Produzentenpreisen im Februar gestützt.

Gold (TVC:GOLD) befestigt sich daraufhin aktuell um 15:15 Uhr deutlich um + 1,1 % auf 1924 USD, nachdem das Tagestief nur bei 1886 USD, das Tageshoch aber bereits auch bei 1930 USD gelegen hatte.

Dieser seit dem Tagestief ab ca. 10:30 Uhr erneut verzeichnete Kurssprung in Gold macht dabei aber unübersehbar deutlich, wie extrem die aktuelle Kursrallye vor allem von dem momentan alles beherrschenden Thema einer möglicherweise künftig noch ausufernden US-Bankenkrise geprägt wird.

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US-Bankenkrise befeuert trügerische „Einbahnstraßen-Rallye“ in Gold

 

Der Hauptanlass für die Panik gegenüber diesen offenbar vor allem auf überzogene Venture Capital- bzw. Private Equity-Finanzierungen vermeintlich „aufstrebender“ IT- und Kryptowährungs-Start Ups zurückzuführenden Banken-Schieflagen bzw. -Zusammenbrüche besteht darin, dass nun bereits unter drei mittelgroßen Banken der USA zwei (Silicon Valley Bank, Signature Bank) wegen akuter Bilanzüberschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit unter die Kontrolle der nationalen Einlagensicherungsbehörde FDIC gestellt wurden und die dritte (First Republic Bank) um auch bereits gewährte Finanzhilfe bei großen Partnerbanken ersuchte.

Wir befürchten, wie eine nun auch offenbar zunehmende Marktteilnehmer-Mehrheit, dass diese bisher bekanntgewordenen populärsten 3 Fälle wohl kaum die letzte Hiobsnachricht aus dem offenbar in „digitalen Zukunfts-Finanzierungen“ in der Vergangenheit scheinbar zunehmend maßlos exponierten US-Bankwesen (gerade bei kleineren Instituten der „zweiten und dritten Reihe“) gewesen sein dürfte.

Jede weitere Schreckensnachricht oder alleine schon Mutmaßung zu dieser Thematik wird Gold und seinen Investoren künftig fraglos auch weiter in die Karten spielen.

Allerdings kann in dieser leicht trügerischen, vermeintlichen aktuellen „Einbahnstraßen-Rallye“ von Gold nun auch immer wieder eine schlagartige und sehr schmerzhafte Korrektur einsetzen, sollten künftige einmal wieder günstigere Nachrichten-Phasen (die es zweifellos in den kommenden Tagen/Wochen auch wieder geben wird) zur vermeintlichen Ausweitung der US-Bankenkrise eintreffen.

Gold-Investoren sollten aufgrund dieser künftigen Nachrichten-Intransparenz zum weiteren Verlauf einer möglichen Ausweitung (oder doch nur Begrenztheit ?) einer möglichen US-Bankenkrise daher nach unserer Empfehlung zumindest mit zu aggressiven Goldkäufen derzeit weiterhin auf der Hut sein.

 

Konjunktur- und Preisdaten heute weiter sehr stützend für Goldpreis

 

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Werbebanner EMH PM TradeNichtsdestoweniger wird Gold aktuell auch dadurch gestützt, dass die um 13:30 Uhr publizierten Produzentenpreise (positiv) und die Einzelhandels-Umsätze wie auch der New York Empire State-Industrieproduktions-Index (jeweils negativ) insgesamt so massiv hinter allen Analysten-Konsensprognosen zurückblieben, dass dies aus unserer Sicht nun doch Vorboten für eine künftig in den USA drohende, tiefgreifende Konjunkturabschwächung (sog. „Hard Landing“) sein könnten.

Zunächst gaben die Anstiegsraten der US-Erzeugerpreise im Februar in der Jahres-Gesamtrate gegenüber dem Januar (nachträglich offiziell herunterrevidiert von + 6,0 % auf + 5,7 %) nun gewaltig auf nur noch + 4,6 % (!) nach, während hier die Analysten noch eine Anstiegsrate von + 5,4 % auf der Rechnung hatten.

Der Kernraten-Anstieg ohne Nahrungsmittel- und Energiekosten belief sich im Februar auch nur noch auf + 4,4 % (für den Januar ebenso von 5,4 % auf 5,0 % herunterrevidiert), während hier im Konsens von einem Anstieg von + 5,2 % ausgegangen wurde.

Völlig korrespondierend mit diesem bereits möglichen Signal einer beginnenden starken Konjunkturabkühlung in den USA entwickelten sich außerdem auch die Einzelhandelsumsätze im Februar rückläufig (- 0,4 % ggü. Januar, erwartet - 0,3 %; im Januar noch + 3,0 % ggü. Dezember) und kollabierte außerdem der New York Empire State Manufacturing-Index regelrecht (- 24,6 gegenüber - 5,8 im Vormonat; Konsensprognose lediglich - 8,0 !).

 

Hoffnungen auf künftige FED-Zinssenkungen jedoch wohl (noch) überzogen

 

Sowohl aus dieser nun scheinbar unübersehbaren Konjunktur- und Preisabkühlungs-Sicht, wie aber leider auch (zumindest in gewissen Teilen) noch „gestört“ durch die nun schlagartig aufgekommenen Bankenprobleme in den USA, teilen wir daher nun doch den jüngst massiv optimistischer gewordenen Ökonomen-Konsens des sog. FED Watch Tools im Grundsatz.

Hiernach wird von uns wie aber auch einem nur noch äußerst knappen Watch Tool-Mehrheits-Konsens von 53 % auf dem kommenden FED-Meeting am 22./23.03. eine Zinserhöhung um weitere + 0,25 % auf einen Korridor von 4,75 – 5,00 % erwartet.

Ob dies dann jedoch, wie derzeit im FED Watch-Tool unterstellt, bereits die letzte Zinserhöhung sein und schon ab Juni sogar wieder die ersten Zinssenkungen eingeleitet werden, bezweifeln wir jedoch weiterhin (vor allem was die künftigen Zinssenkungserwartungen angeht).

Sollte die FED auf ihrem nächsten Meeting daher insbesondere den derzeitigen Zinssenkungs-Hoffnungen der Anleger ab Juni eine Absage erteilen (was wir für mehr oder weniger direkt durch die FED kommuniziert wahrscheinlich halten) könnten daher künftig ebenfalls wieder kräftige Korrekturen vor allem in den zinssensitivsten Edelmetallen Gold und Silber drohen.

 

Gold-Käufe mit moderat-offensiver Dosierung kurzfristig weiterhin angezeigt

 

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Werbebanner ClaudemusEs gibt somit auch in der aktuellen Rallye von Gold hinreichende Gründe, weitere Käufe eher nur „moderat offensiv“ und keinesfalls zu aggressiv zu dosieren. Nach heutiger erneuter Überkauftheits-Durchbrechung des oberen Bollinger-Rands im Tageschart halten wir kurzfristig einen erneuten Rücksetzer in Gold zumindest bis auf sein heutiges Tagestief bei 1885 USD für denkbar, im schlechtesten Fall sogar auch auf die nächst tiefere Horizontal.-Unterstützung bei 1870 USD.

Nach heutiger klarer Überwindung des seit 13.03. etablierten Horizontal-Widerstands von 1915 USD wie auch derzeit der weiteren kritischen Marke von 1920 USD sehen wir als nächstes mögliches Kursziel in Gold die Zone von 1930 USD (= bisheriges heutiges Tageshoch) bis rd. 1940 USD an (= aktuelle obere Bollinger-Ränder auf 15 Minuten-, 30 Minuten- und 5 Stunden-Chartbasis).

 

Chart: Gold mittelfristig

 

Gold auf TradingView

 

15.03.2023 - Matthias Reiner

Unterschrift - Matthias Reiner

 

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