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NTG24-Tagesbericht Gold vom 25.04.2023: Nach klar begünstigenden US-Konjunkturdaten heute weiter erholt

US-Wirtschafts- und Preisabkühlung setzt sich fort

NTG24 - NTG24-Tagesbericht Gold vom 25.04.2023: Nach klar begünstigenden US-Konjunkturdaten heute weiter erholt

 

Am heutigen Tag tendiert Gold bis in den späten Handel hinein freundlich, nachdem die heute Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten weiterhin insgesamt das Bild einer zunehmenden Abschwächung sowohl der allgemeinen Wirtschafts- wie aber auch Preisauftriebs-Dynamik in den USA zeichneten.

Aktuell legt Gold (TVC:GOLD) um 21:50 Uhr gegenüber seinem gestrigen Schlusskurs um + 0,5 % auf 1999 USD zu, wobei heute bislang sogar ein Tageshoch von 2004 USD erreicht wurde.

Das Tagestief hatte in einer weiteren massiven Abgabewelle wieder einmal durch offenkundige Short-Transaktionen von europäischen Investoren dagegen erneut unmittelbar an der Unterstützung des nur noch sehr flachen Aufwärtstrends seit 22.03. bei 1976 USD gelegen.

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Die mittlerweile jedoch im Trend seit dem letzten Freitag-Abend, dem 21.04., nun scheinbar wieder zunehmend einsetzende Erholung von Gold, seit am vorletzten Donnerstag vom fast erreichten Hoch bei 1950 USD aus eine deutliche Korrektur eingeleitet wurde und Gold dabei gerade auch gegenüber Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) massiv ins Hintertreffen geraten war, stufen wir jedoch analytisch zunehmend als überfällig ein, wie wir schon in unseren jüngsten Berichten zu Gold z.B. hier immer stärker betont hatten.

 

Belege weiterer nachlassender US-Konjunktur- und Preisauftriebs-Dynamik

 

Denn schließlich zeichneten auch die heute vorgelegten, diversen US-Konjunkturindikatoren aus den Segmenten des Konsum- und Bauwesens einmal mehr das einhellige Bild, dass sich die US-Wirtschaft derzeit offensichtlich sowohl in einer immer stärkeren Erlahmung der Konjunktur- wie aber auch damit einhergehend der Preisauftriebs-Dynamik befindet.

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Werbebanner EMH PM TradeHierauf reagierte der Mehrheitskonsens der an das sog. FED-Watch Tool angeschlossenen Ökonomen nun auch sofort wieder dahingehend, dass von deren mit einem Anteil von 46 % aktuell größter Gruppe nun eine erste Leitzinssenkung der FED nicht erst zum 01.11., sondern bereits schon eine Zinssitzung zuvor zum 20.09. erwartet wird. Auch mit dieser erneuten Konsensverbesserung dürfte die heutige weitere Erholungstendenz in Gold direkt zusammenhängen.

Gerade nach den heute erneut zunehmend moderat publizierten Konjunktur- und Preisdaten der USA halten wir dieses optimistischere Szenario jedoch auch nun nicht mehr für völlig abwegig, sollten sich diese allgemeinen Wirtschaftsabschwächungssignale der USA künftig auch weiterhin in dieser Dynamik verstetigen (wovon wir in der Tendenz in jedem Fall ausgehen).

 

Die heute insgesamt erneut recht moderat ausgefallenen Konjunktur- und Preisdaten der USA bestanden im Wesentlichen in folgenden:

 

Die einzig größere positive Überraschung stellte die erneute Wochenpublikation des sog. Redbook-Indexes dar, der die Jahresumsatz-Veränderungsraten der größten US-Einzelhändler ausweist und gegenüber dem Vorjahr nun um allerdings immer noch moderate + 1,8 % zulegte. In der Vorwoche hatte dieser Anstieg dagegen nur + 1,1 % gegenüber dem Vorjahr betragen.

Bereits durch diese Datenvorlage um 14:55 Uhr wurde Gold eher gestützt, da selbst diese Publikation des US-weit führenden Massenkonsum-Sektors jedoch gleichzeitig auch immer als ein durchaus aussagefähiger Gradmesser für die gleichzeitig zu unterstellende Luxusgüter-Nachfrage (d.h. hierbei auch nach Goldschmuck) angesehen werden kann.

Anschließend wurden um 15:00 Uhr bzw. 16:00 in den USA zwar für den März ebenso überraschend hohe Verkaufszahlen neu gebauter Häuser präsentiert (683.000 nach 623.000 im Februar), jedoch wurde dieser reine Mengen-Effekt extrem stark dadurch relativiert, dass noch weiter zurückliegend bereits für den Februar gleichzeitig ein massiv nachlassender Preissteigerungsdruck durch den sog. Case Shiller-Hauspreisindex bekanntgegeben wurde.

Dieser Preisindex stieg bereits im Februar um nur noch + 0,4 % gegenüber dem Vorjahr an, nachdem er im Januar noch um + 2,6 % geklettert war, und dürfte sich nach allen zurückliegenden Konjunkturabkühlungssignalen und den Effekten der zurückliegenden Leitzinsanhebungen sicher auch im März weiter zurückgebildet haben.

Auch die weitgehende Bestätigung der bereits vor einer Woche vorläufig kalkulierten Zahlen neuer Baugenehmigungen im März, die grundsätzlich den wichtigsten Vorlauf-Indikator für die gesamte Bauwirtschaft darstellen, erhärtete mit einem schlagartigen Rückgang um – 7,7 % gegenüber dem Februar die sicher bevorstehende Erlahmung auch des gesamten Immobiliensektors in den USA und relativierte so die Aussagefähigkeit o.g. noch sehr starker Neubau-Verkäufe im gleichen Monat.

Und schließlich wurde heute um 16:00 Uhr auch noch der neue monatliche Verbrauchervertrauens-Index mit Kalkulation durch das US-weit führende Wirtschaftssachverständigen-Gremium des sog. Conference Board bekanntgegeben, der sich entgegen der im Konsens erwarteten Behauptung auf dem Vormonatsniveau von 104,0 nun doch recht deutlich auf 101,3 abschwächte. Auch dies verlieh Gold heute weiteren Auftrieb.

 

Publikation neuester PCE-Deflatoren am Donnerstag und Freitag richtungsweisend

 

Weitere Impulse für den heutigen Kursanstieg von Gold gerade ab 19:00 Uhr dürften auch darin gelegen haben, dass zum einen am Donnerstag und am Freitag als letztes entscheidendes Preisdaten-Kriterium vor der kommenden FED-Zinsentscheidung am 03.05. die Publikationen der Konsumausgaben-Preiskomponenten (sog. PCE-Deflatoren) für das gesamte 1. Quartal (Publikation am Donnerstag) sowie alleine für den März (Publikation am Freitag) anstehen, die im Fall eines günstigem Ausgangs zumindest perspektivisch fraglos vorteilhaft in alle weiteren Leitzinsentscheidungen der FED eingehen dürften.

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Werbebanner ClaudemusGerade unter Einbeziehung der volatileren Komponenten der Nahrungsmittel- und Energiepreise erwarten die Analysten derzeit im Konsens, dass der Preissteigerungsdruck dieser Gesamt-Konsumausgaben sowohl im 1. Quartal (erwartet: nur noch + 0,5 % gegenüber dem 4. Quartal 2022; zum Vergleich 4. Quartal gegenüber dem 3. Quartal 2022: + 3,7 %) wie auch allein im März (erwartet: + 4,6 % gegenüber dem Vorjahr; im Februar noch + 5,0 %) weiter deutlich nachgelassen haben dürfte.

 

Erneute Bankenkrisen-Hiobsbotschaft durch extern gestützte First Republic Bank

 

Und schließlich wurde der Goldpreis heute Abend sicher auch durch die ein weiteres Mal erneut kritische US-Bankenkrisen-Nachricht beflügelt, dass der Plan zu Rettung der gegenwärtig vor allem durch ein Konsortium der 12 größten US-Banken gestützten FIRST REPUBLIC BANK (US33616C1009) derzeit angeblich doch auch weiterhin auf wackligen Beinen stehe, da derzeit unverändert deutliche Hürden in der Weiterveräußerung der kritischsten Assets dieser Bank bestünden.

Die Aktie der First Republic Bank bricht daher momentan (um 21:30 Uhr) erneut um mehr als - 32 % ein und zieht damit in dieser erneuten Markt-Sentimentbelastung zugunsten von Gold den gesamten S&P 500-Index um - 1,4 % nach unten.

Es gab damit heute also gleich von vielen Seiten nennenswert positive Impulse, die den Goldpreis unseres Erachtens auch generell kurzfristig weiterhin nach seinem zurückliegend schlagartigen und aus unserer Sicht übertriebenen Absturz von 2050 USD aus beflügeln oder zumindest stützen dürften.

 

Gold in stabilisierter Chartlage weiterhin sehr dosiert und risikobewusst kaufenswert

 

Die Behauptung der momentan wichtigsten Unterstützung bei 2076 USD ist dabei seit dem entsprechenden heutigen Tagestief und der anschließenden Wiedererholung des Goldpreises völlig zu Recht auch so signifikant ausgefallen, dass uns nun zunächst auch weiterhin eine nachhaltige Verletzung dieses seit 22.03. etablierten flachen Aufwärtstrendkanals eher als wenig wahrscheinlich erscheint.

Auf mittlere bis längere Sicht können daher unseres Erachtens nun weiterhin vorsichtige Neuengagements in Gold in Betracht gezogen werden, wofür jedoch eine ausgeprägte Risikobereitschaft zunächst auch weiterhin eine unabdingbare Voraussetzung ist.

Denn momentan könnten auch weiterhin jederzeit denkbare neue Zinsenttäuschungen der Anleger drohen und diesbezüglich wohl frühestens die o.g. PCE-Datenvorlagen am Donnerstag / Freitag, wenn nicht gar erst die FED-Zinsentscheidung am 03.05. und ihr anschließender Kommentar hierzu einen entscheidenden und möglicherweise sehr entspannenden Aufschluss hierüber liefern.

 

Chart: Gold mittelfristig

 

Gold auf TradingView

 

25.04.2023 - Matthias Reiner

Unterschrift - Matthias Reiner

 

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