Boeing hat wieder die Nase vorn
Boeing bestätigt das positive Momentum im operativen Geschäft - Airbus stagniert hingegen
Boeing segelt an Airbus vorbei. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2023 hat man mehr Maschinen als der Erzrivale ausgeliefert. Die Amerikaner zeigen hohes positives Momentum und haben die notwendigen Ambitionen, um wieder erfolgreich zu werden.
Der Fluch ist gebrochen. Das Aufatmen in Arlington konnte sogar die Wall Street vernehmen. Zum ersten Mal seit 2023 hat Boeing (US0970231058) es in einem Quartal geschafft, mehr Flugzeuge als sein Erzrivale Airbus (NL0000235190) auszuliefern. Insgesamt ein Umsatzplus von 14 % auf 22,2 Mrd. US-Dollar dank 143 Maschinen in der kommerziellen Sparte, die an Kunden übergeben wurden. Das Delta beträgt 29 % und speist sich sowohl daraus, dass die Amerikaner einen lange vorbereiteten operativen Rebound erleben, während die Europäer von Engpässen bei den Triebwerken zurückgehalten werden. Die Differenz bei den Auslieferungen ist zudem nicht klein, sondern die grösste seit 2018. Das Jahr, in dem Lion Air Flug Nummer 610 in die Javasee stürzte, was in der Folge zahlreiche Skandale bei Boeing aufdeckte. Eine dunkle Episode, aus der sich der Luftfahrtkonzern nun zu befreien beginnt.
Wuchern kann Boeing obendrein mit dem Erfolg seiner Verteidigungssparte. Hier kletterten die Umsätze im März-Quartal um 21 % und damit schneller als im Gesamtkonzern. Insgesamt erlöste die Sparte 7,6 Mrd. US-Dollar im März-Quartal und macht damit rund ein Drittel des Gesamtkonzerns aus. Und: Die Verteidigungssparte ist profitabel. Im 1. Quartal lag das operative Ergebnis der Sparte bei 233 Mio. US-Dollar (+50 %), während die Sparte für die kommerziell genutzten Flugzeuge einen operativen Verlust von -563 Mio. US-Dollar bei einem Umsatz von 9,2 Mrd. US-Dollar ausweist. Die Erlöse aus dem Dienstleistungsgeschäft sanken marginal auf 3,2 Mrd. US-Dollar. Woran der Konzern jedoch arbeiten muss, sind die Kosten. Trotz des hohen Wachstums sank das operative Gesamtergebnis leicht auf 448 Mio. US-Dollar, was an dem starken Anstieg der direkten Umsatzkosten liegt. Dank eines verbesserten Finanzergebnisses konnte man aber den Verlust nach Steuern von -123 Mio. US-Dollar auf -90 Mio. US-Dollar reduzieren.
Boeing hat wieder die Nase vorn
In einem Rebound lassen sich die ersten Erfolge selten am Ergebnis ablesen, aber mit grosser Regelmässigkeit am Cashflow und optimalerweise am freien Cashflow. Letzterer war lange negativ bei Boeing, was nichts anderes bedeutet, als dass der Konzern Geld verbrannte. So auch im 1. Quartal, wo man einen negativen freien Cashflow von -1,45 Mrd. US-Dollar verzeichnete. Allerdings eine signifikante Verbesserung zum Vorjahresquartal, als Boeing -2,29 Mrd. US-Dollar abfliessen sah. Der operative Cashflow sah im 1. Quartal sogar fast den Break-Even mit -0,18 Mrd. US-Dollar nach zuvor -1,62 Mrd. US-Dollar. Ein mehr als deutliches Signal, dass das operative Geschäft von Boeing hohes positives Momentum ausweist. Davon ist auch das Management überzeugt und prognostiziert für das Gesamtjahr einen positiven (!) freien Cashflow von 1 bis 3 Mrd. US-Dollar. Das langfristige Ziel - 10 Mrd. US-Dollar - wurde bestätigt.

Das Tempo will Boeing in diesem Jahr weiter anziehen. Man hat im 1. Quartal pro Monat 42 Maschinen des Bestsellers 737 Max produziert. Diese Schlagrate will man bis zum Sommer auf 47 Maschinen pro Monat erhöhen. Das allein würde schon ein Wachstum von mehr als 10 % auslösen. Auch gab das Management Entwarnung im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen durch den Iran-Krieg. Die Börse sorgte sich sofort, dass die Kunden von Boeing Aufträge zurückziehen oder verschieben könnten. Doch CEO Kelly Ortberg betonte, dass man keinerlei Gegenwind verspürt. Im Gegenteil. Im April lieferte Boeing sogar vier Maschinen in der Golfregion aus. Auch spekuliert Ortberg darauf, dass ein anhaltend hoher Kerosinpreis dazu führen wird, dass die Kunden alte Maschinen früher in den Ruhestand schicken und gegen neue, energieeffiziente Modelle austauschen.
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25.04.2026 - Mikey Fritz

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