Die Bundeswehr stattet Hensoldt mit einem weiteren Großauftrag aus und unterstreicht damit das noch immer vorhandene Potenzial
Bietet Hensoldt jetzt Einstiegschancen?
Im Zuge neuer Hoffnungen auf einen baldigen Frieden in der Ukraine wurden Rüstungs-Aktien zuletzt durchgereicht. Hensoldt konnte sich diesem Trend nicht entziehen. Allerdings handelten viele Marktakteure wohl etwas voreilig. Am ursprünglich vorgelegten 28-Punkte-Plan, der Gerüchten zufolge direkt aus Russland stammt, musste noch viel nachverhandelt werden. Ein neuer Vorschlag kommt im Kreml nicht gut an und US-Präsident Donald Trump rückte von seiner Frist für die Ukraine, die eigentlich heute ausgelaufen wäre, schon wieder ab.
Mit anderen Worten sieht es nicht nach einem schnellen Frieden aus. Davon ganz abgesehen würden selbst in einem solchen Fall die Auftragseingänge bei Hensoldt (DE000HAG0005) kaum einfach zum Erliegen kommen. Die Bedrohung durch Russland in Europa bliebe bestehen und die Nato-Partner dürften ein großes Interesse daran haben, ihre Aufrüstungsbemühungen in jedem denkbaren Szenario weiter voranzutreiben.
Das zeigt sich nun auch in Form eines neuen Großauftrags, den die Bundeswehr an Hensoldt aussprach. Ein dreistelliger Millionenbetrag soll fließen, um den Spähpanzer „Luchs 2“ mit Sensortechnik und dem Ceretron-Missionssystem auszustatten, welches ein taktisches Lagebild erzeugen kann. Das Volumen des Auftrags soll bei fast einer Milliarde Euro liegen.
Hensoldt: Nebensache Auftragslage?
Zunächst sollen 274 Spähpanzer mit den neuen Systemen ausgestattet werden. Im Vertrag enthalten sind sowohl die Produktion der entsprechenden Ausrüstung als auch Entwicklungs- und Vorserienfahrzeuge. Zusätzlich gibt es Optionen für weitere Systeme. Die Bundeswehr bleibt der beste Kunde von Hensoldt und dort scheint sich noch niemand darauf einzustellen, die Ausgaben plötzlich herunterschrauben zu wollen.
Trotz der sehr erfreulichen Nachrichten profitierte die Hensoldt-Aktie am Mittwoch kaum. Zugewinne kurz nach Handelsbeginn wurden schnell wieder kassiert und zu Handelsschluss blieb es bei einem Kurs von 69 Euro. Das Papier notiert damit so tief wie zuletzt im Mai. Fundamentale Überlegungen werden eher stiefmütterlich behandelt, wohingegen Spekulationen rund um die Geopolitik umso mehr Raum für sich einnehmen.
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28.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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