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Corona & Dr. Copper

Coronavirus erhöht Angebotsüberschuss bei Kupfer

 

Die Vereinigung der kupferverarbeitenden Industrie, der International Wrought Copper Council (IWCC), ist die internationale Vereinigung der Kupfer- und Kupferlegierungen verarbeitende Industrie. 1953 gegründet, hat der IWCC weltweit Mitglieder in ganz Europa, Japan, China, Indien, Südafrika, den USA und anderen Ländern.

Der IWCC betont in seiner neuesten Mitteilung zum weltweiten Kupfermarkt, dass auch die Kupferindustrie nicht immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise sei. Die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten sei für die Mitglieder des WICC aber eine sehr hohe Priorität.

Kupfer ist auch ein bedeutender Teil der medizinischen Ausrüstung weltweit. Die Logistikketten weltweit kommen ohne Kupfer nicht aus, ob nun bei der Lieferung von Produkten, der Bereitstellung elektrischer Energie oder bei der Sicherung der Nahrungsmittelversorgung.

 

Schmelze

Bildnachweis: © Schmolz + Bickenbach AG

 

Kupfer und Kupferlegierungen werden dabei in Tausenden von Anwendungen in verschiedenen Branchen eingesetzt. Hierzu gehören die Bauindustrie, Energieübertragung, Kommunikationstechnologie und die Transportindustrie.

Die ökonomischen Unterbrechungen haben in der Kupferindustrie nun zu einer stark erhöhten Unsicherheit in Bezug auf die zu erwartenden Mengen und Preise sowohl beim Kupferangebot als auch der Kupfernachfrage geführt.

Vor diesem Hintergrund hat der IWCC seine halbjährlich durchgeführte Aktualisierung seiner Marktprognose für den Kupfermarkt vorgenommen.

Auf Basis der Daten der International Copper Study Group (ICSG) zeigt sich, dass 2019 die Kupferminenförderung weltweit bei 20,46 Mio. Tonnen lag. Im Jahr 2020 wird nun aber ein Rückgang um 4 % auf 19,65 Mio. Tonnen erwartet. 2021 soll die Kupferminen-Produktion dann wieder um 6,7 % ansteigen.

Die Menge raffinierten Kupfers betrug im Jahr 2019 23,47 Mio. Tonnen. Im laufenden Jahr soll diese bei 22,91 Mio. Tonnen liegen, während für 2021 ein Anstieg auf 24,3 Mio. Tonnen erwartet wird.

Die weltweite Kupfernachfrage lag im vergangenen Jahr bei 23,915 Mio. Tonnen, was einem Anstieg um 25.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr entsprach. In diesem Jahr erwartet das WICC einen Rückgang der Nachfrage nach raffiniertem Kupfer auf 22,625 Mio. Tonnen, was einem Rückgang um 5,4 % entspricht. 2021 soll die Nachfrage dann aber wieder um 4,4 % auf 23,625 Mio. Tonnen steigen.

 

Fazit

 

Das WICC geht zwar von einem spürbaren Rückgang in diesem Jahr sowohl bei der Kupferförderung und -produktion wie auch bei der Kupfernachfrage aus. Aus seiner Sicht sollten die weltweiten Konjunkturprogramme aber zu einer Stabilisierung der Kupfernachfrage beitragen. Sollte dieses Szenario eintreten, dürften die Kupferpreise möglicherweise noch einmal nachgeben, aber nicht mehr allzu lange in ihrem aktuellen Preisloch verharren.

 

28.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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