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Mit neuen Grafikkarten zielt Intel auf den Bereich der KI-Inferenz und kann für Begeisterung unter den Aktionären sorgen

Intel wagt sich endlich nach vorne

NTG24 - Mit neuen Grafikkarten zielt Intel auf den Bereich der KI-Inferenz und kann für Begeisterung unter den Aktionären sorgen

 

Den KI-Boom hat der einst größte Chiphersteller der Welt in Form von Intel zunächst vollständig verschlafen. Gleichzeitig wurde man von AMD bei klassischen CPUs regelrecht überrundet und die Fertigung steuerte munter Milliardenverluste zu den Bilanzen bei. All das führte dazu, dass der Aktienkurs den Kurskeller erkundete und immer mehr Anleger das Vertrauen in neues Wachstum verloren. Nun aber schickt sich Intel an, im KI-Segment endlich besser Fuß fassen zu können.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeGelingen soll dies mit neuen Grafikkarten der Battlemage-Generation, bei denen erstmals auf einen Vollausbau der Architektur gesetzt wird. Bezeichnet wird das auch als „Big Battlemage“. Vorgestellt hat Intel (US4581401001) die Arc Pro B70 als neues Flaggschiff. Jene kommt mit 32 Xe-Cores, 256 XMX-Einheiten und einem GPU-Takt von 2.800 MHz. Zur Seite stehen dem Chip 32 GB ECC-GDDR6-Speicher, der über ein 256-Bit-Interface angeschlossen ist. Die Speicherbandbreite wird auf 608 GB/S beziffert und bei KI-Workloads sollen 367 TOPS erreicht werden. Zum Vergleich: eine RTX Pro 5000 von Nvidia kommt auf etwa 680 TOPS.

 

 

 

Einen direkten Leistungsvergleich mit Nvidia scheut Intel vermutlich genau deshalb. Punkten möchte man aber bei der Skalierbarkeit und dem Kostenfaktor. Laut Intel seien die neuen Karten, als kleinere Variante wurde auch die Arc Pro B65 angekündigt, speziell für die Inferenz bei mittelgroßen KI-Modellen ausgelegt. Nutzern werde damit eine lokale Ausführung ermöglicht und die Abhängigkeit von einer Cloud-Infrastruktur entfällt. Der großzügige Speicherausbau soll dafür sorgen, größere Kontextfenster beizubehalten.

 

Intel: Mehr Tokens pro Dollar

 

Ins Rennen schickt Intel seine großen Kampfmagier vordergründig gegen die RTX Pro 4000 Blackwell von Nvidia, welche mit 24 GB GDDR7 etwas weniger Speicher mitbringt. Dem Konzern zufolge liefere die Arc Pro B70 in etwa doppelt so viele Tokens pro Dollar. Als Vergleich dazu dient der aktuelle Straßenpreis der RTX Pro 4000 in Höhe von 1.775,94 Dollar. Intels neue Karte geht mit einer UVP von 949 US-Dollar an den Start. Zu Messung der Vergleiche dienten unter anderem Modelle wie Llama 3.1 8B (BF16).

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Abseits von KI-Aufgaben sollen die neuen Karten von Intel auch bei Workstations punkten können. Als Beispiele wurden Content Creation, Rendering, Visualisierungen und Encoding sowie Decoding genannt. Der Hersteller verspricht eine hohe Stabilität und eine gezielte Auslegung auf professionelle Workflows. In den Hintergrund tritt derweil die Nutzung der Hardware als klassische Grafikkarten. Für Spieler hatte Intel keine Neuigkeiten im Gepäck.

Das ist aus Sicht der Anleger freilich verschmerzbar. Verlockend ist derweil die Aussicht darauf, dass Intel im KI-Segment endlich einen Fuß in die Tür bekommen könnte. Natürlich kann man auch mit den neu vorgestellten Karten nicht die Leistungskrone erobern und Nvidia dreht weiterhin Kreise um die Konkurrenz. Es ist aber auch gar nicht zwingend der schnellste Chip notwendig, um sich ein paar Marktanteile zu stibitzen. Solange Preis und Verfügbarkeit stimmen, dürfte es an Nachfrage kaum mangeln.

 

Hebt Intel jetzt ab?

 

Die Reaktion an der Börse fiel ausgesprochen positiv aus. Am Mittwoch konnte die Intel-Aktie sich um satte 7,1 Prozent bis auf 47,18 Dollar verbessern. Interessante ist das Gezeigte zweifellos. Über Verkaufserfolge lässt sich allerdings nur spekulieren. Der eher niedrige Verkaufspreis dürfte zudem auch manchen Zweifel an der Marge aufkommen lassen. Schließlich ist Speicher aktuell ein rares und teures Gut.

Ebenfalls ein Thema könnte die Fertigung werden. Intel setzt bei Battlemage-Chips auf eine Fertigung im 4-nm-Verfahren bei TSMC in Taiwan. Dort sorgt die aktuelle Ölkrise allerdings für enorme Kopfschmerzen. Der Inselstaat importiert etwa 97 Prozent seines Energiebedarfs aus dem Ausland, nicht wenig davon über die Straße von Hormus. Experten befürchten, dass es im Sommer zu Stromrationierungen und teilweisen Produktionsstopps kommen könnte, sollte der Irankrieg und die Sperrung der Straße von Hormus nicht bald enden. Eine Verschärfung der Lage könnte Intels KI-Pläne dämpfen.

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26.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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