Zusammen mit Klarna legt Apple ein neues Vertriebsmodell auf, bei dem Hardware künftig per Leasing-Vertrag ergattert werden kann
Apple verspricht mehr Flexibilität für die Kunden
iPhones, iPads, Macs und Co. sind mit den Jahren nicht günstiger geworden. Das hat Apple auch schon ab und an zu spüren bekommen. Das iPhone 17 entwickelte sich zwar zu einem Verkaufsschlager, doch vorherige Modelle enttäuschten zuweilen mit den Absatzzahlen. Dabei zeigte sich vor allem, dass viele Nutzer Upgrades weniger schnell als in der Vergangenheit durchführten und mit ihren Geräten oftmals jahrelang zufrieden sind.
Vermutlich um eben solche Upgrades etwas attraktiver zu machen, kündigte Apple (US0378331005) nun ein neues Leasing-Programm an. Statt einmalig eine hohe Summe zu zahlen oder ein Gerät in Kombination mit einem üppigen Mobilfunkvertrag zu erstehen, können Nutzer damit überschaubare monatliche Zahlungen leisten. Umgesetzt wird das Ganze in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister Klarna.
Zuvor lancierte Apple bereits das iPhone Upgrade Programm, bei dem alle 12 Monate ein Wechsel auf ein neues Modell folgte. Der neue Ansatz unterscheidet sich davon in sofern, dass AppleCare+ optional wird und es auch andere Geräte als iPhones zur Auswahl gibt. Hierzulande ist bisher nichts davon erhältlich. Das neue Upgrade Programm kündigte Apple vorerst nur für die USA an. Ob und wann andere Märkte folgen könnten, bleibt offen.
Apple: Hardware per Leasing
Das Vertriebsmodell erinnert stark an Leasing bei Fahrzeugen. Leasingverträge für iPhone und Apple Watch können mit einer Laufzeit von 12 oder 24 Monaten abgeschlossen werden. Bei Macs und iPads stehen 24 oder 36 Monate zur Auswahl. Nach Ablauf dieser Frist können Kunden entscheiden, ob sie ein Gerät zurückgeben oder es über eine Schlusszahlung käuflich erwerben. Im Falle von Schäden dürfte sehr wahrscheinlich eine Ausgleichszahlung anfallen. Darüber redete Apple aber nicht im Detail.
Bei den Preisen stellte Apple lediglich die Einstiegsvarianten vor. Los geht es beim iPhone ab 17,99 US-Dollar im Monat. Für eine Apple Watch per Leasing müssen mindestens 11,99 Dollar im Monat auf den Tisch gelegt werden. Einen Mac gibt es ab 24,99 Dollar monatlich und für ein neues iPad werden monatlich mindestens 11,99 Dollar fällig. Sehr wahrscheinlich werden üppig ausgestattete Pro-Varianten etwas teurer ausfallen. Dazu bleiben Details abzuwarten.
Abschließen lassen sich entsprechende Leasing-Verträge wahlweise online im Apple Store als auch in den Ladengeschäften des Konzerns. Vor einem Abschluss findet eine Bonitätsprüfung statt, die laut Apple keinen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit eines Interessenten haben soll. Um die Abwicklung davon sowie der monatlichen Zahlung kümmert sich der Partner Klarna. Dadurch minimiert Apple eigene Risiken und wird säumigen Kunden nicht hinterherlaufen müssen.
Apple bereitet sich vor
Dass die Ankündigung nur wenige Wochen vor der erwarteten Vorstellung der nächsten iPhone-Generation erfolgt dürfte kein Zufall sein. Gerüchten zufolge wird Apple in diesem Jahr sein erstes faltbares iPhone enthüllen, welches gleichzeitig als das neue Flaggschiff fungieren dürfte. Billig dürfte das Ganze eher nicht werden. Niedrige monatliche Zahlungen könnten in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein gangbarer Weg sein, um Nutzer zu einem Kauf für ein Gerät zu bewegen, das sie sich ansonsten nicht leisten wollen oder können.
Die Anteilseigner scheinen das Potenzial dieses Ansatzes allerdings für überschaubar zu halten. Die Apple-Aktie reagierte am Mittwoch nicht mit weiteren Aufwertungen. Mit einem Schlusskurs von 338,19 Dollar blieb es aber bei einem extrem hohen Niveau. Mittlerweile konnte Apple wieder Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt ablösen. Die heute anstehenden Quartalszahlen werden zeigen, ob die Euphorie der letzten Wochen berechtigt gewesen sein mag. Gemausert hat sich Apple in den letzten Tagen und Wochen ein stück weit zum Gegenentwurf von Hyperscalern, die mehr als ihren freien Cashflow für KI-Investitionen ausgeben und damit an die Substanz gehen.
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30.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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