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Jungheinrich - Auftragseingang wächst, aber die Umsetzung fehlt

Jungheinrich: Aktien nahe des 52-Wochentief, doch die Pipeline wächst wieder

NTG24 - Jungheinrich - Auftragseingang wächst, aber die Umsetzung fehlt

 

Hat der Jungheinrich Kurs inzwischen alle negativen Nachrichten verdaut? Die Aktien sind kurzfristig überverkauft, aber wo liegt die Equity-Story, um einen Turnaround anzustossen? Der Auftragseingang ist ein erster Lead. 

Die Jungheinrich (DE0006219934) Aktien haben in diesem Jahr mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Von knapp 38 Euro im Hoch fielen die Vorzüge auf zeitweise 22 Euro - und notieren aktuell bei 24 Euro. Dahinter stehen ein enttäuschender Quartalsbericht und der Abstieg vom MDAX in den SDAX. Die Frage ist, ob sich aus den Zahlen zum ersten Quartal eine Perspektive für einen Rebound im Rest des Jahres ergibt.

 

Jungheinrich AG Vorzüge

 

Der Auftragseingang im 1. Quartal stieg um 10,8 % auf 1.535 Mio. Euro. Der Auftragsbestand wuchs sequenziell von 1,33 Mrd. Euro Ende Dezember auf 1,59 Mrd. Euro Ende März - ein Plus von knapp 20 %. Das sind positive Signale. Die Book-to-Bill-Ratio liegt rechnerisch bei 1,21, was bedeutet, dass mehr Aufträge hereinkommen als abgearbeitet werden. Bei Rüstungswerten wie Hensoldt (DE000HAG0005) oder Renk (DE000RENK730) wäre eine solche Dynamik Grund zur Freude - dort liegen die Verhältnisse bei 3,0 beziehungsweise deutlich über 1,5. Doch Jungheinrich ist kein Rüstungswert und profitiert nicht vom Sonderzyklus der Aufrüstung. Für einen zyklischen Intralogistik-Ausrüster ist ein Auftragseingang von plus 10,8 % moderat, nicht überzeugend.

 

Auftragseingang wächst, aber die Umsetzung fehlt

 

Das eigentliche Problem liegt in der Umsetzung. Der Umsatz fiel im ersten Quartal um -2,5 % auf 1,27 Mrd. Euro. Das EBIT brach von 104,5 Mio. Euro auf 56,5 Mio. Euro ein - ein Rückgang von -46 %. Die EBIT Rendite sank von 8,0 % auf 4,4 %. Jungheinrich führt Einmaleffekte von insgesamt -26,7 Mio. Euro an: die Veräusserung der russischen Tochtergesellschaft (-20,5 Mio. Euro), Streikkosten im Werk Lüneburg (-4,8 Mio. Euro) und Transformationskosten (-1,4 Mio. Euro). „Bereinigt“ liegt das EBIT bei 83,2 Mio. Euro und die Rendite bei 6,5 %. Doch selbst „bereinigt“ ist die Marge geschrumpft - und das ist kein Einmaleffekt, sondern strukturell.

Der freie Cashflow fiel von 16 Mio. Euro im Vorjahr auf null. Das ist bei einem Industriewert ein Alarmzeichen. Bei Rüstungswerten wie Rheinmetall (DE0007030009) oder Hensoldt gilt: Wer zu lange braucht, um den Auftragsbestand zu versilbern, wird im Kurs abgestraft. Bei Jungheinrich kommt ein weiteres Problem hinzu: Das Neugeschäft im Kerngeschäft Industrial Trucks & Services schrumpft, während das niedrigermargige Kundendienst-Geschäft nur teilweise kompensiert. Das ist eine ungünstige Verschiebung, die die Marge weiter drücken wird.

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Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose: 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro Umsatz und 380 bis 450 Mio. Euro EBIT. Das impliziert eine deutliche Erholung ab dem zweiten Quartal. Nach 83,2 Mio. Euro bereinigtem EBIT im ersten Quartal müssen die verbleibenden drei Quartale zusammen 324 bis 393 Mio. Euro liefern. Das ist ambitioniert - und der Vorstand schweigt dazu, woher diese Verbesserung kommen soll. Wettbewerbs- und Preisdruck sowie negative Volumeneffekte sind keine Einmaleffekte, sondern strukturelle Belastungen.

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09.07.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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