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Türkei verbietet Zahlungen in Kryptowährungen

Türkische Zentralbank untersagt Kryptozahlungen

 

Die heutige Mitteilung der türkischen Zentralbank zu Kryptowährungen hatte sich seit einigen Tagen angekündigt. Denn in der vergangenen Woche hatte Angaben von Reuters zufolge die türkischen Behörden von Krypto-Handelsplattformen Informationen über deren Nutzer gefordert. Ganz offensichtlich baut sich damit in der Türkei eine regulatorische Mauer gegen die Nutzung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel auf.

Ein Blick auf die Entwicklung von Bitcoin gegen den US-Dollar im Vergleich zur Entwicklung der türkischen Lira gegen den US-Dollar verdeutlicht, dass hier nicht nur ein Konkurrenzverhältnis als Zahlungsmittel, sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel besteht. Denn die extreme Divergenz der Wertentwicklung disqualifiziert die türkische Lira, also das gesetzliche Zahlungsmittel der Türkei, als Medium des Sparens. Es ist deshalb auch keine Überraschung, dass die türkischen Sparer neben Bitcoin insbesondere in Gold sparen.

 

 

Heute nun kündigte die türkische Zentralbank in einer Pressemitteilung an, dass man die Nutzung von Kryptowährungen im Zahlungsverkehr verbieten werde. Sie stellte fest, dass Kryptowährungen ein signifikantes Risiko für die beteiligten Parteien beinhalten, welches sich aus mehreren Gründen speist. Zum einen seien Kryptowährungen weder reguliert oder überwacht. Zudem sei ihr Marktwert exzessiv volatil und die entsprechenden Transaktionen unwiderruflich. Außerdem können sie für illegale Transaktionen aufgrund ihrer anonymen Strukturen verwendet werden. Und schließlich könnten die Wallets gestohlen oder in rechtswidriger Weise ohne die Zustimmung ihrer legitimen Eigentümer genutzt werden.

Aus diesem Grund sind ab Monatsende April in der Türkei keine Zahlungen in Kryptowährungen mehr erlaubt.

Die Kurse der Kryptowährungen gaben daraufhin stärker nach. Der Bitcoin-Preis unterschritt dabei wieder sein Ausbruchsniveau von Mitte März 2021, wie Chart 2 zeigt.

 

 

Ein mittelfristiger Blick auf die Entwicklung von Bitcoin zeigt zudem, dass auf Wochenbasis die Dynamik des Anstieges in den letzten Wochen deutlich nachgelassen hat. Dazu trugen in den Vorwochen auch schon zum Teil ähnliche Argumentationen vonseiten der US-Notenbank und der EZB bei.

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Die verstärkte Nutzung von nicht oder wenig regulierten Kryptowährungen gegenüber gesetzlichen Zahlungsmitteln verringert die regulatorische Kontrollstärke der inländischen Zentralbank. Die enormen Anstrengungen vieler Zentralbanken zur Einführung von digitalem Zentralbankgeld stellen dabei eine Konkurrenz für die Abwicklung von Transaktionen über Kryptowährungen dar. Und wie die Planungen Chinas für eine digitale Zentralbankwährung mit Verfallsdatum zeigen, gibt es in der Motivation für die Einführung von alternativen Zahlungsmethoden massive Interessenunterschiede. Man darf vor diesem Hintergrund auf die weitere regulatorische Entwicklung der Kryptowährungen nicht nur in der Türkei gespannt sein.

 

16.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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