Schwache Zahlen und noch schwächere Aussichten treiben die Aktie von Li Auto weiter in Richtung Keller
Geht Li Auto im Wettbewerb unter?
Auf dem chinesischen Automarkt wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Seit Jahren schon intensiviert sich ein fast schon ruinöser Preiskampf, der manches Unternehmen an die Grenzen des Erträglichen führt. Damit einher gehen auch Sorgen um eine mögliche Konsolidierung und wer einer solchen zum Opfer fallen könnte.
Seit dem gestrigen Mittwoch hat sich Li Auto (US50202M1027) einen Platz auf der potenziellen Abschussliste verdient. Das Unternehmen steht an der Börse schon seit Monaten unter Druck, legte nun aber noch einmal Quartalszahlen vor, die nur als große Enttäuschung interpretiert werden können. Die Umsätze brachen um 36 Prozent ein und Probleme in der Lieferkette sowie ein großer Rückruf belasteten das Ergebnis sichtlich.
Noch schmerzhafter für die Aktionäre ist allerdings der Ausblick für das laufende Quartal. 100.000 bis 110.000 Fahrzeuge will der chinesische Autobauer von Oktober bis Dezember verkaufen und damit sehr viel weniger als die rund 135.000, welche die Analysten auf ihren Zetteln stehen hatten. Bei den Umsätzen werden 26,5 bis 29,2 Milliarden Yuan und damit umgerechnet im besten Fall 3,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Märkte hofften zuvor auf knapp eine Milliarde Euro mehr.
Li Auto in Erklärungsnot
Sehr viel deutlicher könnten die Probleme bei Li Auto nicht mehr sein. Die Umsätze erlebten den stärksten Rückgang seit einem halben Jahrzehnt und die sinkenden Margen setzen den Konzern zusätzlich unter Druck. Dabei spricht nichts dafür, dass es in Zukunft einfacher werden könnte. Der Preisdruck erhöht sich sogar noch, unter anderem mit dem Aion UT Super, der für umgerechnet 5.500 Euro und monatlicher Mietgebühr für die Batterie an den Start gehen soll.
Die internationale Expansion lässt bei Li Auto derweil noch immer auf sich warten. Zwar betreibt das Unternehmen mittlerweile ein Forschungszentrum in Europa, verkauft aber noch immer keine Fahrzeuge außerhalb Chinas. Damit fallen auch potenzielle Chancen weg, um die Schwächen auf dem Heimatmarkt wenigsten ein bisschen ausgleichen zu können. Dementsprechend werden die Zweifel der Anleger weiter genährt und die Aktie bewegt sich immer weiter in die Tiefe.
Die Li Auto-Aktie reagierte auf die Ergebnisse an den hiesigen Handelsplätzen mit einem Verlust von etwas mehr als einem Prozent, was im ersten Moment sogar noch überschaubar klingt. Allerdings ging es zuvor bereits im hohen Tempo abwärts. Die Verluste seit Jahresbeginn summieren sich auf fast 33 Prozent und mit einem Schlusskurs von 7,82 Euro fiel der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 7,60 Euro denkbar knapp aus.
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28.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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