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Micron klettert auf neue Höhen

Die Aktie profitiert von massiver Nachfrage nach KI-Speicher, knappen Kapazitäten und neuen Sorgen rund um Samsung

NTG24 - Micron klettert auf neue Höhen

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Bei Micron Technology scheint die Euphorie derzeit kaum Grenzen zu kennen. Die Aktie legte am Montag erneut deutlich zu und profitierte von der anhaltenden Fantasie rund um Speicherchips für KI-Rechenzentren. Was früher gerne als klassischer Schweinezyklus der Halbleiterbranche abgetan wurde, wird an der Börse plötzlich als strukturelle Wachstumsstory gehandelt.

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Micron Technology (US5951121038) konnte am Montag an der Nasdaq um rund 6,5 Prozent auf 795,33 US-Dollar zulegen. Damit setzte der Speicherchip-Spezialist seine jüngste Rallye fort und bewegte sich erneut in Rekordregionen. Am grundsätzlichen Bild ändert das allerdings wenig: Die Aktie bleibt einer der auffälligsten Gewinner der KI-Euphorie.

Der jüngste Anstieg kommt nicht aus dem Nichts. Schon in den vergangenen Tagen hatte Micron massiv zugelegt, nachdem Anleger ihre Erwartungen an den gesamten Speichermarkt nach oben geschraubt hatten. Im Mittelpunkt steht dabei High Bandwidth Memory, kurz HBM. Diese besonders schnellen Speicherbausteine werden für KI-Beschleuniger und Hochleistungsrechenzentren immer wichtiger. Je größer die Modelle und je länger die Kontextfenster, desto mehr Speicher wird benötigt.

 

 

 

Samsung liefert unfreiwillig Rückenwind

 

Zusätzlichen Schwung lieferte am Montag ausgerechnet die Konkurrenz. Bei Samsung schwelt weiter ein Arbeitskonflikt, der im ungünstigen Fall Teile der Chipproduktion beeinträchtigen könnte. Für den ohnehin angespannten Speichermarkt wäre das eine heikle Entwicklung. Anleger spekulieren daher darauf, dass jeder zusätzliche Engpass die Preissetzungsmacht von Micron und anderen Speicherherstellern weiter stärken könnte.

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Werbebanner EMH PM Trade Genau das ist derzeit der Kern der Börsenfantasie. Lange Zeit galt der Speichermarkt als extrem zyklisch. Wenn die Preise steigen, bauen die Hersteller neue Kapazitäten auf, irgendwann entsteht ein Überangebot und die Margen brechen wieder ein. Nun setzen immer mehr Anleger darauf, dass der KI-Boom diesen Mechanismus zumindest deutlich verlängert. Die Nachfrage nach DRAM, NAND und vor allem HBM wächst schneller, als neue Kapazitäten aufgebaut werden können.

Auch Analysten greifen diese Argumentation zunehmend auf. Besonders auffällig war zuletzt ein Kursziel von 1.000 US-Dollar durch D.A. Davidson. Die These dahinter: Speicher wird im KI-Zeitalter nicht länger nur als austauschbare Komponente gesehen, sondern als strategisch wichtiger Engpassfaktor. Das ist eine gewaltige Neubewertung für eine Branche, die früher oft gerade wegen ihrer Schwankungen gemieden wurde.

 

Die Zahlen geben den Bullen Futter

 

Dass die Anleger bereit sind, solche Zukunftserwartungen zu bezahlen, liegt auch an den jüngsten Geschäftszahlen. Micron meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 23,86 Milliarden US-Dollar. Im Vorquartal waren es noch 13,64 Milliarden US-Dollar, im Vorjahresquartal 8,05 Milliarden US-Dollar gewesen. Der Nettogewinn lag nach GAAP bei 13,79 Milliarden US-Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie bei 12,07 US-Dollar.

Noch wichtiger als der Blick zurück war aber der Ausblick. Für das dritte Quartal stellte Micron einen Umsatz von 33,5 Milliarden US-Dollar plus oder minus 750 Millionen US-Dollar in Aussicht. Die Bruttomarge soll bei rund 81 Prozent liegen, der Gewinn je Aktie nach Non-GAAP bei 19,15 US-Dollar plus oder minus 0,40 US-Dollar. Solche Werte hätte vor nicht allzu langer Zeit wohl kaum jemand mit einem klassischen Speicherhersteller verbunden.

 

Die Bewertung läuft mit

 

Der Haken an der Sache ist allerdings offensichtlich. Die Aktie hat bereits enorm viel Optimismus eingepreist. Wer heute auf Micron setzt, kauft nicht mehr die alte Krisenstory eines Speicherkonzerns, sondern die Erwartung, dass der KI-Boom die Branche dauerhaft auf ein neues Profitabilitätsniveau hebt. Sollte sich diese Annahme bewahrheiten, könnte selbst der starke Kursanstieg noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Sollte sich jedoch zeigen, dass Kunden Bestellungen vorziehen, Preise irgendwann doch wieder nachgeben oder neue Kapazitäten schneller als erwartet auf den Markt kommen, wäre die Fallhöhe entsprechend groß. Genau das macht Micron derzeit so faszinierend und zugleich so gefährlich. Die Aktie ist nicht mehr billig im klassischen Sinne, aber sie wird von Anlegern zunehmend wie ein zentraler KI-Infrastrukturwert behandelt.

 

Kein Papier für ruhige Nächte

 

Für Anleger ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild. Die operative Entwicklung ist beeindruckend, die Nachfrage nach KI-Speicher bleibt hoch und mögliche Probleme bei Samsung könnten den Markt kurzfristig weiter verengen. Das spricht gegen vorschnelle Gewinnmitnahmen allein wegen eines hohen Aktienkurses. Gleichzeitig ist die Rallye so steil geworden, dass Rücksetzer jederzeit einkalkuliert werden müssen.

Wer bereits investiert ist, kann den Lauf daher weiter beobachten, sollte die Position aber nicht gedankenlos laufen lassen. Für Neueinsteiger drängt sich nach der jüngsten Kursexplosion kein blinder Einstieg auf. Micron ist derzeit eine der spannendsten KI-Wetten abseits der bekannten Grafikchip-Giganten. Doch genau deshalb ist die Aktie inzwischen auch alles andere als ein Geheimtipp.

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11.05.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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