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BÖRSE TO GO - mit Corona-Schlussverkauf und Bernie Sanders

Corona war gestern - es gibt noch ein anderes Risiko!

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Corona-Schlussverkauf und Bernie Sanders

 

Und wieder ein neuer Rekord an der Wall Street! Diesmal aber anders: Mit einem Tagesgewinn von 1.324 Punkten im Dow Jones wurde der größte Punktegewinn jemals in der Geschichte des Index registriert und markiert damit ein vorläufiges Ende der Corona-Panik der Vorwoche. Strohfeuer, technische Reaktion, Naivität?

Hintergrund dieser außerordentlichen Bewegung: die Zentralbanken stimmen sich in diesen Stunden ab ob es eine konzentrierte Gemeinschaftsaktion an der Zinsfront geben soll um den Negativeffekten aus der Coronakrise zu begegnen. Es wäre ein Novum, aber auch im Einklang mit der Art und Weise wie Notenbanken in den letzten Jahren immer wieder geholfen haben verunsicherte Märkte zu stützen. Noch ist nichts entschieden, aber aus unserer Sicht ist es ohnehin fraglich ob dies wirklich notwendig ist. Denn in unserer Erinnerung hat es noch nie eine solche Ausgangslage gegeben: Notenbanken die sich gegen eine Naturkatastrophe stellen, denn aus unserer Sicht ist das Coronavirus genau das.

Wie dem auch sei: sollten die Notenbanken morgen aktiv werden, dann wird es den üblichen Effekt an den Börsen haben: Erleichterung und Hoffnung auf das alles am Ende doch noch gut wird (das würde es auch ohne Liquiditätsspritze). Die Reaktion der Wall Street sollte dann als Vorbote dessen gesehen werden was dann zum Frühlingsbeginn passieren wird: allgemeine Erholung an den meisten Fronten. Unser Rat der Vorwoche, ab dieser Woche mit Käufen anzufangen kam also (vorläufig) rechtzeitig. Sind Sie dem gefolgt?

Was ist zu erwarten? In der Regel das übliche JoJo-Spiel nach so einer Woche. Es gleicht dem Bild eines Tennisballs der aus großer Höhe auf den Boden fällt und erst ein paar Mal aufschlägt ehe er zu Ruhe kommt. Sollte sich dies in den kommenden Tagen / Wochen bewahrheiten, kaufen Sie immer an den schwachen Phasen. Wichtig ist nur das Sie es tun!

Denn wir werden das Gefühl nicht los, dass hier eine extrem heiße Suppe gekocht wurde. Zweifelsohne werden die Auswirkungen von Corona in sämtlichen Wirtschaftsdaten spüren sein, aber in höchst unterschiedlichen Größenordnungen. Das zeigen auch die überraschend neutrale Aussage im Einkaufsmanagerindex für Deutschland:

Er stieg sogar überraschend stark um 2,7 auf 48,0 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr, so das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 400 Unternehmen. Zwar kann erst ab einem Wert von 50 Punkte aufwärts von Wachstum gesprochen werden, doch die Aussage lautet: ungeachtet der der Sorgen und Ängste durch Corona betreffend der Lieferketten und Exporte und stabilisierte sich Deutschlands Industriesektor im Februar. Und: die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang schwächten sich erneut ab während die Binnennachfrage weiter anzieht. Krise sieht für uns anders aus.

 

Don't underestimate Sanders!

 

Was uns mittel- und längerfristig mehr beschäftigt: die Präsidentschaftswahlen in den USA! Denn kaum einer nimmt zur Kenntnis das ausgerechnet ein bekennender Sozialist als möglicher Herausforderer gegen Trump antritt. Bernie Sanders ist kein Unbekannter. Schon während der Studienzeit des Verfassers dieser Zeilen war Sanders im Bundesstaat Vermont bekannt und immer schon ein radikaler Querdenker. Er hat es seit 1990 weit gebracht und gerade bei den jungen Wählern ist er sehr beliebt. Wenn er den „Super-Tuesday“ gewinnt und anschließend eventuell als Spitzenkandidat der Demokraten in den Wahlkampf zieht dürfte das der Auftakt für den wohl spannendsten Wahlkampf seit Jahrzehnten sein. Und bitte nicht vergessen: kaum jemand hätte es jemals für möglich gehalten das Donald Trump es seinerzeit schaffen würde! Folge: ein Sozialist als US-Präsident dessen Wahlprogramm so ziemlich alles auf den Kopf stellt was sich die Wall Street in ihren schlimmsten Albträumen vorstellen kann wäre eine größere Herausforderung für die Börse als ein paar Grippeviren. Hier geht es buchstäblich um ein neues Selbstverständnis der Amerikaner.

Fazit: Bis dahin sind es noch ein paar Monate, also geht es jetzt erst einmal darum die Gunst der Stunde zu nutzen. Aktien gibt es derzeit zum Corona-Schlussverkauf!

 

03.03.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de