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Neuregelung bei Vermietung an nahe Angehörige

BMF Entwurf vom 20.7.2020 – Kurzinfo

 

Bei Vermietung und Verpachtung kann der Vermieter verschiedene Aufwendungen als Werbungskosten i.S.d. §9 EStG geltend machen.  Diese Aufwendungen sind grds. zu 100% abzugsfähig (Ausnahme AfA).  Hierfür verlangt der Gesetzgeber jedoch eine Art Mindestmiete, zumindest wenn die Vermietung an nahe Angehörige erfolgt. Wie hoch diese ist und was der aktuelle BMF Entwurf für das Jahressteuergesetz vorsieht, erfahren Sie mit diesem Artikel:

 

Tatbestand:

 

Der Begriff nahe Angehörige wird im §15 der Abgabenordnung (AO) geregelt und umfasst:

  1. Den Verlobten,
  2. Den Ehegatten oder Lebenspartner,
  3. Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,
  4. Geschwister,
  5. Kinder der Geschwister,
  6. Ehegatten oder Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Ehegatten oder   Lebenspartner,
  7. Geschwister der Eltern,
  8. Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

 

Wenn eine Vermietung an die aufgeführten Personen erfolgt, erwartet der Gesetzgeber, dass zumindest 66% der ortsüblichen Miete (Marktmiete) gezahlt wird (vgl. §21 Abs. 2 EStG), damit der Vermieter grundsätzlich den ungekürzten und damit häufig zu einem Werbungskostenüberschuss führenden vollen Werbungskostenabzug geltend machen kann.

Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung jedoch weniger als 66 %, werden die Werbungskosten (einschl. AfA) nur in Höhe des Prozentsatzes anerkannt, der dem Verhältnis der gezahlten Miete zur Marktmiete entspricht. Man spricht hier von einem unentgeltlichen und entgeltlichen Anteil.

 

BMF Entwurf:

 

Ab 01.01.2021 wird die Vermietung an nahe Angehörige weiter angepasst. So muss lediglich nur noch die Hälfte, also 50% der ortsüblichen Miete gezahlt werden, um dennoch den ungekürzten Werbungskostenabzug zu erhalten.

Aber Achtung: Eine verbilligte Vermietung zu anderen als Wohnzwecken (z. B. gewerbliche Nutzung) führt wie bisher stets zu einer anteiligen Kürzung der Werbungskosten.

 

Vermietung nahe Angehörige

 

Fazit:

 

Durch die Änderung schafft der Gesetzgeber eine in meinen Augen erhebliche Begünstigung für die Vermietung einer Wohnung an nahe Angehörige. Eine Senkung von 16% erscheint hier eine überaus günstige Möglichkeit um Angehörige finanziell zu unterstützen, ohne hierbei auf Kosten sitzen zu bleiben.

 

29.07.2020 - Daniel Eilenbrock - de@ntg24.de

 






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