Meta kann zwar erneut steigende Umsätze vorweisen, verschreckt die Anleger jedoch mit immer höheren KI-Ausgaben
Die Anleger befürchten, dass Meta sich verhebt
Eigentlich gibt es bei den jüngsten Zahlen von Meta nur wenig zu meckern. Einmal mehr konnten die Umsätze deutlich gesteigert werden und alles scheint für weiteres Wachstum zu sprechen. Dennoch reagierten die Anleger unzufrieden auf die Bilanz. Denn der Cashflow crasht in die Tiefe und immer höhere Ausgaben für KI-Infrastruktur führen zu großen Fragezeichen.
Zu den guten Neuigkeiten bei den Quartalszahlen von Meta (US30303M1027) zählten die Umsätze, welche sich um 28 Prozent auf schwindelerregende 60,8 Milliarden US-Dollar verbesserten. Genau dort hören die erfreulichen Nachrichten aber auch schon fast wieder auf. Andere Kennzahlen führten an den Märkten eher zu Skepsis als neuer Kauflaune.
Der Nettogewinn fiel mit 15,8 Milliarden Dollar zwar noch ansehnlich aus, konnte die Erwartungen der Analysten aber nicht erfüllen. Das schmerzt in einem Segment, in dem von den Anlegern eigentlich ein Überflügeln der Konsensschätzung schon beinahe fest erwartet wird. Noch größere Zahnschmerzen verursachte der Cashflow, der mal eben um 91 Prozent auf 784 Millionen Dollar einbrach. In den Kassen von Meta scheint nur noch ein überschaubarer Anteil zu landen.
Meta legt nach
Vielleicht wäre sogar das zu verkraften gewesen, könnte es sich dabei doch um eine einmalige Sache handeln. Allerdings bewegt sich Meta in eine andere Richtung. Der Konzern kündigte abermals höhere Investitionen an. Im laufenden Jahr sollen jene sich auf 130 bis 145 Milliarden Dollar statt der zuvor in Aussicht gestellten 125 bis 145 Milliarden Dollar belaufen. Zumindest am unteren Ende der Spanne legt die Facebook-Mutter also noch einmal nach. Zum Vergleich: im vergangenen Jahr nahm Meta „nur“ 72 Milliarden Dollar in die Hand.
Die Umsätze steigen schlicht nicht im gleichen Tempo wie die Ausgaben und die Gewinne noch sehr viel weniger. Das treibt Sorgen darum, dass Meta sich mit seinen Ausgaben schlicht verheben könnte, immer weiter an. Natürlich gibt es Wachstumssignale und fraglos ist es gelungen, KI-Funktionen immer mehr Nutzern zur Verfügung zu stellen. Das große Problem ist allerdings, dass damit bisher zu wenig Geld verdient wird und es auch keinen überzeugenden Kurs für eine Trendwende diesbezüglich gibt.
Mehr und mehr geht Meta an die Substanz und kann seine Investitionen offenbar längst nicht mehr alleine schultern. Dieser Eindruck ensteht zumindest mit Blick auf immer neue Partnerschaften. Der Vermögensverwalter Blackrock beispielsweise beteiligt sich zu 80 Prozent an einer 14 Milliarden Dollar schweren Anlage in Texas. Anderswo arbeitet Meta mit Blue Owl zusammen. Meta selbst mag darin enorme Chancen sehen, doch die Anleger können die damit verbundenen Risiken schlicht nicht ignorieren.
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01.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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