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Erste Group erhält Rückenwind aus Polen, Andritz schreibt Rekorde und die Raiffeisen Bank schnappt sich die Addiko Bank

Der ATX freut sich über viel Auftrieb

NTG24 - Erste Group erhält Rückenwind aus Polen, Andritz schreibt Rekorde und die Raiffeisen Bank schnappt sich die Addiko Bank

 

Die Börsianer hatten es in den vergangenen Tagen nicht immer einfach. Diverse Störfaktoren sorgten für eine eher schwache Kursentwicklung und der Blick auf die Indizes konnte einem schon mal den Tag vermiesen. Am Donnerstag hellte die Stimmung sich ein wenig auf. Dicke grüne Vorzeichen gab es da in Österreich zu sehen, wo der ATX sich um 2,4 Prozent auf 6.455 Punkte verbessern konnte.

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Mit dafür verantwortlich war die Erste Group (AT0000652011), welche einen Zwischenbericht für das erste Halbjahr vorlegte. Ausgewiesen konnte ein um 18,6 Prozent gestiegener Nettogewinn, angetrieben durch die Integration der im vergangenen Jahr übernommenen Santander Bank Polska, die nun als Erste Bank Polska in Erscheinung tritt. Einmaleffekte aus dieser Richtung beliefen sich auf 302 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 60 Millionen Euro verbucht, die durch bestehende Kreditportfolios in Polen dazukamen.

 

 

 

Für die Zukunft wird die Erste Group nun mutiger und erhöht die Prognose. Statt zuvor 285 Milliarden Euro wird jetzt ein Kreditvolumenziel von 290 Milliarden Euro ausgelobt. Außerdem soll das Ergebnis je Aktie um über 20 Prozent zulegen. Die Anleger zeigten sich zufrieden, erwarteten derartige Ergebnisse aber auch bereits. Die Aktie der Erste Group konnte letztlich um immerhin 0,8 Prozent auf 114,20 Euro zulegen.

 

Andritz mit hohem Auftragsbestand

 

Noch deutlich mehr Rückenwind gab es für den Anlagenbauer Andritz (AT0000730007). Um 9,4 Prozent schnellte hier der Kurs am Donnerstag in die Höhe, nachdem ein neuer Rekord beim Auftragsbestand gemeldet werden konnte. Zeitweise erreichte die Aktie bei 82,80 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch, ehe der Kurs sich zu Handelsschluss bei immer noch ansehnlichen 81,20 Euro einpendelte. Als schwer gefragt erwies sich vor allem die Sparte rund um Wasserkraft.

Der Auftragseingang von Andritz erhöhte sich im ersten Halbjahr um 25,2 Prozent auf etwa 5,9 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis sich um 4,9 Prozent auf 201 Millionen Euro verbesserte. Bei der Marge ging es ebenfalls aufwärts. Ein Plus von 0,3 Prozentpunkten erhöhte den Wert auf nun 8,6 Prozent. Gestärkt dadurch bestätigte Andritz die Prognose für das Gesamtjahr, womit offenbar nicht jeder fest gerechnet hatte.

 

Die Raiffeisen Bank schlägt zu

 

Auch ohne frische Zahlen konnte die Raiffeisen Bank (AT0000606306) bereits am Mittwoch für gute Stimmung unter den Anlegern sorgen. Das Institut hat nach eigenen Angaben den Bieterwettkampf um die Addiko Bank für sich entscheiden können. Nach Ablauf der Frist für ein Übernahmeangebot wurden dem Institut 56,16 Prozent der Anteile angedient, womit die Annahmeschwelle von 55 Prozent erfolgreich genommen werden konnte. Geboten wurden 26,50 Euro je Anteilsschein.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinSo nun auch die Kartellbehörden mitspielen, will die Raiffeisen Bank durch die Fusion ihre Rückkehr auf den Markt in Slowenien feiern und außerdem ihre Geschäfte in Kroatien und der österreichischen Heimat ausbauen. Die Tätigkeiten der Addiko in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro sollen hingegen abgestoßen werden. Durchsetzen konnte die Raiffeisen Bank sich wohl vor allem aufgrund einer Vereinbarung mit dem Addiko-Großaktionär Alta Group.

 

Kleine Enttäuschung bei der Addiko Bank

 

Die Aktie der Addiko Bank (AT000ADDIKO0) selbst reagierte auf den Erfolg der Raiffeisen Bank eher mit Enttäuschung. Der Kurs steigerte sich am Montag noch bis auf 28,50 Euro, setzte dann aber bis auf 26,20 Euro per Handelsschluss am Donnerstag zurück. Überraschend kommt das nicht; der Kurs passt sich lediglich dem Übernahmeangebot an. Zuvor gab es noch Hoffnungen darauf, dass etwas mehr drin sein konnte.

Mit im Rennen war schließlich noch die Nova Ljubljanska banka (NLB), welche mit 37 Euro je Aktie deutlich mehr geboten hatte. Offene Fragen zu Finanzierung und Regulierung trieben die Anteilseigner der Addiko Bank aber offenbar in die Arme des österreichischen Bieters. Die NLB scheiterte bereits in der Vergangenheit an einer Übernahme und wie es scheint, muss sie dieses Projekt nun endgültig an den Nagel hängen.

 

Nicht zu unterschätzen

 

Die Märkte in Österreich sind hierzulande oftmals nur eine Randerscheinung. Das kommt nicht überraschend, werden doch selbst deutsche Aktien von deutschen Anlegern zuweilen sträflich vernachlässigt, während die Aufmerksamkeit sich gerne mal auf den US-Markt richtet. Ein Blick in die Alpenrepublik kann sich jedoch lohnen, da dort zahlreiche Unternehmen dank starker Geschäfte in Mittel- und Osteuropa momentan viel Aufwind erfahren.

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31.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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