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Kann sich der Nickelpreis stabilisieren?

Der Nickelpreis, China und strategische Industriepolitik

 

Ähnlich wie Edelmetallinvestoren, die in den letzten Jahren auf Silber oder Platin setzten, hatten auch jene bisher wenig Glück, die in Nickel investierten. Noch drückender würde es, wenn man einen Vergleich zu den Aktienbörsen in Nordamerika oder zum Anleihemarkt in den USA und im Euroraum anstellen würde.

Gleichwohl begann der Nickelpreis, Ende 2015 sein bisheriges Zyklustief zu bilden. Seither bewegt sich der Nickelpreis, als hätte er eine Bleikugel am Bein. Entsprechend lahm ist die Bodenbildung.

Dann aber kam Leben in den Nickelpreis. Indonesien kündigte 2019 an, einen größeren Anteil der Wertschöpfung entlang der Förder- und Verarbeitungskette von Nickel im Inland sichern zu wollen.

Und so reagierte der Nickelpreis heftig auf die Ankündigung Indonesiens im August 2019, den Export von Nickelerz mit einem Nickelgehalt von weniger als 1,7 % bereits ab Januar 2020 anstatt ab 2022 zu beschränken, um die einheimischen Schmelzkapazitäten auszubauen.

 

Nickel langfristig

 

Aber auch der Nickelmarkt lebt nicht nur von Angebotsbeschränkungen. Mit der zunehmenden Schwäche Chinas und miteinander konkurrierenden Politikmaßnahmen, in den Förder- und Verbraucherstaaten jeweils Rohstoffe für regionale und nationale Wirtschaftspolitik instrumentalisieren zu wollen, sank die Marktmacht der einzelnen Anbieter.

Dabei gab der Nickelpreis einen Großteil seiner seit August 2019  gemachten Gewinne wieder ab und setzte fast wieder auf die zuvor gebrochene Abwärtstrendlinie auf.

 

Nickel mid term

 

Ein näherer Blick auf diese Entwicklung in Chart 2 zeigt, dass Nickel eigentlich nur schnell bis an seinen Widerstand vom Sommer 2014 gestiegen ist und seither eine ebenso schnelle und deutliche Korrektur durchmacht.

Ändern würde sich die Einschätzung allerdings, wenn der Nickelpreis erneut unter den Abwärtstrend fiele und dabei sogar noch unter sein Jahrestief von 2019. Dann würde eine breitere Bodenbildung wahrscheinlich, etwa in Form eines ausgeprägten Doppelbodens. Aber so weit sind wir noch nicht.

 

Fazit

 

Auch der Nickelpreis spürt die Antizipation sinkender chinesischer Nachfrage, aber ebenso die intentionalen Restriktionen im Rahmen strategischer Industriepolitik. Welche von allen wesentlichen Faktoren jeweils überwiegen, ist kaum abzuschätzen. Die Rohstoffmärkte schauen deshalb nicht grundlos nach China.

 

 11.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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