Hohe Speicherpreise machen Nintendo weiter zu schaffen, doch mit einer Software-Offensive scheint man für neue Zuversicht zu sorgen
Star Fox sorgt für Kurssteigerungen bei Nintendo
Die Nintendo-Aktie musste in den letzten Monaten stark Federn lassen und fiel zeitweise sogar schon auf ein Jahrestief zurück. Hauptsächlicher Faktor sind dabei die hohen Speicherpreise, welche die Margen erodieren lassen. Eine Entspannung in dieser Hinsicht kündigte sich zuletzt nicht an und die Anleger blicken weiterhin skeptisch in Richtung Zukunft.
Nintendo (JP3756600007) schlüsselt zwar selbst nicht auf, wie viel Geld mit jeder verkauften Konsole verdient wird. Einige Beobachter sprechen jedoch davon, dass die erst vor knapp einem Jahr veröffentlichte Switch 2 in einigen Regionen bereits mit Verlust verkauft wird. Das scheint vor allem in Japan wahrscheinlich. Um dort den schwachen Yen auszugleichen, bietet Nintendo ein auf Japanisch beschränktes Gerät für umgerechnet 270 Euro an. Hierzulande verlangt man im offiziellen Store 470 Euro.
Gerechnet wird daher fest damit, dass Nintendo den Preis der Switch 2 früher oder später erhöhen wird. Die Konkurrenz in Form von Microsoft und Sony passte die Preise von PlayStation 5 und Xbox Series bereits mehrfach nach oben an. Bei Sony zeigten sich auch schon die Resultate in den jüngst vorgelegten Quartalszahlen. Der Absatz der Konsolen brach im Vergleich zum Vorjahr um etwa die Hälfte ein. Da Nintendo sich derzeit noch im Aufbau der Installationsbasis befindet, wären derartige Einbrüche besonders schmerzhaft.
Nintendo setzt auf Nostalgie
Um die Verkäufe anzukurbeln, eignet sich freilich neue Software am besten. Diesbezüglich sorgte Nintendo nun für eine handfeste Überraschung. Ohne große Vorankündigung enthüllte die japanische Spieleschmiede am Donnerstag ein Remake des Klassikers „Star Fox 64“, welches hierzulande als „Lylat Wars“ bekannt war. Spielerisch verändert sich wenig, doch die mittlerweile stark angestaubte Optik aus den 1990er Jahren wird auf aktuelle Standards angehoben. Dazu kommt ein Online-Multiplayer, in denen sich bis zu acht Spieler Dogfights liefern dürfen.
Nintendo spielt damit klar die Nostalgie-Karte aus, und das offenbar mit Erfolg. Im Netz wird zwar auch darüber gemeckert, dass es mal wieder nur ein Remake ist. Doch an der Börse macht sich offenbar Vorfreude breit. Die Nintendo-Aktie konnte am Freitag bis zum Nachmittag um 3,6 Prozent auf 7.667 Yen zulegen und damit zumindest etwas Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 7.477 Yen herstellen. Dafür ist allerdings vermutlich nicht Star Fox allein verantwortlich.
Die Ankündigung treibt auch vorherige Spekulationen wieder in den Vordergrund. Vor einer Weile machte ein Leak die Runde, in dem unter anderem das nun angekündigte Star-Fox-Remake korrekt vorhergesagt wurde. Daraus wird nun geschlossen, dass auch die weiteren Leaks sich als zutreffend erweisen dürften. Dazu gehört ein mögliches Remake des Klassikers „Ocarina of Time“, welches bis heute das bestbewertete Spiel bei Metacritic ist. Passend dazu steht im kommenden Jahr der Start des Zelda-Films an. Nintendo könnte also noch einige Pfeile im Köcher haben.
Ein schwacher Trost?
Erfreulich aus Anlegersicht ist zudem, wie zeitnah Nintendo seine Spiele nach Ankündigung veröffentlicht. Mit Star Fox dürfen Spielerinnen und Spieler bereits Ende Juni abheben. Andere Spielehersteller lassen schon mal Jahre, teilweise sogar mehr als ein Jahrzehnt zwischen Ankündigung und Release verstreichen. Das wissen all jene, die heute noch auf „The Elder Scrolls 6“ warten. Nintendo kündigt seine Spiele bevorzugt kurz vor Veröffentlichung an. Das lässt darauf hoffen, dass es auch in Zukunft noch manche Überraschung zu sehen geben wird.
Letztlich lassen sich damit die rapide steigenden Kosten auf Hardware-Seite aber nicht dauerhaft kaschieren. Denn selbst wenn neue Software die Absatzzahlen ankurbelt, wäre dies aktuell ein zweischneidiges Schwert. Sollte es sich bewahrheiten, dass die Switch 2 bereits mit Verlust verkauft wird, so könnte sich ein Run auf die Konsole als unvorteilhaft für die Bilanzen erweisen. Damit im Hinterkopf ist die Nintendo-Aktie wohl weiterhin mit Vorsicht zu behandeln.
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08.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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