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Auf der Suche nach Bürgerrechten

Anti-Rassismus-Proteste in Washington erinnern an Martin Luther King Jr.

 

Während am Donnerstag US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus in Washington noch betonte, dass kein Präsident seit Lincoln so viel für die afroamerikanische Gemeinschaft getan habe wie er, sind die Menschen einen Tag später für einen Protestmarsch in Washington auf die Straßen gegangen, um für ein Ende von Rassismus und Polizeigewalt gegen schwarze US-Amerikaner zu demonstrieren. Dieser Kontrast, der die Situation nur noch weiter anheizt, zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen, Wahrnehmungen und Ansichten in Amerika auseinandergehen.

Die Bilder von der friedlichen Versammlung vor dem Lincoln Memorial in Washington DC gingen um die Welt und erinnerten daran, dass Amerikaner aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten sich mit Hinblick auf die anstehenden Wahlen im November solidarisieren.

 

Bildnachweis: © Fotografin - Taeja Smith

 

„Ich habe einen Traum“

 

Einer der Redner war Martin Luther King III, der älteste Sohn von Martin Luther King Jr., der auf den Tag genau vor 57 Jahren an selber Stelle vor dem Lincoln Memorial seine berühmte Rede mit den Worten „Ich habe einen Traum“ hielt.

„Wir fordern echten, dauerhaften, strukturellen Wandel“, sagte Luther King III. Er rief die Afroamerikaner auf, bei der Präsidentenwahl am 3. November ihre Stimme abzugeben, „als würden unser Leben, unsere Existenzen und unsere Freiheiten davon abhängen - weil das so ist“. Möglichst viele sollten auch ihre Hilfe bei der Durchführung der Wahl anbieten, „damit jede Stimme gezählt“ werde.

 

Bildnachweis: © Fotograf - Derek Baker - ThePhotographicGinger.com

 

Geprägt von aktuellen Ereignissen

 

Das Motto „Nehmt eure Knie von unserem Nacken“, unter dem der Protestmarsch stand, ist eine Anspielung auf den Tod von dem schwarzen Amerikaner George Floyd, der dadurch verstorben ist, dass ein Polizist minutenlangen auf seinem Hals gekniet hatte.

Der Tod Floyds war zwar das ausschlaggebende Ereignis für die darauffolgenden Proteste im Rahmen der „Black Lives Matter“-Bewegung, aber es war letztlich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. In den USA herrscht insbesondere in Bezug auf Polizeieinsätze ein struktureller Rassismus. Aber auch in allen anderen alltäglichen Bereichen des Lebens spiegelt sich dieser wider - seien es Bildungschancen oder auch später im Beruf.

 

Bildnachweis: © Fotografin - Taeja Smith

 

Und über all dem steht ein Präsident, der diese gesellschaftliche Spaltung nur weiter voranzutreiben scheint. Dass die Rede von Martin Luther King heute immer noch genau so wichtig und aktuell ist wie vor 57 Jahren, als er sie zum ersten Mal hielt, sagt genug darüber aus, wie es um die Bürgerrechte der afroamerikanischen Gemeinschaft in den USA steht.

 

30.08.2020 - Ann-Kathrin Wellen - akw@ntg24.de

 






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