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Rhodium geht in den Silvesterraketen-Modus über

Rhodium ist Palladium absolut und relativ weit voraus

 

Das Element Rhodium hat die Ordnungszahl 45 und ist ein silberweißes, hartes, unreaktives Übergangsmetall und zählt zusammen mit Cobalt, Iridium und Meitnerium zur Cobaltgruppe. Rhodium besitzt eine hohe Ähnlichkeit zu anderen Platinmetallen wie Platin oder Palladium. Dies betrifft beispielsweise die für Edelmetalle charakteristische geringe Reaktivität und eine hohe katalytische Aktivität.

Rhodium wird daher, oft in Form von Legierungen, vorwiegend als Katalysator eingesetzt. Als wichtiger Bestandteil von Fahrzeugkatalysatoren wird es zur Reduktion von Stickoxiden eingesetzt. Auch in industriellen Prozessen zur Herstellung einiger chemischer Grundstoffe werden Rhodiumkatalysatoren genutzt. Weil Rhodium in der Natur nur sehr selten vorkommt und gleichzeitig eine breite Anwendung findet, zählt es zu den teuersten Metallen überhaupt.

Was dies für das Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrager bedeuten kann, wenn ein sehr kleines preisunelastisches Rhodiumangebot auf eine politisch gestützte stärkere Nachfrage mit der Absicht, Emissionen zu reduzieren, trifft, zeigt ein Blick auf den Kursverlauf von Rhodium, der nachfolgend in Form eines Rhodium-ETF dargestellt wird.

 

 

Der Anstieg hat exponentiellen Charakter. Dies erklärt sich aber nicht nur mit der hohen Nachfrage, sondern auch mit der extremen Ungleichverteilung des Angebots. Denn rund 80 % des Rhodiums weltweit wird in Südafrika gefördert. Die berüchtigten

Stromunterbrechungen lassen immer wieder Lieferrisiken steigen, die durch die bisherigen Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie noch verstärkt wurden.

Schwerpunkt der Nachfrage ist dabei vor allem Asien. In China hat sich die Wirtschaft und damit auch die Autonachfrage relativ schnell erholt, gepaart mit der politischen Ausrichtung auf emissionsarme Autos.

Zuletzt wurden 1,1 Mio. Unzen Rhodium im Jahr gefördert. Dies entspricht einer Menge von gut 31 Tonnen, für die ganze Welt, für das ganze Jahr. Und die Autoindustrie macht dabei rund 85 % der Gesamtnachfrage aus.

Ein Vergleich mit Palladium, welches das Stärkste der vier großen Edelmetalle ist, zeigt, wie relativ stark Rhodium dagegen ist.

 

 

Fazit

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDer illiquide Markt ist zwar auch stark anfällig für scharfe Korrekturen. Allerdings ist bislang nicht absehbar, wie die stärkere Nachfrage der Autoindustrie selbst in dem Fall gestillt werden kann, wenn in Südafrika kaum Stromversorgungsprobleme auftreten und die Lockdown-Maßnahmen die Rhodium-Minen nur wenig beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund könnte der explosionsartige Anstieg noch eine Weile weitergehen, scharfe Korrekturen inklusive.

 

18.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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