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Rhodium-Rally verliert nur wenig Schwung

Das teuerste Edelmetall hat weiter Aufwärtsdruck

 

In diesem Monat erreichte Rhodium einen neuen Rekordpreis von 14.500 US-Dollar je Feinunze. Den Rhodium-Preistrend zeigt das unten abgebildete Rhodium-ETC.

 

 

Die stürmische Entwicklung resultiert dabei vor allem aus der knappen Angebotslage. Das geografische ,,Klumpenrisiko‘‘ kommt hinzu.

Denn die 5 größten Rhodium-Produzenten stammen aus Südafrika: Sibanye-Stillwater, Anglo American Platinum, Impala Platinum, Northam Platinum und Royal Bafokeng Platinum fördern zusammen rund 80 % der weltweiten Gesamtförderung.

Ein konkretes Risiko ist die Energieversorgung durch die staatliche Eskom, welche für ihre ständigen Unterbrechungen berüchtigt ist.

Den Produzenten hilft ökonomisch der schwache Rand, er kann aber ein stabiles Förderumfeld, welches durch die Auflagen im Zuge der Coronavirus-Pandemie belastet wird, nicht ersetzen.

Hinzu kommt, dass einige große Abnehmer in Antizipation der stärkeren Nachfrage im 4. Quartal 2020 und dem 1. Quartal 2021 einige Käufe vorgezogen haben dürften, was dem Preis zusätzlich Auftrieb verlieh.

Die generelle Angebotsknappheit führt bedeutende Rhodium-Abnehmer aus der Industrie dabei zu einer Strategie, in Schwächephasen der Autoindustrie die knappen Rhodium-Bestände antizyklisch aufzustocken.

Die Erwartungen für einen Impfstoff gegen das Virus und die extrem expansive Geldpolitik führt zumindest bei einigen Marktteilnehmern dazu, dass sie eine steigende Rhodium-Angebotsknappheit erwarten.

 

Fazit 

 

Rhodium bleibt auch weiterhin ein strategisches Metall, auf dem das geografische Risiko Südafrika liegt. Seine extrem geringe Marktgröße trifft dabei auf eine extrem unelastische Preiselastizität der Nachfrage. Dass sich daran kurzfristig kaum etwas ändern dürfte, zeigt die jüngste Kursentwicklung. Die große Unbekannte ist die ,,Visibility‘‘ des realen Verbrauchs in der Autoindustrie. Eine Verzögerung bei der Wiederbelebung der Nachfrage aus diesem Sektor könnte zwar auch den Rhodium-Preis wie bereits im Frühjahr 2020 erneut unter Druck bringen.

Die Instabilität des Förderumfeldes in Südafrika sowie anhaltendes strategisches Einkaufsverhalten großer industrieller Abnehmer haben jedoch einen mittelfristig glättenden Einfluss auf potenzielle Kursrückgänge. Damit ist der Rhodium-Preis auch weiter für starke Übertreibungen nach oben und unten gut. Denn stabile Marktgleichgewichte sehen anders aus.

 

25.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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