Die KI-Branche scheint sich Schritt für Schritt von Nvidia zu emanzipieren und auch Amazon bastelt längst an eigenen Chips
Bröckelt Nvidia die Kundenbasis weg?
Der KI-Boom hat sich für kein Unternehmen mehr ausgezahlt als für Nvidia. Der Chiphersteller kann seine KI-Beschleuniger mit fast schon absurden Margen bezahlen. Die zahlungskräftige Kundschaft in Form der Tech-Giganten beschwerte sich darüber bisher nicht weiter. Allerdings sind es eben jene Kunden, die zunehmen auch eigene Lösungen entwerfen und damit sogar zu Konkurrenten aufsteigen können.
Für viel Aufsehen sorgten erst kürzlich Gerüchte, laut denen Meta Interesse an TPUs von Google zeigen könnte. Der Suchmaschinenbetreiber stellte mit Gemini 3 außerdem unter Beweis, dass auch ohne die Hardware von Nvidia (US67066G1040) imposante Ergebnisse möglich sind. Nun folgt Amazon dem Trend und stellt mit Trainium3 die nächste Generation eigener KI-Hardware vor.
Ausgestattet mit 144 GB HBM3-Speicher und einer Anbindung mit 4,9 TB/s soll der neue Chip seinen Vorgänger um rund 50 Prozent übertreffen. Die Rechenleistung wird auf 2,52 PetaFLOPS beziffert. Das liegt weit unter dem, was Nvidia zu bieten hat. Allerdings dürfte das Ganze auch deutlich günstiger sein und es braucht nicht zwingend die schnellsten Chips, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Die Freundschaft mit Nvidia kündigt Amazon nicht direkt. Mit einem Custom-Prozessor soll sogar die Anbindung an Nvidia-GPUs ermöglicht werden, um der Leistungsfähigkeit der Amazon-Prozessoren nochmal einen hübschen Turbo zu verleihen. Dennoch zeigt sich grundsätzlich, dass die Entwicklung von alternativen Chips voranschreitet, was in der Zukunft noch am Geschäftsmodell von Nvidia nagen könnte.
Nvidia ohne Kurssprünge
Zu Panik unter den Aktionären führen die jüngsten Entwicklungen bisher nicht. Doch eine gewisse Skepsis hat sich bei der Aktie von Nvidia eingeschlichen. Trotz hervorragender Zahlen trauten die Bullen sich zuletzt nicht mehr in neue Höhen hervor und am Dienstag ging es mit 181,46 US-Dollar aus dem Handel. Sollten Amazon, Google, Microsoft und Co. weitere Fortschritte melden und für ihre Chips externe Abnehmer finden, so könnte das Wachstumstempo bei Nvidia dadurch durchaus einen Dämpfer erhalten, wenngleich davon akut noch nichts zu spüren ist.
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03.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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