als .pdf Datei herunterladen

Ryanair reagiert gelassen auf Übernahmeavancen von Elon Musk und Konzernchef O’Leary teilt weiter gegen den Tesla-Chef aus

Den Streit zwischen CEO O’Leary und Elon Musk nutzt Ryanair für eine gewitzte Marketingaktion

NTG24 - Ryanair reagiert gelassen auf Übernahmeavancen von Elon Musk und Konzernchef O’Leary teilt weiter gegen den Tesla-Chef aus

 

Ryanair-Chef Michael O’Leary und Elon Musk werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. In den vergangenen Tagen spitzte sich ein Streit zu, der auf Musks Unternehmen Starlink zurückzuführen ist. Ryanair entschied sich gegen eine Integration des Ganzen für schnelleres Internet bei den eigenen Flügen. Begründet wurde dies mit höheren Kosten, was sich für die Billig-Airline wohl nicht rechnen würde.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinMichael O’Leary rechnete vor, dass durch den Anbau von zwei Antennen pro Flugzeug sowie Anpassungen bei der Verkleidung und höheren Treibstoffverbrauch aufgrund eines größeren Luftwiderstandes Mehrkosten von 250 Millionen Euro entstehen würden. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass die Kunden bei den in der Regel kurzen Flügen zusätzliche Gebühren zu zahlen bereit wären. Im Schnitt dauert ein Flug von Ryanair (US7835132033) eine Stunde und 15 Minuten, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist.

 

 

 

Elon Musk reagierte darauf und unterstellte O’Leary, „falsch informiert“ zu sein. Daraufhin sagte der Ryanair-CEO in einem Radiointerview, dass er Musk überhaupt keine Beachtung schenken würde. Musk sei ein „Idiot“. Letzterer ließ das nicht auf sich sitzen. Auf seinem Kurznachrichtendienst X gab der Starlink-Chef das Ganze prompt zurück, betitelte O’Leary als Idioten und so schaukelte sich die Affäre munter hoch. Der Höhepunkt war schließlich eine Abstimmung darüber, ob Musk Ryanair kaufen solle. Rund zwei Drittel sprachen sich für diese Idee aus.

 

Ryanair wirbt mit großen Idioten

 

Davon wiederum zeigt sich Ryanair vollkommen unbeeindruckt. O’Leary verwies darauf, dass Nicht-Europäer keine Mehrheitsbeteiligung an einer europäischen Fluggesellschaft halten dürften. Musk mit südafrikanischer, kanadischer und US-Staatsbürgerschaft die Mehrheit von Ryanair erlangen, so würde die Airline ihre Verkehrsrechte verlieren. Es müssten neue Rechte ausgehandelt werden, was gut und gerne Jahre in Anspruch nehmen kann.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM TradeDamit im Hinterkopf spielte O’Leary dann auch darauf an, dass es Musk an solchem Basiswissen fehle. Zudem teilte der Ryanair-Chef noch gegen X aus, welches er als „Jauchegrube“ bezeichnete. Abseits davon wurden die Töne etwas sachlicher. Doch ließ Ryanair sich die Gelegenheit nicht nehmen, die Reibereien öffentlichkeitswirksam auszuschlachten. Auf der eigenen Webseite wirbt die Airline derzeit mit dem „Big Idiots Sale“. Angeboten werden 100.000 Sitzplätze ab 16,99 Euro, nur für „Elon Musk and alle anderen „Idioten“ auf X“.

Zugleich gab O’Leary schon fast damit an, dass der Streit mit Musk die Ticketverkäufe ordentlich angekurbelt habe. In den letzten zwei Tagen seien die Verkäufe um zwei bis drei Prozent gestiegen. Ob dies tatsächlich auf die Wortgefechte zurückzuführen ist, das lässt sich nicht überprüfen. Vorstellbar wäre es aber, da Musk in Europa eher unbeliebt ist und die Verkaufszahlen von Tesla sich auch deshalb seit Längerem im freien Fall befinden. Mit der direkten Konfrontation könnte Ryanair daher durchaus Sympathiepunkte sammeln.

 

Was wird nun aus dem Internet an Bord?

 

Auch wenn die Flüge zumeist kurz sind und viele eine Stunde auch ohne Internet überleben dürften, so gäbe es mit Sicherheit auch einige Kunden von Ryanair, die eine schnelle Internetverbindung an Bord zu schätzen wüssten. Vollkommen abgeschrieben werden muss diese Vision nicht. Starlink erteilte die Airline zwar eine Absage, die deutlicher kaum sein könnte. Im Hintergrund wird aber noch mit Konkurrenten verhandelt. Dazu zählt Amazon, welches mit Kuiper ein Konkurrenzprodukt zu Starlink vorbereitet.

Profitieren konnte von der erhöhten Aufmerksamkeit auch die Aktie von Ryanair. Jene zog es zwischenzeitlich auf mehr als 30 Euro in die Höhe. Am Donnerstagmorgen standen noch 29,55 Euro auf dem Ticker; immerhin vier Prozent mehr als vor einer Woche. Auch die Anleger sind also offenbar unbeeindruckt von Elon Musk und nicht einmal ernsthafte Übernahmefantasien scheint der reichste Mann der Welt auslösen zu können.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Ryanair Holdings-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Ryanair Holdings-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ryanair Holdings-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Ryanair Holdings - hier weiterlesen...

 

22.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)