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Ryanair: Börse reagiert negativ auf fehlende Jahresprognose

Ryanair bleibt bei den Anleger auf der Verkaufsliste - Aussichten zu vage

NTG24 - Ryanair: Börse reagiert negativ auf fehlende Jahresprognose

 

Ryanair hat sehr gute Zahlen vorgelegt, kann sich aber der Skepsis der Börse nicht entziehen. Die Unsicherheit bleibt hoch, wie stark die Folgen des Iran-Krieges die Konsumbereitschaft der europäischen Konsumenten beeinträchtigen. 

Die Börse schiesst bei Ryanair (IE00BYTBXV33) jetzt zuerst und stellt später die wichtigen Fragen. Der Iran-Krieg beschleunigt die Baisse bei den Aktien, aber er ist nicht der ursprüngliche Trigger gewesen. Die Anleger hatten die Aktien bis Ende 2025 auf 30 Euro nach oben gejubelt, was zu schnell kam und zu weit reichte. Ryanair ist Spitze, aber nicht so Spitze. Entsprechend sehen wir bereits seit Ende Dezember, dass die Aktien aus den Portfolios geworfen werden. Erst langsam und dann mit Beginn des Krieges immer schneller. Alles in allem bisher ein Max Drawdown von mehr als einem Viertel der Marktkapitalisierung.

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Ryanair Holdings Plc.

 

Wirklich tief wird Ryanair an der Börse jedoch nicht fallen. Die Zahlen für das Fiskaljahr 2026 sind sehr gut ausgefallen. Da die Nachfrage hoch und die Kapazitäten begrenzt waren, stieg der Jahresumsatz um 11 % auf 15,5 Mrd. Euro und die Zahl der transportierten Gäste um 4 % auf 208 Millionen. Dank einer knallharten Kostendisziplin stiegen die operativen Kosten nur um 6 %, womit sich ein riesiger Spread zum Vorjahr ergab und zu einem Anstieg des operativen Ergebnisses um 52 % von 1,56 Mrd. Euro auf 2,37 Mrd. Euro führte. Da das Finanzergebnis tiefer und die Steuerlast höher als im Vorjahr ausfielen, blieb unter dem Strich „nur“ ein Gewinnwachstum von 40 % von 1,61 Mrd. Euro auf 2,26 Mrd. Euro übrig. Was den Ausblick angeht, so blieb man im Vagen, da man sich nicht zutraut, die Auswirkungen aus dem Iran-Krieg zu prognostizieren. Man ist sich jedoch sicher, dass man die Zahl der zu transportierenden Gäste auf rund 216 Millionen erhöhen kann, bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten aufgrund einer alternden Flotte. Auch warnte die Gesellschaft, dass die Klimasteuern in der EU im neuen Fiskaljahr 2027 voraussichtlich um 300 Mio. Euro auf ca. 1,4 Mrd. Euro steigen werden.

 

Börse reagiert negativ auf fehlende Jahresprognose

 

Der Treibstoff ist nicht das Problem. Zumindest nicht für Ryanair. Ich weiss nicht, wie sie es hinbekommen haben, aber Michael O’Leary bestätigte noch einmal im Interview in New York, dass man 80 % des Treibstoffbedarfs bis zum April 2027 (!) abgesichert hat und zwar zu einem sensationellen Preis von 67 US-Dollar / Barrel. Jetzt muss allerdings auch noch zwischen dem reinen Ölpreis und dem Preis für verarbeitetes Kerosin unterschieden werden. Hier gab es im März und April eine Sonderkonjunktur für die Raffinerien, da alle europäischen Fluggesellschaften gleichzeitig zu horten begannen, was den Preis für Kerosin zeitweise massiv in die Höhe springen liess, weil die Raffinerien fast jeden Preis verlangen konnten. Doch auch das ist inzwischen Schnee von gestern. Die Kerosin-Margen der Raffinerien in Europa haben sich bereits wieder vom Peak aus gerechnet halbiert. Entspannung ist also in Sicht. Das bestätigen auch die grossen Airlines in Europa. Die ursprünglich gehegte Sorge, dass es zu Treibstoffengpässen kommt, können inzwischen alle verneinen. 

Der Engpass ist vom Tisch, aber bei den Energiekosten trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Wer zu guten Preisen und weit voraus in die Zukunft seinen Bedarf abgesichert hat und obendrein ein breit diversifiziertes Einkaufsnetzwerk hat, der kann in diesem Umfeld auf Kosten der anderen, die auf dem falschen Fuss erwischt wurden, Marktanteile hinzugewinnen. Konkret ist das Ganze für Ryanair ein enorm wichtiger Trumpf, denn man muss noch nicht einmal die Ticketpreise senken, um seinen Kundenstamm auszuweiten. Die Ticketpreise werden im relativen Vergleich automatisch günstiger, denn die Konkurrenz wird ihre Ticketpreise erhöhen müssen, um ungesicherten Treibstoffkosten auf die Kunden abzuwälzen. 

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Natürlich ist Ryanair nicht gänzlich aus dem Schneider. Man hat immer noch 20 % der Treibstoffkosten zu Spot-Preisen zu tragen, aber die Zeit wird zeigen, dass die meisten grossen europäischen Airlines einen deutlich geringeren Anteil ihrer zukünftigen Treibstoffkosten abgesichert haben. Das Einzige, was Ryanair in den kommenden Monaten daher aufhalten wird, ist, dass Boeing (US0970231058) in der Vergangenheit die Auslieferungen lange verzögert hat und Ryanair daher zu wenige Kapazitäten anbieten kann.

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20.05.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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