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Sambias Kampf gegen die Unterbewertung seiner Rohstoffexporte

Sambische Regierung geht gegen Steuervermeidung vor

 

Am heutigen Mittwoch teilte die sambische Regierung mit, dass im Juli 2020 damit begonnen werden soll, vor Ort an den Minen des Landes Gesteinsproben zu nehmen, um eine zu geringe Bewertung exportierten Erzes zu verhindern. Dies teilte heute das Nachrichtenportal ,,Mining Weekly‘‘ mit.

Mit der zu niedrigen Bewertung des Erzes sei auch eine zu geringe Besteuerung verbunden, was im Ergebnis zu geringeren Steuern für die sambische Regierung führt.

Das zuständige Ministerium teilte mit, Erzexporteure würden vorsätzlich Gesteinsproben von als Erz mit niedrigem Metallgehalt an das zuständige Prüflabor der Regierung liefern. Dies hätte eine zu geringe Wertangabe der Exporte und zu geringe Royalty-Steuereinnahmen der Regierung zur Folge.

 

Hafen

Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson

 

Der Umsatzverlust könnte sich auf Hunderttausende oder sogar Millionen von Dollars belaufen, je nach Diskrepanz im mineralischen Gehalt der Prüfprobe und dem tatsächlich exportierten Erz,‘‘ sagte Barnaby Mulenga, ständiger Sekretär beim Minenministerium in einer Stellungnahme.

Die Änderung soll zum 01.07.2020 in Kraft treten. Das bedeutet auch, dass das Ministerium dann keine Gesteinsproben mehr annehmen wird, welche die Exporteure selber einreichen.

Die Initiative stellt den jüngsten Schritt der sambischen Regierung dar, mehr Einnahmen aus dem Minensektor zu generieren.

Der Bergbau erzielt mehr als 70 % der sambischen Deviseneinnahmen. Auf jene ist die Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus mehr denn je angewiesen. Diese hat der sambischen Wirtschaft bereits schwer zugesetzt.

Sambia ist der zweitgrößte Kupferproduzent Afrikas. Das Land versucht daneben, seine Einnahmen breite zu diversifizieren. Im Zuge dessen soll die Goldförderung ausgebaut werden. Gold und Kupfer kommen oft zusammen in einem Erzflöz vor.

 

Fazit

 

Der Schritt Sambias zeigt, dass das Nachverfolgen von Lieferketten bereits bei der Förderung zu großen Streuverlusten führen kann. Damit dient die aktuelle Initiative nicht nur der besseren Abführung von Steuern und Abgaben, sondern auch der Transparenz der Lieferketten.

 

17.06.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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