Nachdem Tesla bei Software für autonomes Fahren Kunden mit alter Hardware überging, formiert sich nun Widerstand in Form einer Sammelklage
Das könnte teuer für Tesla werden
Erst vor wenigen Tagen meldete Elon Musk stolz, dass die niederländische Kraftfahrtbehörde RDW die Tesla-Software „Full Self-Driving (Supervised)“ für autonomes Fahren genehmigte. Es ist das erste Mal in Europa, dass Tesla eine solche Zulassung für sich verbuchen konnte. Das freute allerdings nur all jene, welche ein Fahrzeug mit der Hardware 4 ihr Eigen nennen. Wer in der Vergangenheit einen Tesla mit Hardware 3 (HW3) kaufte, schaut in die Röhre.
Genau das wollte Mischa Sigtermans aus den Niederlanden nicht einfach auf sich sitzen lassen. Der bekennende Fan von Tesla (US88160R1014) bestellte bereits im Jahr 2019 ein Model 3 und zahlte dafür knappe 70.000 Euro, wie das „Handelsblatt“ zu berichten weiß. Mit dazu kaufte er das Software-Paket für autonomes Fahren, auch wenn ihm klar war, dass es bis zur Auslieferung noch eine Weile dauern würde.
Er verließ sich aber letztlich auf das Versprechen von Tesla, dass sämtliche Fahrzeuge des Konzerns grundsätzlich für autonomes Fahren bereit seien. Schon vor knapp zehn Jahren schlug der Hersteller entsprechende Töne an. Dabei hieß es, dass die Hardware sämtlicher Fahrzeuge bereit sei und lediglich auf die Software gewartet werden müsse. Jene könne dann zu einem unbestimmten Zeitpunkt per Update installiert werden. Ein Werkstattbesuch sollte nicht notwendig sein.
Die Unzufriedenheit der Tesla-Kunden wächst
Mit der kürzlich erlangten Zulassung kristallisiert sich aber immer stärker heraus, dass dieses Versprechen wohl nicht eingehalten werden kann. Die fragliche Software läuft nur auf Fahrzeugen mit Hardware 4. Wann auch ältere Plattformen bedient werden, dazu schweigt Tesla. Experten zweifeln allerdings daran, dass es jemals so weit sein wird. Der alten Hardware fehlt es an Leistungsfähigkeit, Speicher und entsprechend ausgestatteter Kameratechnik. Sigtermans fühlt sich ein wenig übergangen und rief als Reaktion die Webseite ins Leben.
Auf jener können sich auch andere Tesla-Käufer mit HW3 registrieren, um in einer Sammelklage Ansprüche gegen Tesla geltend zu machen. Sigtermans argumentiert damit, dass Tesla im 6.800 Euro schulde. Dies treffe auch auf alle anderen Tesla-Fahrer mit HW3 zu, welche das Paket für das autonome Fahren erworben haben. Ursprünglich richtete sich das Ganze lediglich an Tesla-Fahrer aus den Niederlanden. Doch die Angelegenheit schlägt nun schon viel größere Wellen.
Über 3.000 Betroffene aus insgesamt 29 Ländern haben sich demnach bereits angemeldet. Außerdem berichtet Sigtermans, Anfragen von auf Massenklagen spezialisierten Kanzleien erhalten zu haben. Die Sache werde viel größer, als er gedacht hätte. Für Tesla könnte es im Zweifel teuer werden. Denn potenziell könnte es Millionen Betroffene geben. Fordern jene Schadenersatz in vierstelliger Höhe und bekommen dabei Recht zugesprochen, so würde es Tesla Milliarden kosten.
Tesla verliert an Glanz
Noch ist freilich offen, ob es dazu auch kommen mag. Mit Ruhm bekleckert sich Tesla allerdings nicht. Zum wiederholten Male scheitert der Konzern daran, vollmundige Zusagen aus der Vergangenheit auch einlösen zu können. Das kratzt weiter am ohnehin schon beschädigten Image. Seine Fans verliert der Konzern dadurch allerdings noch nicht komplett. Selbst Sigtermans selbst bezeichnet sich weiterhin als großer Freund von Tesla. Er wolle auch gar kein anderes Fahrzeug. Er hätte nur gerne das, wofür er schon vor Jahren viel Geld auf den Tisch legte.
Abseits von Rechtsrisiken hat Tesla bereits an Glanz verloren. Die Absatzzahlen konnten im ersten Quartal hier und dort wieder etwas zulegen. Man bleibt aber weit entfernt von vergangenen Rekorden. Die Zukunft steht voll und ganz unter dem Versprechen, mit Robotaxis und humanoiden Robotern gigantische Erfolge einzufahren. Unter dem Eindruck bisher nicht eingelöster Versprechen sind dezente Zweifel aber wohl erlaubt. Die Tesla-Aktie rutschte am Montag um zwei Prozent auf 392,50 US-Dollar zurück. Seit Jahresbeginn ging es um knapp 13 Prozent abwärts.
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21.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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