als .pdf Datei herunterladen

Welche Aktien profitieren vom Tauziehen um Grönland?

US-Tarife gehen als Drohmaßnahme in die zweite Runde

NTG24 - Welche Aktien profitieren vom Tauziehen um Grönland?

 

Die US-Tarife sorgen erneut für Schwankungen an den globalen Aktienmärkten. Trump droht Europa mit Strafzöllen aufgrund der Gegenwehr gegen die Übernahme von Grönland. Doch es gibt auch Unternehmen die profitieren können.

Zu Beginn des Jahres 2025 befand sich die US-Handelspolitik in einer Phase relativer Stabilität, allerdings auf einem bereits höheren protektionistischen Niveau als vor 2018. Die meisten Zölle, die Trump in seiner ersten Amtszeit initiiert hatte bestanden weiterhin etwa in Höhe von 25 % auf Stahl und 10 % auf Aluminium. Auch unter der Biden-Regierung wurden diese Zölle nicht zurückgenommen, sondern strategisch genutzt. Trotz dieser Zölle verzeichnete die USA zu Beginn des Jahres 2025 weiterhin ein sehr hohes Handelsdefizit insbesondere gegenüber China, der EU, Mexiko und Vietnam. In seiner emotionalen und teils irrationalen Art interpretierte US-Präsident Trump dieses Handelsdefizit nicht als makroökonomisches Phänomen, sondern als Beweis unfairen Handels. So wurden Zölle als einfaches und sichtbares Gegenmittel eingestuft.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Neben dem hohen Handelsdefizit blieb die hohe Inflation ein politisch hochsensibles Thema. So konnte die US-Regierung die Zölle nicht als Preistreiber, sondern viel mehr als Strafe für den unfairen Wettbewerb und als Schutzmechanismus für den amerikanischen Arbeiter verkaufen. Nach außen verkaufte die US-Regierung die Zölle als Instrument zur Stärkung der heimischen Wirtschaft. Die Zölle sollten die Importpreise erhöhen, um Produktionsverlagerungen in günstigere Länder zu stoppen und die USA für Investitionen attraktiver zu machen.

Tatsächlich war die angespannte fiskalische Situation der USA zu Beginn des Jahres 2025 der Haupttreiber für die Zölle auf ausländische Waren. Die USA hatte mit einer sehr hohen Staatsverschuldung von rund 120 % des BIP zu kämpfen. Die Inflation sorgte zusätzlich für stark steigende Zinsausgaben, die das Haushaltsdefizit weiter verstärkten. Dies schränkte den finanzpolitischen Spielraum der US-Regierung weiter ein. So wurden die Zölle auch als direkte Einnahmequelle angesehen und politisch als Einnahmequelle aus dem Ausland dargestellt.

Nach der Einführung der Basiszölle auf einen Großteil der US-Importe wurden die Zölle in einem zweiten Schritt weiter differenziert und verschärft. Die Länder mit einem hohen Handelsüberschuss gegenüber den USA wurden stärker belastet. Doch diese Zollerhöhungen blieben nicht unbeantwortet. So kündigte die EU Gegenzölle auf US-Agrarprodukte, Flugzeuge und auch Konsumgüter an. Der Konflikt entwickelte sich zu einem klassischen Handelskrieg mit den USA als Aggressor. Als im Sommer klar wurde, dass die Zollpolitik an die praktischen und politischen Grenzen stoßen wird, wurde in bilateralen Gesprächen eine Absenkung der besonders schädlichen Zölle verhandelt und der Kapitalmarkt stabilisierte sich wieder.

 

Zölle als Druckmittel für Grönland

 

US-Präsident Trump wollte bereits in seiner ernsten Amtszeit Grönland annektieren. Nun scheint er wirklich Ernst zu machen. Grönland ist wirtschaftlich klein, aber geostrategisch enorm bedeutend. Grönland besitzt mit der Nähe zu den arktischen Seewegen und der Lage zwischen Nordamerika und Europa eine große militärische Bedeutung als Standort für Frühwarn- und Raketenabwehrsystemen. Zudem besitzt das kleine Land ein hohes Vorkommen von seltenen Erden, Uran und andere kritische Mineralien für die Rüstungsindustrie. Dabei steht die USA mit China im Konkurrenzkampf, denn auch das Reich der Mitte versucht sich mit Infrastrukturprojekten und Investitionen wichtigen Einfluss zu sichern.

Anzeige:

Banner Zürcher Börsenbriefe Sonderaktion 4

 

Grönland ist kein eigenständiger Staat, sondern ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark. Und so erteilte Dänemark und auch die EU den Plänen Trumps. Grönland als 52. Staat einzugliedern eine scharfe Absage und erklärten, dass Grönland nicht zur Disposition steht und eine wirtschaftliche Öffnung gegenüber China nicht vollständig ausgeschlossen wird. Als Antwort auf diese Absage begann die US-Administration wieder damit handelspolitische Hebel offen zu diskutieren. In einem Pressestatement des Weißen Hauses heißt es etwa: „Handelspartner, die strategische Interessen der USA untergraben oder sicherheitsrelevante Abhängigkeiten vertiefen, müssen mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen.“

Konkret signalisierten die USA Anfang 2026 mögliche neue oder höhere Zölle für europäische Produkte, falls sicherheits- und rohstoffpolitische Interessen in der Arktis nicht stärker koordiniert würden. Die EU, insbesondere Dänemark und Deutschland, reagierte schnell und stellten eine engere sicherheitspolitische Kooperation sowie Beschränkung chinesischer Investitionen in kritische grönländische Projekte in Aussicht. Allerding verkündete man auch, dass man bereits wäre, sollte die USA den Zollstreit erneut eskalieren lassen mit den nötigen Maßnahmen zu antworten.

 

Sind das die Profiteure?

 

Zu den Profiteuren könnte jetzt MP Materials (US5533681012) gehören. Das Unternehmen ist einer der größten Produzenten seltener Erden in der westlichen Welt und hat eine zentrale Rolle in der US-Strategie zur Versorgungssicherheit dieser kritischen Metalle. MP Materials versucht in diesem Bereich die Abhängigkeit von China weiter abzubauen. MP Materials könnte daher stark profitieren, wenn Washington seine nationale Lieferkette ausbaut und fördert. Insbesondere im Verteidigungsbereich ist der Bedarf groß, was die Nachfrage nach REE-Magneten und -Materialien weiter antreibt. In der Vergangenheit kam es bereits zu strategischen Partnerschaften mit dem US-Verteidigungsministerium, die den Kurs deutlich beflügelten.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM TradeMit Critical Metals (VGG2662B1031) steht ein weiteres Unternehmen mit dem Fokus auf seltene Erden im Fokus. Critical Metals konzentriert sich auf ein großes Vorkommen Seltener Erden im Tanbreez-Projekt in Grönland. Die Aktie hat in 2026 bereits mehr als 100 % zugelegt, weil der Markt hofft, dass geopolitische Interessen einen Abbau attraktiver machen könnten. Ein erfolgreicher Projektstart würde Critical Metals zu einem global relevanten REE-Spieler machen, mit Know-How bis tief in die Verarbeitungskette rein.

Mit Amaroq Minerals (CA02311U1030) ist ein drittes Bergbauunternehmen auf der Liste. Das Unternehmen hat Explorations- und Produktionsprojekten direkt in Grönland. Darunter auch die historische Nalunaq-Goldmine und Projekte für Kupfer und Seltene Erden. Amaroq hat direktes Exposure zu den Grönland-Ressourcen und könnte von einer möglichen politischen Förderung durch die US-Regierung überproportional profitieren.

 

MP Materials-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten MP Materials-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für MP Materials-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu MP Materials - hier weiterlesen...

 

27.01.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)