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Nio, Tesla, Plug Power, BioNTech, Moderna, Novavax, CureVac: Marktbericht Strategiedepot Vermögensstreuung

Update zum Strategiedepot Vermögensstreuung 25.04.2021 - Teil 1

 

In der zurückliegenden Woche gab der MSCI World (Euro)-Index um - 0,8 % nach, wobei diese Schwächeneigung jedoch in keiner Weise auf eine Eintrübung des allgemeinen Aktienmarktumfelds, sondern allein auf die in der letzten Woche beträchtliche Aufwertung des EURO z.B. gegenüber den 4 wichtigsten gleichgewichteten Weltleitwährungen (sog. Euro Currency-Index / EXY) US-Dollar, Britisches Pfund, Japanischer Yen und Schweizer Franken um + 1,0 % zurückzuführen war. Exklusive dieses reinen Währungseffekts hat der MSCI World-Index in Lokalwährungen somit in der letzten Woche weiter geringfügig um + 0,2 % zugelegt.

Der auch in der letzten Woche anhaltende, erneute Aufschwung des Euro auf ein zum Freitags-Schluss gesehenes Niveau von knapp unter 1,21 EUR/USD, nachdem er noch am 31.03. ein Tief von minimal über 1,17 EUR/USD markiert hatte, erfolgte natürlich zum einen infolge weltweit immer stärker anziehender Konjunkturdaten, andererseits aber auch im Zuge der gerade in den USA weiterhin sehr erfreulich verlaufenden Quartalsberichtssaison der Unternehmen, die sich auch in Europa bislang sehr positiv angelassen hat (z.B. mit ebenfalls unerwartet stark ausgefallenen Quartalszahlen konjunkturzyklischer oder technologisch eng mit dem Halbleitersektor verbundener Unternehmen wie DAIMLER (vorläufige Eckdaten), VOLVO, ASML, AKZO NOBEL oder SKF).

Dies nährt die Erwartung einer überdurchschnittlichen Partizipation europäischer Unternehmen am zunehmenden Weltwirtschaftsaufschwung auch in den kommenden Quartalen und verleiht dem Euro derzeit währungsseitig eine Stärke, die im Falle einer kommenden signifikanten Überwindung des nächsten, sehr harten Widerstands bei 1,25 EUR/USD sogar rein charttechnisch eine weitere sehr dynamische Anschlussrallye deutlich über 1,30 EUR/USD hinaus nach sich ziehen könnte (dies dann aber zwangsläufig auch mit zunehmenden währungsadjustierten Umsatz- und Gewinneinbußen internationaler europäischer Exportkonzerne verbunden).

In den USA, wo bisher 25 % aller S & P 500-Konzerne ihre Zahlen zum 1. Quartal publiziert haben, konnten bislang 77 % von Ihnen die Umsatz-, aber sogar 84 % unter Ihnen die Nettogewinn-Schätzungen der Analysten überbieten. Letzteres stellt derzeit dabei die höchste positive Überraschungsquote seit Anfang 2008 dar. Die Fortschreibung der bisher erfolgten Publikationen in den USA würde außerdem aktuell auf ein Nettogewinnwachstum des S&P 500-Indexes im 1. Quartal um ca. + 33,8 % hinauslaufen, was bei einer Realisierung das stärkste Quartalsgewinnwachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahr seit dem 3. Quartal 2010 wäre und dem am 31.03. noch eine weit konservativere Nettogewinnwachstums-Konsensschätzung der Analysten von nur + 23,8 % entgegengestanden hatte.

In Europa waren dagegen, traditionell bezogen auf den STOXX 600-Index, bis zur letzten Ergebnisauswertung am 20.04. die Zahlen für eine umfassende Urteilsabgabe zur Bilanzberichtssaison vorerst noch nicht aussagefähig genug, da bis dahin erst 9 der 600 Konzerne ihre Umsatz- und Gewinnzahlen des 1. Quartals vorgelegt hatten. Bis zum heutigen 26.04. ist jedoch nun noch die Zahlenvorlage weiterer rd. 15 Konzerne des STOXX 600-Index erfolgt, weshalb wir ab nächster Woche auch erstmals einen Überblick über den bisherigen Verlauf der Quartalsberichtssaison in Europa geben werden.

Die internationalen Konjunkturdaten verzeichneten in der letzten Woche ebenso einen weiterhin sehr ermutigenden Verlauf. So publizierte nun auch Japan für den März einen überraschend starken Exportanstieg um + 16,1 % gegenüber dem Vorjahr (Analystenkonsens: nur + 11,6 %), während im Februar noch ein Rückgang um - 4,5 % zu verzeichnen gewesen war. In den USA bildeten sich schließlich ebenfalls in der Woche bis 21.04. die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weiter von 576.000 auf 547.000 zurück, während Ökonomen sogar durchschnittlich von einem erneuten Zuwachs auf 617.000 ausgegangen waren. Auch gegenüber dem 4-Wochen-Durchschnitt von noch 651.000 Arbeitslosenhilfe-Erstanträgen stellte allein dieser letztwöchige Indikator somit eine weitere klare Verbesserung der allerdings auch in den USA grundsätzlich immer noch prekären Arbeitsmarktsituation dar. Ferner wies Großbritannien im März gegenüber dem Vorjahr einen stattlichen Anstieg der Einzelhandelsumsätze um + 7,2 % aus (Konsenserwartung: nur + 3,5 %) während diese im Februar noch um - 3,7 % rückläufig gewesen waren.

Trotz dieses somit insgesamt weiter verbesserten Konjunktur- und Unternehmensgewinnbilds verharrte das auf 1 Jahr vorausgeschätzte KGV des MSCI World-Indexes (04/2022e) auch in der letzten Woche weiterhin völlig unverändert auch 20,5 und damit einem 19 Jahres-Hoch, was die Ermüdungserscheinungen des Indexes, auch zusätzlich geprägt durch das besorgniserregende Hochschießen der Corona-Infektionszahlen gerade in Indien nach dortigem erstmaligen Auftreten einer bisher völlig neuartigen, nochmals aggressiveren Doppelmutations-Variante des Virus nur erklärlich macht und künftig eine zunehmend selektive Aktienauswahl zwingend erforderlich werden lässt.

 

Chart: MSCI WORLD (Euro) – Index seit Ende 2014

 

 

Corona-Impfstoffhersteller setzen ihre Aktienrallye fort

 

Im Zuge der seit dem Tief am 15.02. zuletzt rd. ver-40-fachten täglichen Corona-Neuinfektionszahl in Indien (von rd. 9.100 auf aktuell rd. 355.000) standen in der letzten Woche natürlich erneut die Aktien der bereits weltführenden oder voraussichtlich noch max. rd. 2 Monate vor ihrer Vakzin-Zulassung stehenden Impfstoffhersteller BIONTECH (US09075V1026 / + 14 %), CUREVAC (NL0015436031 / + 6 %) und MODERNA (US60770K1079/ + 2 %) weiterhin im Vordergrund des Anlegerinteresses, das sich insbesondere in BIONTECH und CUREVAC in stärkeren Kursaufschlägen äußerte.

Die indische Regierung und nationale Pharmazulassungsbehörde wich nun am 14.04. in einem revidierten Beschluss notgedrungen von ihrer bis dahin sehr unnachgiebig verfolgten Haltung ab, selbst längst in Europa, der USA und Japan zugelassenen oder von der WHO zur Zulassung empfohlenen Impfstoffen und ihren Produzenten keine beschleunigte Notfallzulassung zu gewähren (was z.B. Pfizer/BioNTech bereits am 04.02. trotz aussagefähigster positiver Testergebnisse verärgert veranlasste, jegliche Zulassungsbeantragung in Indien solange zurückzuhalten, bis die indische Gesundheitsaufsicht ihre Zulassungsanforderungen nicht liberalisiere oder dieses Verfahren beschleunige) und wird allen Vakzinen, für die obige regionale Einführungsgenehmigungen bereits erteilt wurden, nun doch ab sofort einem solchen beschleunigten Zulassungsverfahren unterziehen.

Dies betrifft derzeit die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson und künftig voraussichtlich auch das Vakzin von NOVAVAX / US6700024010 (Zulassung in den USA, der EU und Großbritannien möglicherweise noch im Mai in Aussicht) nicht jedoch das Vakzin von AstraZeneca, für das Japan bislang eine dortige Zulassung explizit abgelehnt hat.

Darüber hinaus wurde in den letzten Tagen hinsichtlich des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer vermeldet, dass seitens der EU-Kommission die Vertragserstellung zur Lieferung von 1,8 Mrd. weiteren Impfdosen bis Ende 2023 derzeit ebenso dicht vor dem Abschluss stehen, wie auch die möglicherweise im Juni erfolgende Zulassungsgenehmigung dieses Vakzins in China.

Genauso spekuliert derzeit auch CUREVAC auf eine künftige Zulassung ihres Impfstoffs in der Schweiz, wo am 19.04. die Einreichung eines entsprechenden Antrags bei der Schweizer Gesundheitsaufsichtsbehörde SWISSMEDIC bekanntgegeben wurde.

Die Aktie von MODERNA stieg hingegen trotz der Aussichten auf eine baldige Zulassung in Indien in der letzten Woche deshalb nur deutlich moderater als die Aktie von BIONTECH, da der Konzern derzeit produktions- und organisationsbedingte Lieferschwierigkeiten in diverse Länder, so z.B. nach Kanada (geschuldet mit Sicherheit dem immensen Impfstoffbedarf im Heimatland USA, wofür jedoch seit dem Wochenende in den USA die französische SANOFI als künftiger Produktionspartner gewonnen wurde), Großbritannien und in die Schweiz ankündigte. Die Lieferverzögerungen in Europa sollen dabei angeblich auch an einem akuten Personalmangel ihres vertraglichen Logistikpartners für den europäischen Kontinent, LONZA, liegen.

 

Ausgeprägte Kurserholung bei NIO

 

Zu einer massiven Gegenreaktion des Kurses kam es nach vorangegangenem rd. 50 %igen Kurssturz außerdem auch in der Aktie des innerhalb Chinas derzeit stark aufstrebenden Elektrofahrzeugherstellers NIO (US62914V1061), die in der letzten Woche um + 14 % hochsprang, während die Aktie ihres in Asien jedoch noch rasanter boomenden Hauptkonkurrenten TESLA (US88160R1014) mit einem geringfügigen Kursabschlag von - 1 % praktisch auf der Stelle trat.

Besonders die Aktie von NIO wurde dabei in der letzten Woche vom Start der jährlichen, asienweit führenden Messe AUTO SHANGHAI (21. -28.04.) beflügelt, was noch zusätzlich von dem außerdem angekündigten erstmaligen Europa-Marktzutritt ab Mai sowie Anlegerhoffnungen auf ein möglicherweise besser als erwartet ausfallendes Ergebnis zum 1. Quartal 2021 forciert wurde (Publikation: 29.04.; Analysten-Konsens: Umsatz + 345 % ggü. Vorjahr, annähernde Drittelung des Konzern-Nettoverlusts aus dem 1. Quartal 2020).

Hingegen nahmen die Anleger bei TESLA im Vorfeld ihrer am 26.04. nachbörslich anstehenden Zahlenvorlage zum 1. Quartal 2021 zunächst erst einmal eine abwartende Haltung ein (Konsensschätzung: Umsatz + 74 %, Nettogewinn + 197 % gegenüber Vorjahr). Diese Marterwartung wurde dann schließlich mit der tatsächlichen Umsatz-Publikation von 10,39 Mrd. USD nahezu exakt getroffen, der effektive Nettogewinnsprung um + 272 % übertraf die Analystenprognosen hingegen bei weitem.

Und schließlich verzeichneten auch die nordamerikanischen Wasserstoff-Spezialisten PLUG POWER (US72919P2020) und BALLARD POWER (CA0585861085) in der letzten Woche nach ihren sogar noch ausgeprägter als bei NIO ausgefallenen Aktienkurs-Crashs von - 67 % bzw. - 58 % wenigstens leichte Kursgewinne von + 3 % bzw. + 2 %. Ein mögliche charttechnische Bodenbildung ist bei den Aktien dieser zuletzt ungebremst verlustausweitenden Konzerne im Vorfeld ihrer anstehenden Zahlenpublikationen (Ballard Power: 03.05., Plug Power: 11.05.) aktuell jedoch noch weit und breit nicht in Sicht. Von Investments in diese Aktien raten wir daher weiterhin strikt ab.

 

27.04.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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