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Weizenpreis: Russland plant erneut Beschränkung der Getreideexporte

Der Weizenpreis konsolidiert neues Fünfjahreshoch

 

Es war eine wenig überraschende, aber doch beunruhigende Nachricht, als Russland Ende März 2020 als weltgrößter Getreideexporteur eine zeitweise Begrenzung seiner Ausfuhren einführen wollte. Damit sollte eine stabile Versorgung des heimischen Lebensmittelmarktes während der Coronavirus-Pandemie gesichert werden.

Die Ukraine hatte zuvor ebenfalls erklärt, die Weizenexporte täglich zu überwachen und bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen werde. Bäcker und Müller des Landes hatten zuvor gefordert, die Getreideexporte zu begrenzen, um einen Anstieg der Brotpreise im Inland zu verhindern, falls sich die Ausbreitung des Coronavirus beschleunige.

Nun hat sich nach der ersten Corona-Infektionswelle die zweite Welle aufgebaut, und auch Russland und die Ukraine sind schwer davon betroffen.

Und wie schon vor einem halben Jahr hat die russische Regierung einen Gesetzentwurf verabschiedet, nach dem die Getreideexporte des Landes zwischen Februar 2021 und dem Saisonende im Juni auf 15 Mio. Tonnen begrenzt werden sollen.

Dies schnürt dem Land kein enges Korsett, öffnet aber die Möglichkeit, einem als zu stark betrachteten Preisanstieg im Land vorzubeugen, wenn die Exportanreize sehr hoch sein sollten. Die Ernte des Hauptexportprodukts Weizen war allerdings deutlich besser als im Vorjahr, was die Sorgen vor Knappheit relativiert.

Ein Blick auf den aktuell laufenden Weizenkontrakt an der US-Warenterminbörse zeigt, dass sich der Weizenfuture bereits seit 2016 langsam und in einer Wechselbewegung nach oben entwickelt und in den vergangenen Tagen bereits kurz seinen nächsten Widerstand überwunden hatte, bevor er dann wieder zurückfiel.

 

 

Auf Monatsbasis und langfristiger Perspektive zeigt sich, dass der Weizenpreis nicht nur einfach sein Tief von 2016 nach oben verlassen hat.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDenn bereits das Tief des Weizenpreises 2010 im Zuge der Finanzkrise ab 2008 markierte einen ersten Teilboden einer ausgeprägten langfristigen Bodenbildung.

Der im Bild markierte Fächer stößt nun langsam an eine Widerstandszone, welche für die Bestätigung des Doppelbodens (blaue Untertassen) wichtig ist. Ein Überschreiten würde mittelfristig das Pulver bereitstellen, um den Weizenpreis in Richtung der roten zentralen Widerstandslinie zu katapultieren. Diese stellt nämlich die Nackenlinie des großen Doppelbodens dar. Ein Überwinden dieses Widerstandes hätte mit großer Wahrscheinlichkeit neue Allzeithochs für Weizen zur Folge.

 

Fazit

 

Weizen baut weiter an seinem Boden und hat nach einem neuen Aufwärtsimpuls eine wichtige Widerstandszone erreicht. Sollte diese überzeugend überwunden werden, ist ein mittelfristiger Anstieg von Weizen aus charttechnischer Sicht um 50 % realistisch und bei einem weiteren Anstieg darüber neue Allzeithöchstkurse realistisch. Dazu dürften dann wahrscheinlich dann aber noch andere Faktoren beitragen als eventuelle Exportbeschränkungen Russlands.

 

16.11.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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