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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 10.07.2021

Die Edelmetallwoche vom 05.07.2021 – 09.07.2021

NTG24 - Edelmetalle - Wochenrückblick vom 10.07.2021

 

Im Zuge der letztwöchigen leichten Befestigung des Euro zum US-Dollar (+ 0,11 % auf 1,1878 EUR/USD) und trotz des weiteren deutlichen Rückgangs der Rendite 10jähriger US-Treasuries von 1,44 % auf nur noch 1,30 % legten die Edelmetallpreise, vor allem gestützt durch weiterhin solide längerfristige Konjunktur- und Unternehmensgewinnperspektiven sowie behauptete internationale Aktienmärkte (MSCI World (USD)-Index + 0,1 %) in der vergangenen Woche überwiegend zu. So gewann Gold + 1,2 % auf 1808 USD/oz, Platin + 1,0 % auf 1104 USD/oz und Palladium + 0,9 % auf 2817 USD/oz. Lediglich Silber verbilligte sich um - 1,4 % auf 26,11 USD/oz.

 

Chart: Rendite 10jähriger US-Treasuries

 

 

Gold

 

In der letzten Woche befestigte sich der Goldpreis deutlich um + 1,2 % und schloss den Freitagshandel bei 1808 USD/oz ab.

Der aktuell relevanteste, in der letzten Mai-Woche 2019 etablierte Primär-Aufwärtstrend des Goldpreises erhielt in seiner derzeitigen Unterstützung bei rd. 1740 USD/oz damit in der letzten Woche charttechnisch eine klare Bestätigung seiner Intaktheit.

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Werbebanner ClaudemusGleichfalls ist der Goldpreis von seinem relevantesten Aufwärtstrendwiderstand bei rd. 1890 USD/oz jedoch auch weiterhin ein gutes Stück entfernt, so dass aus unserer Sicht angesichts der Breite und ausgeprägten Symmetrie des aktuellen Konsolidierungsdreiecks, in den der Goldpreis seit Anfang August 2020 eingemündet ist, aus unserer Sicht ein Ausbruch aus dieser Konsolidierungsformation nach oben oder auch unten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr im Juli zu erwarten ist, sondern diese Ausbruchsentscheidung wohl ab August, spätestens aber im September anstehen dürfte.

Bis dahin rechnen wir somit kurzfristig stark mit einer tendenziellen weiteren Seitwärtsbewegung des Goldpreises, die dabei innerhalb o.g. aktueller knapp 9 %iger Widerstands-/Unterstützungs-Spanne aber dennoch durchaus von erhöhter Volatilität geprägt sein kann.

Die zuletzt am 06.07. durch den Commitment of Traders- (COT-) Report publizierten Future Handels-Daten wiesen im Edelmetall Gold bei einem bestehenden Open Interest von 465.811 Kontrakten (= + 12.451 Kontrakte gegenüber der Vorwoche) im Übrigen eine Netto Short-Positionierung der kommerziellen Trader (Commercials) von - 214.726 Kontrakten aus.

Gegenüber der Vorwoche bedeutete dies einen Ausbau dieser Absicherungsbestände um - 19.606 Kontrakte, was somit gerade im zuletzt wieder zunehmend entspannten internationalen Zinsumfeld eine mit Recht derzeit wieder von wachsender Vorsicht geprägte Positionierung der Commercials signalisiert.

 

Chart: Goldpreis in USD seit Frühjahr 2018

 

 

Silber

 

Anders als der Goldpreis verzeichnete der Silberpreis in der zurückliegenden Woche eine deutliche Kursschwäche und gab bis zum Freitags-Schluss um - 1,4 % auf 26,11 USD/oz nach.

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Werbebanner Trading SeminarWir interpretieren diese Kursschwäche in Silber als die aktuell nicht allzu verheißungsvolle Position des Metalls im Spannungsfeld eines seit Monaten tendenziell stagnierenden Goldpreises, aber gleichzeitig einer perspektivisch deutlich höheren konjunktur- und industriezyklischen Attraktivität der weiteren Weißmetalle Platin und Palladium.

Nach dem jüngsten kurzfristigen Dreiecksausbruch des Silberpreises nach unten liegt die nächste, bereits deutlich flachere Unterstützung nun bei rd. 25,20 USD/oz.

Sollte auch diese entscheidende Unterstützung künftig signifikant verletzt werden, d.h. der Kurs gar unter 25 USD/oz fallen, spräche dies für die darauffolgende Eröffnung eines nur noch sehr volatilen Seitwärtstrendkanals in Silber, weshalb wir in diesem Fall dann empfehlen würden, Silberengagements entweder ganz aufzulösen oder zumindest deutlich zu reduzieren.

Gemäß dem jüngsten COT- Future Handels-Report bestand per 06.07. in Silber ein Open Interest von 157.216 Kontrakten (= + 97 Kontrakte gegenüber der Vorwoche), das mit einer Netto Short-Positionierung der Commercials von - 63.097 Kontrakten einherging (= Ausbau der Netto Short-Position gegenüber der Vorwoche um - 5.989 Kontrakte).

 

Chart: Silber-Preis in USD seit Frühjahr 2018

 

 

Platin

 

Im Zuge der derzeit und voraussichtlich auch längerfristig weiter klar anziehenden Konjunktur- und Unternehmensgewinndynamik tendierte Platin in der letzten Woche freundlich und legte um + 1,0 % auf einen Wochenschlussstand von 1104 USD/oz zu.

Auch im Fall von Platin sieht die Chartkonstellation trotz seiner höheren Konjunkturzyklizität derzeit relativ ähnlich zu der des Goldpreises aus, indem auch dieser Preis nach dem Corona-Crashtief vom 20.03.2020 und anschließender sprunghafter Erholung in einem allerdings noch kürzeren Zeitraum seit dem 15.02.2021 nun ebenfalls in ein sehr symmetrisches Konsolidierungsdreieck eingemündet ist und seither innerhalb einer aktuellen Unterstützungsmarke von rd. 1050 USD/oz sowie einer Widerstandsmarke von rd. 1240 USD/oz in den nächsten Tagen und Wochen zumindest bis weit in den August hinein nun beginnen sollte, eine immer zugespitzter werdende Seitwärtsbewegung auszuprägen.

Da die o.g. aktuelle Unterstützungs-/Widerstands-Spanne, d.h. der Abstand der aktuellen Konsolidierungsdreiecks-Begrenzungen mit rd. 18 % jedoch zur Zeit noch in etwa doppelt so breit angelegt ist wie im Fall des Goldpreises, rechnen wir trotz der bereits grundsätzlich immanent höheren Volatilität des Platinpreises verglichen mit dem Goldpreis mit dessen Ausbruch aus seinem aktuellen Konsolidierungsdreieck nach oben oder unten voraussichtlich erst ab September oder spätestens im Oktober.

Welche Ausbruchsrichtung der Platinpreis mittelfristig annehmen dürfte, dürfte dabei noch weit stärker als im Fall des Goldpreises vor allem von der weiteren Entwicklung der globalen Konjunkturdaten wie auch der für den Platinpreis neben der Schmuckindustrie relevantesten Entwicklungen des weltweiten Automobil-, Flugzeugbau-, Medizin- und Halbleiter-Technologiesektors abhängen.

Der jüngste COT-Future Handels-Report vom 06.07. wies bei einem Open Interest in Platin von 55.441 Kontrakten (= - 2.824 Kontrakte gegenüber der Vorwoche) eine Netto Short-Positionierung der Commercials von - 21.181 Kontrakten aus (= Abbau der Netto Short-Bestände um + 708 Kontrakte).

 

Chart: Platin-Preis in USD seit Frühjahr 2018

 

 

Palladium

 

Und Palladium verzeichnete in der Vorwoche schließlich ebenfalls eine freundliche Tendenz und schloss die Handelswoche mit einem Plus von + 0,9 % bei 2817 USD/oz ab.

In seiner noch wesentlich ausgeprägteren Industrie- und Konjunktur-Lastigkeit als Platin, die vor allem in wesentlich breiteren Automobilkatalysator-Anwendungen (Diesel-, Gas- und Hybridantriebe) zum Ausdruck kommen, verzeichnet Palladium völlig in Einklang mit den zurückliegend zwar weiter positiven, in ihrer Dynamik jedoch zunehmend abflauenden Nachrichten- und Aktienentwicklungen im Automobilsektor zwar weiterhin grundsätzlich einen soliden Aufwärtstrend, jedoch ist auch dieser seit Anfang Mai von einer spürbar nachlassenden Anstiegsdynamik gekennzeichnet, was in einer mittlerweile nur noch recht flach ansteigenden Widerstandlinienbegrenzung (aktuell rd. 3040 USD/oz) und dem gegenüber aber in einer weiter sehr zügig ansteigenden Unterstützungslinienbegrenzung zum Ausdruck kommt (aktuell rd. 2500 USD/oz).

Hierin kommt nach unserer Interpretation mittlerweile eine eher zurückhaltender werdende Industrie- und speziell Automobilkonjunktur-Sektoreinschätzung der Marktteilnehmer zum Ausdruck, als dies für die zusätzlich bedeutsamen Platinbranchen des Schmuck- und Technologiesektors gilt, weshalb wir selbst auch ein künftiges Eintauchen des Palladium-Preises in eine vorerst lediglich weiter seitwärts gerichtete Stagnationsphase zwischen ca. 2600 – 3000 USD/oz derzeit nicht ausschließen können und daher die weiteren Performancechancen von Platin kurz- wie mittelfristig momentan tendenziell als höher einschätzen, als im Fall von Palladium.

Gemäß dem jüngsten COT-Report bestand am 06.07. in Palladium ein Open Interest von 10.114 Kontrakten (= + 921 Kontrakte gegenüber der Vorwoche), wobei die Commercials ihre aktuelle Netto Short-Positionierung in Palladium von - 2976 Kontrakten in der letzten Woche um nicht weniger als - 1007 Kontrakte (= - 51 %) ausgebaut haben, was wir ebenfalls für ein starkes Signal halten, dass die allgemeine Konjunktureinschätzung des Marktes zum Automobilsektor nun möglicherweise erst einmal wieder vorsichtiger zu werden beginnt (gerade auch aufgrund offenbar erhöhter Produktionsbeeinträchtigungen im 2. Halbjahr durch die anhaltenden Halbleiter-Lieferengpässe speziell aus Asien, was schon länger zurückliegend Tesla, nun aber auch VW und Daimler verlauten ließen).

 

Chart: Palladium-Preis in USD seit Frühjahr 2018

 

 

12.07.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 






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