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Marktbericht Platin und Palladium – Platin im Momentum-Sog, Palladium versucht Stabilisierung

Die Handelswoche in Platin & Palladium vom 08.06. – 12.06.2026

NTG24 - Marktbericht Platin und Palladium – Platin im Momentum-Sog, Palladium versucht Stabilisierung

 

Platin und Palladium entwickelten sich in der abgelaufenen Handelswoche gegensätzlich. Während Platin nach einem bedeutenden charttechnischen Bruch weiter schwach blieb, konnte Palladium seine starken Vorwochenverluste zur Hälfte wieder aufholen. Eine nachhaltige Bodenbildung ist gleichwohl bei beiden Edelmetallen noch nicht erkennbar. Kurzfristig bleibt das Abwärtsmomentum bei Platin deutlich stärker, weshalb hier ein genauerer Blick auf den Kurschart lohnt.

Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) gingen in dieser Handelswoche getrennte Wege. Nach der starken Abwärtsbewegung der Vorwoche konnte sich in der abgelaufenen Handelswoche zumindest Palladium wieder erholen, während Platin weiter unter Verkaufsdruck blieb. Im Wochenvergleich gab Platin von 1.763,78 USD auf 1.708,84 USD und damit um 3,1 % nach. Palladium dagegen konnte nach den starken Verlusten der Vorwoche von 1.212,83 USD um 4,7 % auf 1.269,32 USD zulegen.

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Platin erschlafft charttechnisch

 

Wie wir bereits im Marktbericht der Vorwoche skizziert hatten, kämpfte Platin von Mittwoch bis Freitag mit seiner mittelfristigen Aufwärtstrend-Linie, und verlor! Mit dem Wochenschlusskurs deutlich darunter, hatte Platin für die neue Woche neues Abwärtsmomentum generiert, was sich im Wochenverlauf auch entlud. Chart 1 zeigt die Entwicklung auf Tagescandle-Basis.

 

Platin / US-Dollar

 

Die lila Kreise verdeutlichen, dass Platin bereits zuvor sensibel auf diese Aufwärtstrendlinie reagiert hatte, was nichts anders bedeutet, als dass diese charttechnische dynamische Unterstützung in den Augen der Marktteilnehmer relevant ist. Aus dieser Sicht ist es dann nicht überraschend, wenn der Bruch dieser Linie ein Verkaufsgrund für einen Teil der Investoren darstellte. Dies verdeutlichen die deutlich höheren Umsätze nach dem Unterschreiten.

Chart 2 zeigt nun die selbe Entwicklung auf Wochencandle-Basis. Die Mehrinformation auf dieser aggregierten Skale ist, dass die Umsätze in dieser Handelswoche fast so hoch waren wie beim bisherigen Jahrestief Ende März. Dies untermauert die psychologische Relevanz des Trendlinien-Bruchs.

 

Platin / US-Dollar Wochencandle

 

Ein Blick auf Chart 3 wirft schließlich noch ein weiteres technisches Schlaglicht auf den beschriebenen Trendbruch. Er zeigt nämlich, dass bei diesem Bruch nicht nur die mittelfristige dynamische Unterstützungslinie unterschritten wurde, sondern auch eine statische Unterstützungsmarke, welche vom Mai 2011 herrührt und die bei 1.875 USD liegt. Diese Marke war bereits beim Sell-off am 23.03.2026 auf Wochenschlusskurs-Basis unterschritten worden. In der Folgewoche erholte sich der Kurs aber dann wieder und schloss darüber.

Mit einem Wochenschlusskurs von 1.763,78 USD in der vergangenen Woche hat Platin erneut darunter geschlossen und nun allerdings nicht nur die statische Unterstützung bei 1.875 USD, sondern eben auch noch seine Aufwärtstrendlinie unterschritten, was Ende März noch nicht der Fall war. Dies bedeutet, dass es sich um den Bruch einer Kreuzunterstützung handelte, was die steigenden Umsätze noch besser erklärt.

 

Platin / US-Dollar langfristig

 

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Werbebanner EMH PM TradeTrotz dieser Indikatorenlage bleibt es dabei, dass Platin im Dezember 2025 ein neues Allzeithoch markiert hat und damit eine seit März 2008 laufende massive Korrektur beendet hat. Die Entwicklung seither widerlegt zwar nicht ein massives Fehlsignal. Sie ist allerdings auch keine hinreichende Evidenz dafür, dass das mit dem Ausbruch generierte langfristige Kaufsignal falsch ist. Der Kursanstieg von 862,85 USD im April 2025 um 234 % bis auf 2.882,37 USD im Januar 2026 lässt viele charttechnische Konsolidierungsmuster zu, die das primäre Kaufsignal nicht entwerten. Auch wenn eine überzeugende Bodenbildung bei Platin noch aussteht, bleibt deshalb die langfristige Ausgangslage weiter positiv, insbesondere dann, wenn das große Substitut Gold weiter zulegt!

 

Palladium mit ersten Stabilisierungsversuchen

 

Palladium hielt sich in dieser Woche besser, wohl aber vor allem deshalb, weil es schon in der letzten Woche deutlich verlor und nun in dieser Woche versuchte, sich zu stabilisieren. Wie wir bereits zeigten, besitzt Palladium auf dem aktuellen Kursniveau keine bedeutenden Unterstützungen. Ob man in dieser Situation den technischen Joker einer Momentum-Umkehr bemühen sollte, bleibt einstweilen offen. Er kann aber in jeder Situation gezogen werden und ist damit eine ,,charttechnische Wildcard‘‘. Ein Grund, warum ein Momentumwechsel bei Palladium gedanklich nicht zu weit weggelegt werden sollte ist, dass seine ,,Investment Story‘‘ stark politisch geprägt und deshalb für abrupte Richtungswechsel anfällig ist.

Aus dieser Sicht erscheint jede Entwicklung, bei der der in Chart 4 sichtbare langfristige Aufwärtstrend nicht unterschritten wird, mittelfristig konstruktiv. Mittelfristig deshalb, weil das Korrekturpotenzial seit dem Jahreshoch im Januar 2026 weitgehend abgebaut wurde. Dem steht das aktuelle Nichtwissen über die Art der kommenden Bodenbildung nicht entgegen.

 

Palladium / US-Dollar langfristig

 

Die orangene Horizontale in Chart 4 auf Monatscandle-Basis markiert eine statische Unterstützung, welche durch das Korrekturtief im Mai 2019 entstand. Diese Unterstützung wurde im Juni 2023 wieder zu einem Widerstand, als sie erneut unterschritten wurde. Danach prallte der Kurs im Dezember 2023 und im Oktober 2024 von unten daran ab und kämpfte auch ab Juli 2025 mehrere Wochen, bis er schließlich im Oktober 2025 überwunden wurde.

In der abgelaufenen Handelswoche fiel Palladium erneut darunter, schloss aber schließlich auf dem Niveau. Dies deutet darauf hin, dass in dieser Zone auch eine Bodenbildung mit größeren Schwankungen möglich ist.

In diesem Szenario müsste man keinen Joker bemühen und die charttechnischen Kriterien wären weicher. Das Hauptkriterium für die grundsätzliche charttechnische Zuversicht bei Palladium bleibt, dass der langfristige Aufwärtstrend nicht unterschritten wird. In diesem Fall würden die charttechnischen Karten neu gemischt!

 

Palladium / US-Dollar Wochencandle

 

Chart 5 auf Wochencandle-Basis zeigt nochmals die genannte Unterstützungszone um 1.268,18 USD. Die tiefere orangene Horizontale verweist nun auf eine Kurszone, in der bei einem weiteren Kursrückgang eine Bodenbildung plausibel wäre. Sie liegt im Bereich von 1.072,09 USD, dem Zwischentief vom 27.08.2025.

In diesem Szenario wäre eine Bodenbildung mit dem Abschluss der S-K-S-Formation kombinierbar. Diese S-K-S-Formation wäre ein Konsolidierungsmuster, welches die Gewinne seit Sommer 2025 mit der sich anschließenden Korrektur kombiniert. Aus dieser Sicht würde eine Bodenbildung oberhalb der Marke von 1.072,09 USD schlicht den Abschluss einer massiven Korrektur anzeigen, aber eben nicht das Ende der gesamten Aufwärtsbewegung.

Grund für diese Überlegung ist die Tatsache, dass anders als Platin, Palladium weit von einem starken Kaufsignal entfernt ist, denn Palladium hat in seiner Aufwärtsbewegung seit Sommer 2025 kein neues Allzeithoch erreicht. Die langfristige Aufwärtstrendlinie markiert dabei eben eine Untergrenze eines Wahrscheinlichkeitsraumes und nicht die Obergrenze.

Im Ergebnis zeigt sich, dass man bei beiden Edelmetallen weiter Geduld haben sollte. Charttechnisch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen, aber die Früchte hängen eben aber auch nicht so tief. Platin hat zusätzlich und unabhängig von der industriellen Entwicklung den Substitutionsdruck vonseiten des Goldes auf seiner Seite.

Was aber beide Edelmetalle weiterhin attraktiv macht ist ihre weiterhin hohe Attraktivität in der ,,Real Asset‘‘-Diskussion. Eine kleine Menge, kombiniert mit relativ hoher Wertdichte und viel politischem Friktionspotenzial, bietet gute Startbedingungen für den zuvor skizzierten ,,Momentum-Joker‘‘. Man darf also auch aus dieser Perspektive auf die kommenden Wochen gespannt sein.

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14.06.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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