SpaceX im freien Fall, AMD fällt trotz Rekordzahlen zurück, auch Infineon kann nicht begeistern und Vonovia leidet unter hohen Zinsen
Wachstum allein reicht nicht immer
Selbst gute Zahlen sind den Anlegern manchmal nicht gut genug. Das lässt sich weiterhin besonders in Sachen KI beobachten. Dort gab es zwar manche positive Überraschung, etwa im Falle von Amazon. Anderswo reichen aber selbst klare Wachstumssignale nicht aus, um die Aktienkurse in die Höhe zu befördern.
Bereits am Dienstag sorgte SpaceX (US84615Q1031) mit den ersten Zahlen nach dem Börsengang eher für finstere Mienen als für spontane Feierlaune. Zwar ging es zum Teil mit den Umsätzen deutlich aufwärts. Doch nach wie vor ist Starlink die einzige profitable Sparte und immer höheren Ausgaben für KI-Rechenzentren stehen die Börsianer skeptisch gegenüber. Die bereits angeschlagene Aktie wurde in der Folge weiter durchgereicht.
Am Mittwoch rutschte SpaceX im Kurs um 13,6 Prozent auf nur noch 108,27 US-Dollar zurück und blieb damit auf Tuchfühlung zum Tiefststand bei 104,83 Dollar. Aufgrund auslaufender Haltefristen befürchten einige Beobachter weiteren Verkaufsdruck. Der fulminante Börsengang tritt derweil in den Hintergrund und selbst vom Ausgabepreis in Höhe von 135 Dollar hat der Titel sich mittlerweile ein gutes Stück entfernt.
AMD schreibt Rekorde
Bei den Ergebnissen von AMD (US0079031078) gab es indes im Prinzip nichts zu meckern. Der Chiphersteller steigere die Umsätze auf 11,5 Milliarden Dollar, schrieb damit einen neuen Rekord und übertraf den Wert aus dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Anders als bei SpaceX führt das auch zu hohen Gewinnen. Der Nettogewinn sprang auf 2,3 Milliarden Dollar und die operative Marge auf 17 Prozent. Ein Jahr zuvor mussten noch rote Zahlen vermeldet werden.
Hauptsächlicher Antreiber bleibt das Datacenter-Geschäft, wo die nächste Erfolgswelle sich bereits ankündigt. AMD verspricht sich viel von seiner neuen Hardware-Generation, bei der es erstmals auch vollständige Racks gibt. Das ist ein direkter Angriff auf die Vorherrschaft von Nvidia in diesem Bereich, der bislang von Erfolg gekrönt zu sein scheint. Trotz all dieser positiven Entwicklungen hatten die Anleger sich aber augenscheinlich mehr erhofft. Vielleicht werden auch die Ausgaben kritisch betrachtet. Die AMD-Aktie gab jedenfalls um sieben Prozent bis auf 482,05 Dollar nach.
Infineon wird nicht belohnt
Bei Infineon (DE0006231004) fiel das Wachstum im vergangenen Quartal nicht ganz so enorm aus, war aber auch nicht zu übersehen. Die Umsätze legten um neun Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro zu und dank einer um zwei Prozentpunkte auf 19,1 Prozent gestiegenen Segmentergebnis-Marge verbesserte sich das dazugehörige Ergebnis um 22 Prozent auf 797 Millionen Euro. Das Management ist zuversichtlich, in Zukunft noch mehr von der hohen Nachfrage nach Stromchips bei KI-Rechenzentren profitieren zu können. Der Wachstumskurs soll weiter fortgesetzt werden.
Die Analysten sahen die Zahlen allerdings letztlich nur als durchwachsen an und bei der Marge hatten die Börsenprofis noch etwas mehr auf ihren Zetteln stehen. Gut scheint auch in diesem Fall nicht gut genug zu sein und so musste die Infineon-Aktie letztlich Kursverluste von 7,2 Prozent ertragen, was für einen Schlusskurs von 60,42 Euro sorgte. Mit hinein spielte auch, dass am Mittwoch die Stimmung bei Tech und KI allgemein wieder etwas nachließ.
Vonovia in der Zinsfalle?
Abseits der Tech-Bubble konnte Vonovia (DE000A1ML7J1) höhere Mieteinnahmen melden, kämpfte aber gleichzeitig mit höheren Kapitalkosten. An der Prognose hält das Management zwar weitet fest, gibt sich bezüglich des Mietwachstums in der Hauptstadt jedoch eher vorsichtig. Das ließ die Anleger ein wenig zurückschrecken, die vermutlich auch eher unruhig auf Umfrageergebnisse zur anstehenden Wahl im September blicken. Den meisten Zuspruch erntet aktuell Die Linke, welche bekanntlich nicht das allerbeste Verhältnis zu Vermietern hat.
Die Bären übernahmen am Mittwoch das Ruder und die Vonovia-Aktie gab um 2,3 Prozent auf noch 21,14 Euro nach. Das Papier bleibt damit aus technischer Sicht im Abwärtstrend hängen. Daran dürfte sich auch wenig ändern, solange Sorgen um hohe oder vielleicht sogar noch steigende Zinsen nicht verschwunden sind.
Große Erwartungen
Diverse Rekorde bei DAX und Co. haben die Erwartungen der Anleger in die Höhe befördert, sodass steigende Umsätze und stattliche Gewinne noch nicht ausreichen, um die Käufer anzulocken. Ob die Skepsis in jedem Fall berechtigt ist, darüber soll an dieser Stelle nicht geurteilt werden. Speziell bei den vielbeachteten Tech-Aktien bleibt es aber dabei, dass das Übertreffen von Prognosen schon vorausgesetzt wird und zudem verstärkt auf die Ausgabenseite geschielt wird.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu SpaceX - hier weiterlesen...
06.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)





05.08.2026
02.08.2026
27.07.2026
25.07.2026