Marktbericht Platin und Palladium – Durststrecke hält an, Geduld weiter gefragt!
Die Handelswoche in Platin & Palladium vom 13.07. – 17.07.2026
Platin und Palladium konnten sich in der abgelaufenen Handelswoche erneut nicht dem schwächeren Marktsentiment entziehen. In der ersten Wochenhälfte gelangen zwar deutliche Stabilisierung, in der zweiten Hälfte zeigte der Markt beiden Edelmetallen wieder die kalte Schulter. Derweil setzte sich auf kleinerer Zeitskala die Bodenbildung fort. Die Richtungsentscheidung wurde damit erneut vertagt, die Anleger brauchen weiter Geduld.
In der abgelaufenen Handelswoche hatten Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) erneut mit einem sich deutlich abkühlenden Sentiment zu kämpfen. Die erneute Eskalation am Persischen Golf und in der Ukraine dämpften den Risikoappetit der Investoren deutlich. Dies zeigte sich unter anderem an insgesamt schwächeren Aktienmärkten, einem Anstieg des Volatilitätsindex VIX und an einem Anstieg des Ölpreises um 14,3 %.
Platin und Palladium erneut schwächer
Dass Platin und Palladium sich kaum (nach unten) bewegten kann deshalb als anhaltende Stabilisierung gewertet werden. Platin verlor gegenüber der Vorwoche von 1.619,47 USD auf 1.585,36 USD und damit um 2,1 %, während Palladium von 1.260,99 USD auf 1.232,63 USD und damit im Wochenvergleich 2,2 % tiefer schloss.
Auch wenn sich die Chancen auf eine mittelfristige Trendumkehr weiter klar erkennbar sind, so dürfte es in dem aktuellen geopolitischen Umfeld und dem sich daraus ergebenen Anlegersentiment schwieriger werden, eine idealtypische Bodenbildung abzuschließen. Denn diese würde einen höheren Grad an Symmetrie erfordern, die derzeit kaum erkennbar ist.
Ein Blick auf den Tagescandle-Chart von Platin zeigt, wie herausfordernd diese Bodenbildung ist.
Das Positive zuerst: Platin hat in den vergangenen Handelstagen kein neues Jahrestief markiert. Stattdessen testete es die nächstliegenden statischen Widerstände. Aller Anfang ist eben schwer. Die Umsätze sind weder bei kleineren Impulsen nach oben und unten signifikant, was die Interpretation zusätzlich erschwert.
Auf Tagesbasis ist bislang für die letzten Wochen keine hinreichend klare Bodenformation erkennbar. Der Kurs ist hin- und hergerissen zwischen den Impulsen und schafft es nicht, eine gewisse Symmetrie auszubilden.
Doch wo könnte Platin charttechnisch hängenbleiben, wenn es nochmals abwärts geht? Das lange lila Rechteck markiert im Chart den weichen Unterstützungsbereich, in dem Platin auch bei einem neuen Schwächeanfall hängenbleiben sollte. Der nächste Unterstützungszone darunter liegt rund 150 USD tiefer.
Chart 2 zeigt nun die Kursentwicklung auf 4-Stunden-Basis.
Es zeigt sich, wie erratisch selbst auf dieser kleinen Zeitskala die Kursentwicklung ist. Dies reflektiert eine strukturelle Instabilität der Erwartungen, denen nachhaltige Richtungsimpulse fehlen, welche in der Regel strukturbildend wirken und eben auch zu der genannten Symmetrie führen.
Diese Instabilität spiegelt sich aber nicht nur in Mustersymmetrien, sondern auch in einer fehlenden Sensitivität gegenüber dynamischen Widerständen und Unterstützungen. Beispielhaft sind neben der auch in Chart 1 erkennbaren mittelfristigen Abwärtstrend-Linie zwei weitere, kürzere Abwärtstrend-Linien markiert. Diese generieren bereits auf kleinerer Skala Kaufsignale. Jedoch reagiert der Platinpreis auf diese dynamischen Widerstände uneinheitlich, indem er sie sowohl von unten nach oben als auch von oben nach unten mehrfach durchschneidet und damit entwertet.
Die roten Horizontalen markieren in Chart 2 die mustertechnische Spanne, bei deren Ausbruch sich auch neues Momentum bilden sollte.
Palladium kämpft um sein kleines Kaufsignal
Chart 3 zeigt nun die Entwicklung des Palladium-Preises auf Tagesbasis. Will man nicht nur einfach eine bärische Chartstruktur feststellen, so lohnt es sich, auf die kleinen technischen Hoffnungsschimmer zu achten. Zwar mahnen die niedrigen Umsätze bei der Interpretation von Preissignalen zur Vorsicht. Gleichwohl bleibt aber auch wie bei Platin festzuhalten, dass Palladium in dieser Handelswoche kein neues Jahrestief markiert hat, was in einem relativ steilen Abwärtstrend keine Selbstverständlichkeit ist.
Anders als Platin hat Palladium seinen mittelfristigen Abwärtstrend zu Wochenbeginn deutlicher überwunden (lila Kreis). Seither kämpft es darum, dieses neue Lebenszeichen nicht zu entwerten, denn im Zuge des schwächeren Sentiments fiel es erneut zurück und unterschritt auch intraday wieder die zuvor überwundene Abwärtstrend-Linie.
Diese Entwicklung, wird bei einem Blick auf den 4-Stunden-Chart in Chart 4 noch klarer, wobei das lila Rechteck den Zeitraum markiert, in dem dieser Kampf stattfindet.
Es ist anzunehmen, dass sich in der kommenden Woche entscheiden wird, ob Palladium sich über dieser Abwärtstrend-Linie halten und damit das dynamische Kaufsignal retten kann. Sollte dies gelingen stehen die Chancen gut, dass Palladium auf dem aktuellen Kursniveau einen Kursboden bilden kann.
Wie könnte es nächste Woche weitergehen?
Platin und Palladium zeigen aktuell keine große Widerstandskraft gegen ein schwächeres Marktsentiment. Allerdings besteht auch kein größerer Verkaufsdruck, was Raum für positive Überraschungen lässt.
Die fehlende Symmetrie auf mehreren Zeitskalen ist aus charttechnischer Sicht ein Problem, was nicht wegzuwischen ist. Man sollte deshalb weiter Geduld haben und beiden Edelmetallen die Zeit geben, die sie zur Ausbildung eben dieser Symmetrien benötigen!
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19.07.2026 - Arndt Kümpel

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