Marktbericht Platin und Palladium – Läuft der Countdown? Konsolidierungssignale werden stärker
Die Handelswoche in Platin & Palladium vom 06.07. – 10.07.2026
In der abgelaufenen Handelswoche drehten sich auch Platin und Palladium in einer charttechnischen Warteschleife. Im Wochenverlauf verstärkten beide ihre Ansätze einer Bodenbildung, warten aber weiterhin auf signifikante mustertechnische Impulse. Auf kleinerer Skala setzte sich die Bodenbildung fort, die einen Ausbruch nach oben wahrscheinlicher macht als einen erneuten Kurseinbruch. Bis zu einer Entscheidung bleibt damit weiter Geduld gefragt, aber der Countdown dürfte laufen.
Diese Handelswoche brachte für Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) auf den ersten Blick keine großen Veränderungen. Aber manchmal sind keine bedeutenden Nachrichten auch gute Nachrichten. Mit Blick auf die seit Ende Januar 2026 laufende Konsolidierungsphase und seine bisher gezeigte Konsolidierungsmuster-Schwäche lässt sich die Entwicklung in dieser Woche deshalb als insgesamt leicht positiv bewerten.
Und dies, obwohl sich die makroökonomische Lage nicht unbedingt verbessert hat. Die langen Zinsen drehten im Wochenverlauf überwiegend wieder nach oben, und auch der Ölpreis vollzog einen ersten kurzfristigen Richtungswechsel nach Norden.
Platin und Palladium weiter in Wartestellung
Dass Platin und Palladium sich kaum (nach unten) bewegten kann deshalb als anhaltende Stabilisierung gewertet werden. Während Platin gegenüber der Vorwoche von 1.632,81 USD auf 1.619,47 USD und damit leicht um 0,8 % abgab, legte Palladium von 1.254,07 USD auf 1.260,99 USD zu und schloss damit praktisch unverändert.
Bereits in der Vorwoche hatten wir darauf hingewiesen, dass sich insgesamt die Chancen auf eine mittelfristige Trendumkehr spürbar verbessert haben. Der große Befreiungsschlag lässt zwar aus charttechnischer Perspektive weiter auf sich warten. Gleichwohl sind die Ansätze einer Trendumkehr eindeutig erkennbar.
Ein Blick auf den Tagescandle-Chart von Platin verdeutlicht dies.
Nach einem neuen Jahrestief bei 1.519,71 USD am Mittwoch der vorangegangenen Woche setzte Platin zu einer Gegenbewegung an, welche an der vorher gebrochenen statischen Unterstützung zum Stehen kam, die sich aus der Plateau-Phase ab Anfang Dezember 2025 ergibt. Im Wochenverlauf dieser Handelswoche fiel der Kurs zunächst wieder zurück, konnte sich aber schließlich zum Wochenausklang wieder erholen und schloss per saldo nur leicht schwächer.
Die Umsätze blieben auch in dieser Handelswoche auf niedrigem Niveau, weshalb die Kurse selbst auch technischer Perspektive nicht überbewertet werden sollten.
In Chart 2 ist zudem die Kursentwicklung auf 4-Stunden-Basis dargestellt, der Bereich rechts der rot gestrichelten Vertikale ist der Zeitraum dieser Handelswoche. Im Chart sind die verschiedenen Abwärtstrend-Linien zu sehen, welche als dynamische Widerstände fungieren und bei deren Überwindung mehr oder weniger Momentum freigesetzt werden kann. Ob dies der Fall ist, hängt auch vom Kursmuster ab, welches durch diese Kursbewegung gebildet bzw. abgeschlossen wird.
Der bereits überwundene steile und kurzfristige Abwärtstrend bewirkte für sich genommen noch keine komplette Musterbildung, dürfte aber dabei geholfen haben, das dafür nötige Momentum freizusetzen.
Die mittlere Abwärtstrend-Linie, welche ihren Ausgangspunkt im Zwischenhoch vom 13.05.2026 hat, wurde mit diesem Momentum zwar angekratzt, aber noch nicht signifikant überwunden. Stattdessen stieg am Mittwoch dieser Woche wieder der Verkaufsdruck und der Kurs fiel erneut darunter. Danach konnte sich der Kurs allerdings wieder erholen.
Erwähnenswert ist nun, dass dieser kleine Verkaufsdruck am Mittwoch dabei half, ein kleines Kurstief zu bilden, welches in etwa auf Höhe der roten Horizontalen liegt. Diese markiert die Kurshöhe, auf der auch das kleine Zwischentief ab dem 24.06.2026 zum Stehen kam. Beide kleinen Zwischentiefs können als linke und rechte umgekehrte Schulter einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation (S-K-S) interpretiert werden, bei der das Jahrestief am 01.07.2026 bei 1.519,71 USD den umgekehrten Kopf darstellt.
Die Bildung immer flacherer Abwärtstrend-Linien und deren Überwindung unter Bildung eines Bodenmusters sind typisch für Konsolidierungen. Was allerdings hier wenig idealtypisch ist, ist die Musterklarheit. Dies ist ein klares Interpretations-Risiko.
Gleichwohl zeigt die Abflachung sowie die nachlassenden Umsätze, dass derzeit kein Verkaufsdruck mehr bei Platin besteht.
Ein Blick auf das Schwestermetall Palladium bestätigt die obige Mustervermutung und Kursdynamik.
Palladium mit besserem Wochenschluss
Chart 3 zeigt nun, dass Palladium gegenüber Platin im Wochenvergleich besser abschnitt, weil es ab Donnerstag die Verluste vom Mittwoch überkompensieren konnte. Ansonsten blieb die Beziehung beider Edelmetalle durch eine anhaltend hohe Korrelation gekennzeichnet.
Ein Blick auf den 4-Stunden-Chart in Chart 4 verdeutlicht, dass auch Palladium dabei ist, eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation (S-K-S) zu bilden.
Hierbei hat aber zusätzlich der umgekehrte Kopf noch einmal zwei kleine Tiefs, was ergänzend als Doppelboden beschrieben werden kann. Damit würden zwei verschachtelte Bodenmuster vorliegen, die sich mustertechnisch gegenseitig bestätigen.
Die Bestätigung für die gesamte Umkehrformation steht allerdings noch aus. Auch hier wäre ein deutlicher Hinweis darauf das Überwinden der Abwärtstrend-Linie, an der der Kurs am Freitag zum Stehen kam.
Die eigentliche Nackenlinke des S-K-S-Musters liegt allerdings etwas höher und entspricht dem Zwischenhoch vom 16.06.2026 bei 1.355,49 USD.
Wann kommt die Richtungsentscheidung?
Die charttechnische Entwicklung in dieser Woche ist sowohl bei Platin wie auch bei Palladium eher als impulsarm zu bezeichnen. Es zeigt sich aber auch, dass der Chart Zeit zur Musterbildung benötigt.
Bei beiden Edelmetallen zeigen sich Anzeichen einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation, welche eines der klassischen Konsolidierungsmuster darstellt.
Die relative Ruhe in der abgelaufenen Handelswoche ist gerade deshalb kein schlechtes Zeichen. Denn je deutlicher das Konsoldierungsmuster ist, um so stabiler ist der Boden für einen neuen Kursaufschwung.
Der genannte Boden ist bei Palladium deutlicher erkennbar als bei Platin, weshalb das Interpretationsrisiko bei Platin auch höher ist. Es sollte deshalb in der kommenden Woche auf Signale geachtet werden, die das vermutete Bodenmuster bestätigen oder auch falsifizieren. Zu Letzterem würde ein erneuter Einbruch unter das Jahrestief gehören.
Wie wir aber bereits für Silber dargestellt haben, könnte ein erneuter Einbruch auch Teil eines ,,Slingshot-Move‘‘, einer Peitschenbewegung sein, bei der der Kurs bei einem kurzfristigen Einbruch erst den Schwung holt, mit dem dann ein deutlicher Ausbruch nach oben gelingt. Dabei ist der potenzielle Kurseinbruch zwar ein Bruch der beschriebenen Bodenbildung. Er ist aber eben auch für sich genommen ein Konsolidierungsmuster.
Insgesamt ist sowohl bei Platin als auch bei Palladium in dieser Woche die Wahrscheinlichkeit für eine Bodenbildung in der Nähe des aktuellen Kursniveaus weiter gestiegen!
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12.07.2026 - Arndt Kümpel

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