als .pdf Datei herunterladen

Marktbericht Silber – Fragile Bodenbildung, Silber weiter auf der Suche nach Momentum und Symmetrie

Die Handelswoche in Silber vom 27.07. – 31.07.2026

NTG24 - Marktbericht Silber – Fragile Bodenbildung, Silber weiter auf der Suche nach Momentum und Symmetrie

 

Silber reagierte in der abgelaufenen Handelswoche wie sein großer Bruder Gold kaum auf das turbulentere geopolitische und makroökonomische Geschehen. Stattdessen bastelte der Silberpreis weiter an seinem Kursboden, der Ansätze von Symmetrie zeigt. Fragil bleibt die technische Lage aber weiterhin, denn eine signifikante mittelfristige Richtungsentscheidung steht noch aus. Der fundamentale ,,Investment Case‘‘ für Silber bleibt derweil ,,alive and kicking‘‘, was eine Bärenfalle einschließt!

Die abgelaufene Handelswoche zeigte sich sowohl makroökonomisch wie auch geopolitisch unstet. Im Ukraine-Konflikt erhöhte sich mit der Reichweite der Angriffe die energiepolitischen Kollateralschäden, und die Lage am Persischen Golf war trotz anhaltender Verhandlungen von gegenseitigem Misstrauen geprägt.

In diesem Umfeld reagierte der US-Dollar nicht mit einer Aufwertung, denn am Mittwoch enttäuschte die Nichterhöhung der US-Leitzinsen genug Marktteilnehmer, um den US-Dollar gegen den Euro und vor allem gegen den japanischen Yen deutlich abzuwerten.

Anzeige:

Banner Münzhandel kleiner

 

Im Falle Japans war das Timing der Notenbank insofern gut, da die Zinsimpulse auf einem Kursniveau des Yen gegen den US-Dollar auftraten, auf dem die reale Gefahr besteht, dass das Vertrauen des Marktes in die Wirksamkeit von Devisenmarkt-Interventionen ernsthaft in Frage gestellt werden könnte. Um diesen Vertrauenskollaps zu verhindern, kaufte die Notenbank von New York Yen gegen Euro. Der Yen befindet sich gegen den US-Dollar an einem 40-Jahres-Tief und zugleich einer sensiblen charttechnischen Schwelle, die bedeutendes Abwärtsmomentum für den Yen auslösen könnte. Nach Angaben von Reuters verkaufte die japanische Notenbank allein am Donnerstag 58,97 Mrd. USD gegen Yen.

Parallel dazu legten die öffentlichen Renditen insgesamt weiter zu, während der Ölpreis, getrieben von der Hoffnung auf eine Einigung zwischen den Konfliktparteien, nach den starken Gewinnen der Vorwochen von Gewinnmitnahmen geprägt war.

Silber (TVC:SILVER) folgte in dieser Woche impulstechnisch ohne größere Kursausschläge seinem großen Bruder Gold, gab aber per saldo im Wochenvergleich etwas nach und fiel von 58,20 USD in der Vorwoche auf 57,63 USD, was einem Rückgang von 1 % entspricht.

Angesichts der sich weiter verschärfenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, der weiterhin bestehenden Aussicht auf höhere Zinssätze im Laufe dieses Jahres und der nachlassenden Solarenergie-Nachfrage hat Silber derzeit einigen Gegenwind auszuhalten.

 

Silber baut weiter an seinem Kursboden

 

Hinter den geringen Kursschwankungen lag aber nicht nur relative preisliche Ereignislosigkeit. Denn wie die Entwicklung in Chart 1 auf 4-Stunden-Basis zeigt, lässt sich die Kursentwicklung dieser Handelswoche auch als Bildung einer linken Schulter einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation interpretieren. Die geringe Symmetrie bleibt weiter ein Problem. Jedoch ist qualitativ deutlich, dass der umgekehrte Kopf tiefer liegt als bislang die Tiefs der Schultern (rot gestrichelte Horizontale).

 

Silber / US-Dollar Vier-Stunden-Chart

 

Erwähnenswert ist aus technischer Sicht des Weiteren, dass die bisherigen Tiefs der linken Schulter höher liegen als die der rechten Schulter. Dies ist eine strukturelle Stärke des Konsolidierungsmuster und es erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Bodenbildung auf dem aktuellen Kursniveau.

Auf der Zeitskala von 4 Stunden liegt der Stochastic RIS-Indikator im unteren Teil der Grafik mit seiner blauen schnellen Linie schon im überkauften Bereich. Sollte dieser drehen, ist ein baldiger Schnittpunkt von unten nach oben mit der langsameren orangenen Linie und damit ein technisches Kaufsignal wahrscheinlich. Jedoch ist dieses Signal bislang nur auf kleinerer Zeitskala erkennbar.

Chart 2 zeigt nun die Kursentwicklung und denselben Indikator auf Tagescandle-Basis. Im Preischart im oberen Teil sind die beiden statischen Unterstützungen als rote Horizontale markiert. Die mit roten Kreisen markierten Handelstage verdeutlichen, dass Silber auf die obere Unterstützung, welche aus dem Zwischenhoch vom 17.10.2025 resultiert, am 17.07.2026 sensibel reagierte. Damit hielt diese Unterstützung und bildet bis jetzt das Korrektief der seit Januar 2026 laufenden Korrekturbewegung.

 

Silber / US-Dollar mit Stochastic RSI

 

Die Umsätze waren in der Handelswoche erneut nicht signifikant höher. Jedoch waren die Umsätze bei steigenden Kursen höher als bei fallenden Kursen. Dieses Detail ist zwar nicht überzubewerten. Gleichwohl passt es zu der sichtbaren Symmetrie des Bodenmusters.

Anzeige:

Banner Zürcher Goldbrief

 

Dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, zeigt jedoch der untere Teil der Grafik, die den Stochastic RSI abbildet. Dieser steht kurz vor dem überkauften Bereich. Hier könnte nun genau das Gegenteil dessen eintreten, was auf kleinerer Zeitskala zu beobachten war. Die schnelle blaue Linie könnte die orangene an der Grenze zum überkauften Bereich von oben nach unten schneiden und damit ein technisches Verkaufssignal generieren.

Diese Konstellation auf Tagesbasis mahnt bei der Bewertung der Signale auf kleinerer Zeitskale wie auch bei der Interpretation der Kursmuster zu anhaltender Vorsicht! Sie stellen interpretative Divergenzen dar, die die Stabilität eines potenziellen Kursbodens auf dem aktuellen Niveau schmälern. Dies bedeutet aber auch, dass weiterhin eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit besteht, dass Silber noch einmal in ein Kurs-Luftloch fällt.

Zur Abschätzung, wie weit dieser Rutsch gehen könnte, hilft ein Blick auf Chart 3. Er zeigt den Silberpreis auf Monatscandle-Basis mit den Fibonacci-Retracements seit dem Slingshot-Tief im März 2020. Zudem ist die statische Unterstützung des Zwischenhochs vom April 2011, welches bei 49,81 USD liegt.

 

Silber / US-Dollar Monatscandle mit Fibonacci-Retracements

 

Es zeigt sich, dass der Silberpreis im Verlaufe der derzeitigen Korrektur sein 50 %-Fibonacci-Retracement unterschritten hat und das Korrekturtief noch nicht genau genug auf dem 38,2 % - Retracement liegt, was einem Kurs von 53,64 USD entspricht.

Nun kann man natürlich wie bei der Wahl der Zeitskala des Stochastic RSI einwenden, dass die Wahl dieses Ausgangspunktes (Corona-Selloff im März 2020) beliebig ist. Allerdings ist dies nicht der Fall. Denn sucht man nach aktuelleren Tiefs, so bleibt nur das Korrekturtief vom September 2022. Nimmt man dieses Tief als Ausgangspunkt, so hätte Silber sein 38,2 % Retracement bereits unterschritten und würde praktisch einen Test des letzten bedeutenden Fibonacci-Retracements bei 23,6 % avisieren, welches in diesem Falle bei 42,51 USD liegt.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass Silber auf rund 42 USD fällt, wenn man sich an das massive Kaufsignal im Herbst 2025 nach 45 Jahren Seitwärtsbewegung erinnert?

Was jedoch möglich ist, ist ein Test des 38,2 %-Retracements bei 53,64 USD. In diesem Falle könnte der Auslöser ein Liquiditätsschock an den Märkten der Treiber sein, der aufgrund eines geopolitischen Schocks ausgelöst wird, insbesondere dann, wenn ein Ölpreis von deutlich über 100 USD die Inflationsprognosen der Marktteilnehmer wie Notenbanken konterkariert.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Und wie geht’s weiter?

 

Auf kleiner Zeitskala zeigt Silber hoffnungsvolle Ansätze neuen Kaufinteresses und einer beginnenden Symmetrie eines Konsolidierungsmusters in Form einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Zudem ist auf dieser Zeitebene auch ein baldiges Kaufsignal des Stochastic RSI wahrscheinlich.

Auf Tagesbasis bleibt die Bodenbildung sichtbar, aber fragil. In gewisser Weise hat sich Silber im Nettoeffekt von den makroökonomischen Einflüssen der Handelswoche abgekoppelt. Es ist jedoch völlig offen, ob diese Lage Bestand hat. Denn gerade das Ausverkaufsszenario mit einem Test des 38,2 %-Retracements auf Monatsbasis suggeriert, dass diese Entkoppelung endet.

Ein Blick auf den langfristigen Monatschart zeigt, dass das deutlich überwiegende Signal das langfristige Kaufsignal vom Herbst 2025 ist. Dessen Stärke bemisst sich vor allem nach der Länge der Seitwärtsbewegung und der Stärke des Ausbruches. Bei beiden Indikatoren bestehen keine Zweifel.

Die ambivalente Indikatorenlage mahnt gleichwohl weiter zur Vorsicht und erfordert die Geduld, bis Silber seine mittelfristige Richtungsentscheidung getroffen hat, Bärenfalle inklusive!

 

Silber - kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Entwicklungen bei Silber sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Anleger. Lohnt sich aktuell ein Einstieg bei Silber oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Analysen und Empfehlungen zu Silber - hier den Zürcher Goldbrief kostenlos downloaden...

 

01.08.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)