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BÖRSE TO GO - mit Apple, Varta und HeidelbergCement

Corona steht wieder auf dem Plan

 

Guten Tag,

der heutige Tag an der Börse steht unter einer schweren Hypothek. Denn nachdem die Märkte gestern aufgrund des Feiertages in den USA eher ruhig bis positiv laufen konnten, stürzt ausgerechnet der IT-Gigant APPLE heute die Börse in neue Zweifel bezüglich der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie. Bereits gestern Abend hatte APPLE bekannt gegeben, dass er seine Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen würde. Das Besondere daran: Diese Prognose war erst wenige Wochen alt. Begründet wurde die neue Einschätzung damit, dass es beim iPhone zu Lieferengpässen kommen würde, weil die Produktion in China langsamer als ursprünglich geplant hochgefahren werden kann.

 

Apple Store

Bildnachweis: © Finance & Research AG

 

Trotz der aktuellen negativen Reaktion würden wir das ganze allerdings nicht überbewerten wollen. Denn natürlich war und ist klar, dass die Epidemie im Wirtschaftskreislauf ihre Spuren hinterlassen wird. Bislang waren diese Einschätzung eher theoretischer Natur bzw. nur in entsprechenden Prognosen abzulesen. Nun wird es halt deutlich handfester und natürlich müssen die Märkte diese neue Qualität erst einmal einpreisen. 

Wir gehen auch davon aus, dass APPLE nicht der letzte sein wird, der mit Bezug auf Corona seine Prognosen einkassiert. Das entscheidende daran wird allerdings sein, mit welchen Zeiträumen am Ende gerechnet wird, bis es eine Normalisierung gibt. Denn daran wird sich wohl auch bemessen lassen, ob die Märkte die temporären Rücksetzer stärker einpreisen müssen oder nur zur Kenntnis nehmen. Letztlich bleibt APPLE für uns aber eine der Schlüsselaktien im amerikanischen Markt.

 

VARTA im Sog von APPLE

 

Welche Folgen die Warnung des iPhone-Giganten hat, konnte man heute gut auch an der deutschen Börse beobachten. Gestern hatte der Batteriehersteller VARTA noch die Anleger mit einem deutlichen Wachstumsschub überzeugen können. Wie das Unternehmen gestern meldete, konnte der Umsatz im vergangenen Jahr um 34 % auf 364 Millionen Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis auf Basis EBITDA wurde sogar auf 98 Millionen Euro fast verdoppelt. Damit schnitt VARTA besser ab als selbst und von den Analysten erwartet.

Allerdings sind diese Zahlen heute nur noch Makulatur. Denn VARTA gehört zu den Unternehmen, die ebenfalls APPLE zuliefern. In diesem Fall liefert das deutsche Unternehmen unter anderem die Batterien für die AirPod-Kopfhörer. Das hat zwar nicht direkt mit der Problematik der iPhone-Produktion zu tun. Doch in China sind halt auch viele Ladengeschäfte geschlossen, in denen die AirPods verkauft werden und das dürfte letztlich auch bei VARTA Spuren hinterlassen.

Immerhin: Trotz des heutigen Minus hält sich die Aktie auf dem Niveau des Vortages, was für die weitere Perspektive durchaus wichtig bleibt. Denn damit bleibt die Chance auf einen Rebound bestehen. Zukäufe würden wir aktuell nicht planen, VARTA allerdings weiterhin als Halten-Position ansehen. 

 

Kursverlauf Varta

 

HEIDELBERGCEMENT bleibt schwierig

 

Und noch ein Blick auf die Bilanzsaison. Dort meldete heute Morgen der Baustoffproduzent HEIDELBERGCEMENT seine Zahlen für das vergangene Jahr. Dank des anhaltenden Baubooms in Deutschland sowie gestiegener Infrastruktur-Ausgaben weltweit konnte das Unternehmen seinen Umsatz im Berichtsjahr um 4 % auf knapp 18,9 Milliarden Euro erhöhen. Beim bereinigten Gewinn (EBITDA) erreichte man sogar ein Plus von 15 % auf knapp 3,6 Milliarden Euro.

Ein wichtiger Punkt, auf den die Anleger immer noch achten, ist der Schuldenabbau. Hier konnte HEIDELBERGCEMENT zum Jahresende bessere Zahlen als erwartet präsentieren. Die Nettofinanzverschuldung sank auf 7,1 Milliarden Euro. Hier hatte das Ziel nur bei 7,4 Milliarden Euro gelegen. Dennoch zeigte sich die Aktie unter Druck. Denn insbesondere der Ausblick auf das neue Jahr fiel am Markt durch, da er wenig handfestes lieferte. Ganz abgesehen davon, dass man beim Umsatz 2019 schwächer abschnitt als erwartet. Insofern heißt es hier bei der Aktie vorläufig nur Stand-by.

 

18.02.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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