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BÖRSE TO GO - mit Wasserstoff-Aktien, Fresenius, FMC und Fuchs Petrolub

Neue Tech-Trends: Zwischen Hype und Nachhaltigkeit

 

Guten Tag,

Karnevalsstimmung an der Börse sieht anders aus. Die bekannten Themen, insbesondere die anhaltenden Verunsicherungen zum Thema Coronavirus, lasten auf dem Parkett.

Vorbeugend einer weiteren Verlangsamung der Wirtschaft hat Peking schon mal die Zinsen weiter gesenkt. Sie senkte heute den einjährigen Referenz-Zinssatz Loan Prime Rate (LPR) auf 4,05% von 4,15% im Vormonat und den fünfjährigen auf 4,75% von 4,8%. Das Ziel ist es natürlich, die Kreditvergabe an Unternehmen anzuheizen, obwohl die Regierung noch immer davon ausgeht, dass die tatsächlichen Bremseffekte sich im Rahmen halten werden. Das mag so sein, aber die Märkte sind da vorsichtiger.

Vorsichtig werden wir allerdings bei den neuen Hype-Themen Wasserstoff und Weltraumreisen. Ein Blick auf die bekannten Charts von BALLARD POWER, NEL, ITM oder POWERCELL lassen erahnen, was hier ansteht. Selbiges gilt für wahre Aktienraketen wie VIRGIN GALACTIC, dem Weltraumreiseunternehmen des Milliardärs Richard Branson. Ungeachtet der Kursentwicklungen, welche wir derzeit für maßlos übertrieben halten, stellen wir uns wie folgt auf:

 

Kursverlauf Ballard Power

 

Ja, Wasserstoff und Weltraum sind spannende Themen, und ja, sie werden uns noch viele Jahre begleiten. Allerdings, wie immer in solchen Marktphasen, springen wir nicht gleich auf alles, was damit zu tun hat, sondern warten ab. Denn: Anders als etablierte Unternehmen wie TESLA oder BEYOND MEAT sind diese Aktien u.E. noch weit davon entfernt, eine tragfähige Geschäftsbasis zu zeigen. Wir haben auch keine Sorge, hier etwas zu verpassen, sondern wissen: erst der Hype, dann die Ernüchterung – und dann der Kauf. Unser Rat also: Wenn Sie zocken wollen, bitte sehr. Aber investieren sieht anders aus.

 

FRESENIUS und FMC überzeugen

 

An der deutschen Börse gibt es heute einen regelrechten Doppel-Schlag. Denn sowohl FRESENIUS als auch seine wichtigste Tochter FRESENIUS MEDICAL CARE legten Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr und den Ausblick für 2020 vor und konnten damit die Börsianer auf ihre Seite ziehen. Ein erster Blick dazu auf FRESENIUS. Zwar zeigte der Gesundheitskonzern im letzten Jahr beim Nettogewinn nur eine faktische Stagnation bei knapp 1,92 Milliarden Euro. Doch war dieses schon im Markt erwartet worden. Positiv wurde dagegen aufgenommen, dass der Umsatz währungsbereinigt um 6% zulegen konnte und damit am oberen Ende des Zielkorridors zwischen 4 und 7% blieb.

Weitaus wichtiger war der Ausblick. Denn hier will FRESENIUS in diesem Jahr wieder währungsbereinigt beim Gewinn um 1 bis 5% zulegen, während man beim Umsatz erneut mit einer Spanne zwischen 4-7% arbeitet. Darüber hinaus will man vom Zeitraum 2020-2023 den Nettogewinn durchschnittlich auf organischer Basis um 5-9% pro Jahr steigern.

In die gleiche Kerbe schlug auch die Dialysetochter FRESENIUS MEDICAL CARE, die bereits überraschend gestern Abend ihre Zahlen meldete. Dabei konnte das Unternehmen seine vorher geäußerten Ziele erreichen, auch wenn es beim Nettogewinn insgesamt leicht zurückging. Doch speziell im vierten Quartal zeigte das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn Zuwächse. Und auch hier stimmte der Ausblick. So plant FRESENIUS MEDICAL CARE, in diesem Jahr sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz steigern zu können.

Das Ergebnis dieser Berichtsvorlage: Beide Aktien führen heute mit deutlichen Abstand die DAX-Gewinner an. FRESENIUS bringt es dabei derzeit auf ein Plus von rund 5,3 %, während FRESENIUS MEDICAL CARE sich um 4,3% verbessert. Gerade FRESENIUS MEDICAL CARE kann damit ein neues 12-Monats-Hoch markieren, während es bei FRESENIUS noch gut einen Euro Platz hat. Angesichts des positiv aufgenommenen Ausblicks dürften hier die weiteren Perspektiven positiv ausfallen, weshalb beide Werte interessante Investments bleiben.

 

Performance-Vergleich Fresenius FMC

 

FUCHS PETROLUB: Hält die Unterstützung?

 

Frische Zahlen gab es auch von FUCHS PETROLUB. Der Spezialist für Schmierstoffe musste zwar im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang ausbaden. So sank der operative Gewinn auf Basis des EBIT um 16% auf 321 Millionen Euro. Doch für das neue Jahr peilt das Unternehmen wieder leichte Zuwächse an, obwohl man die Auswirkungen der derzeitigen Coronavirus-Epidemie noch nicht einkalkulieren kann. Entsprechend sind die Prognosen auch mit Vorsicht zu genießen.

Insgesamt möchte FUCHS PETROLUB in diesem Jahr das EBIT im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich verbessern. Im gleichen Umfang soll auch der Umsatz zulegen können. Im vergangenen Jahr war dieser mit knapp 2,6 Milliarden Euro stabil geblieben. Für die Aktie dürfte es nun knifflig werden. Sie liegt derzeit im Bereich von 41 Euro auf einer Unterstützungszone, die in Abstufungen bis auf rund 39,90 Euro hinunter reicht. Sollte hier die Stabilisierung gelingen, bestünde eine gute Chance, dass das bisherige Jahreshoch bei 45,72 Euro wieder in Angriff genommen werden kann. Hier sollte man sicherlich den Wert weiter beobachten.

 

20.02.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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